Wird die Steuererklärung versäumt, Frist verlängern lassen!

Sie müssen Ihre Steuererklärung über Ihr Einkommen regelmäßig bis zum 31. Mai des nächsten Jahres beim Finanzamt einreichen.

  • Wird die Steuererklärung nicht abgegeben und versäumen Sie diese Frist, erhalten Sie nach einer gewissen Zeit eine ultimative Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung.
  • Wird die Steuererklärung dann noch immer nicht abgegeben, werden Sie vom Finanzamt geschätzt. Diese Schätzung orientiert sich an Ihren Einkünften der Vorjahre und liegt regelmäßig höher. Sie haben dann einen Monat Zeit, gegen diese Schätzung Einspruch einzulegen und Ihre Steuererklärung einzureichen.
  • Notfalls sollten Sie versuchen, sich persönlich mit Ihrem Sachbearbeiter beim Finanzamt in Verbindung zu setzen. Schildern Sie Ihre persönliche Situation und versuchen Sie, eine neue Abgabefrist zu vereinbaren.
  • Wenn Sie einen Steuerberater mit der Erstellung Ihrer Steuererklärung beauftragen, hat Ihr Steuerberater Zeit bis zum 31. Dezember des Folgejahres.

Wird nicht abgegeben, hilft nur Selbstanzeige

  • Viele Bürger wissen oft nicht, dass sie überhaupt eine Steuererklärung einreichen müssen. Insbesondere mit der Veränderung in der Besteuerung der Renten fallen einige Rentner unter die Steuerpflicht. Sobald Sie einen bestimmten Freibetrag überschreiten, sind Sie steuerpflichtig. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie neben Ihrer Rente noch Mieteinnahmen haben.
  • Aber auch derjenige, der im Ausland Zinseinkünfte bezieht, die nicht von der Abgeltungssteuer erfasst sind, ist steuererklärungspflichtig.
  • Denken Sie daran, dass das Finanzamt über Ihren Rentenversicherungsträger automatisch über Ihre Renteneinkünfte informiert wird. Auch das Bankgeheimnis ist heutzutage weitgehend ausgehöhlt, sodass Ihre Zinseinkünfte oder sonstigen Einkünfte im Ausland oft, bisweilen auch über dunkle Kanäle, offenbart werden.
  • Wird in diesen Fällen die Steuererklärung nicht abgegeben, ist der Straftatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt. In diesen Fällen gibt es nur noch einen Weg. Der Fiskus gewährt Ihnen Straffreiheit und kommt Ihnen insoweit entgegen, als Sie Ihre Einkünfte noch offenbaren, solange das Finanzamt noch keinen Verdacht geschöpft hat. Sie müssen sich also beim Finanzamt sozusagen selbst anzeigen.
  • Das Wort Selbstanzeige ist etwas irreführend, da Sie sich nicht selbst einer Straftat bezichtigen müssen. Sie müssen lediglich Ihre Einkünfte offenbaren. Zusätzlich müssen Sie eventuell angefallene Steuern umgehend bezahlen und Säumniszuschläge entrichten. Dann haben Sie nichts zu befürchten.
  • Da die Problematik der Selbstanzeige beim Finanzamt eine ausgesprochen heikle Angelegenheit sein kann, die formal an strenge Voraussetzungen gebunden ist, empfiehlt sich, mindestens einen versierten Steuerberater zu befragen und mit der Erstellung der Steuererklärung zu betrauen.