Was Sie benötigen:
  • Futter
  • Tierarzt
  • Zeit
  • Zuwendung

Die rollige Katze und ihr Verhalten

  • Die Zeit, in der Ihre Katze zum ersten Mal geschlechtsreif wird, liegt durchschnittlich zwischen dem vierten und dem zwölften Lebensmonat. Abweichungen nach oben oder unten sind durchaus normal und kein Grund zur Sorge. Bei Langhaarkatzen tritt die erste Rolligkeit in der Regel etwas später auf, nämlich ungefähr zwischen dem ersten und dem zweiten Lebensjahr.
  • Hat die Katze ihre rollige Phase, so wird sie ihr ganzen Verhalten während dieser Zeit ändern. Sie kommt viel öfters zum Schmusen, reibt sich an Ihren Beinen und allen anderen Gegenständen in der Wohnung, rollt sich auf dem Boden und jault ausgiebig. Viele Katzen gurren und schreien fast ohne Unterbrechung und können den Katzenbesitzer fast zur Verzweiflung bringen.
  • Manche Katzen versuchen, einen paarungsbereiten Kater durch ihre Duftstoffe im Urin anzulocken. Ist Ihre Katze ein Freigänger, so wird sie draußen an vielen verschiedenen Stellen kleine Mengen Urin absetzen, um so willige Kater zu locken. Aber auch reine Hauskatzen können während der Rolligkeit in der Wohnung markieren.

Was Sie während der Rolligkeit tun können

  • Im Prinzip nicht viel. Allerdings können Sie Ihrer Katze während dieser Zeit noch mehr Streicheleinheiten zukommen lassen als sonst. Verwöhnen und Liebkosen Sie die Katze, wann immer sie Ihre Nähe sucht.
  • Auch den Speiseplan der Katze können Sie während der rolligen Zeit abwechslungsreich gestalten. Bieten Sie dem Tier unbekanntes Futter oder ganz besondere Leckerchen an, welche das Tier sonst nicht zu fressen bekommt. Ablenkung und Abwechslung können während der Rolligkeit sehr hilfreich sein.

So kann der Tierarzt helfen

  • Während der Rolligkeit wird der Tierarzt Ihre Katze in der Regel nicht kastrieren oder sterilisieren. Denn gerade in dieser Zeit sind die Geschlechtsorgane des Tieres viel mehr durchblutet als sonst und es könnte dadurch zu Komplikationen kommen. Ungefähr zwei Wochen nach der Rolligkeit kann der Tierarzt diesen Eingriff vornehmen.
  • Viele Katzenbesitzer lassen Ihrer Katze eine Spritze geben, welche für einen Zeitraum von drei bis fünf Monaten die Rolligkeit verhindert. Diese Hormonspritze muss in regelmäßigen Abständen gegeben werden, wenn die Rolligkeit dauerhaft unterdrückt werden soll.

Kater im Haus?

Auch wenn Sie einen Kater im Haushalt haben, dann muss die Rolligkeit keine Folgen haben. Ist das Tier kastriert, dann bleibt ungewollter Katzennachwuchs aus. Viele Kater verlieren eine Weile nach der Kastration auch die Lust an einer rolligen Katzendame und benehmen sich nicht mehr aufdringlich.

Was Sie gegen ungewollten Nachwuchs tun können

  • Wenn bei Ihrer Katze gerade die Rolligkeit durchkommt, und in Ihrem Haushalt auch ein Kater wohnt, der noch nicht kastriert ist, dann kann es ganz schnell zu Katzennachwuchs kommen. Da dies oft nur eine Frage von Sekunden ist, verlassen Sie sich nicht auf Ihre Schnelligkeit und darauf, dass Sie ja aufpassen.
  • Der Kater wird jede Gelegenheit nutzen, was dann unweigerlich zu Katzenbabys führen wird. Tun Sie also alles, um das zu verhindern. Die rollige Katze lockt den Kater nicht nur durch den Geruch, sondern wird auch lautstark miauen. Das Einzige, was Sie dann tun können, ist, die Tiere während dieser Zeit zu trennen.
  • Da das weibliche Tier etwas mehr Zuneigung während der Rolligkeit von Ihnen fordert, ist es ratsam, wenn Sie den Kater bei Freunden oder bekannten für diese Zeit unterbringen können. Geben Sie dem Tier sein Körbchen und sein Spielzeug mit und packen Sie auch genügend von seinem Futter ein, damit ihm die kurzfristige Umstellung etwas leichter fällt.

Die Katze vom Kater im gemeinsamen Haushalt trennen

  • Haben Sie keine Möglichkeit, den Kater während der Rolligkeit bei Freunden unterzubringen, dann müssen Sie die Tiere im Haus trennen, was nicht immer ganz einfach ist, da sich beide noch hören und natürlich auch riechen können.
  • Am besten geben Sie den Kater in ein Zimmer, wo er sich wohlfühlt und nicht zu viel alleine ist. Eine gute Alternative für die kurze Zeit ist vielleicht das Kinderzimmer oder auch die Küche, falls Sie diese Räume abschließen können. Hier muss der Kater dann auch Zugang zum Fressen und ein eigenes Katzenklo für diese Zeit haben.
  • Passen Sie immer gut auf, dass Sie die Türen hinter sich schließen und die Tiere während der Rolligkeit nicht zusammenkommen können. Die Tiere werden während dieser Zeit oft sehr schnell und erfinderisch, sodass einige sogar versuchen, die Türen selbst zu öffnen, indem sie an die Türklinken springen.

Eine Kastration hilft langfristig

Wenn Sie Ihre rollige Katze decken lassen, wird sie nach etwa 39 Tagen erneut rollig. Auch die Sterilisation, bei der nur die Eileiter durchtrennt werden, stoppt die Rolligkeit nicht und die Katzen plagen sich weiterhin mit der hormonellen Belastung. Auch aus Sicht des Tierschutzes ist die Kastration vorzuziehen.

  1. Suchen Sie, wenn Ihre Katze nicht mehr rollig ist, einen fachkundigen Tierarzt auf. Lassen Sie sich von ihm ausführlich über eine Kastration beraten. Bei diesem Eingriff entfernt der Arzt Ihrer Katze die Eierstöcke. Das ist die sicherste Variante, um die Rolligkeit auf Dauer und ohne Nebenwirkungen zu beenden. Damit tun Sie Ihrer Katze einen Gefallen und verhindern, dass sie dauerhaft rollig ist. Denn Dauerrolligkeit führt zu einer Gebärmutterentzündung und Zystenbildung. Katzen können ab einem Alter von sechs Monaten kastriert werden, auch ohne bereits rollig gewesen zu sein.
  2. Setzen Sie Ihre Katze am Tag des Eingriffs in eine ausreichend große Transportbox und gehen Sie mit ihr zum Tierarzt. Die Operation findet unter Vollnarkose statt und dauert etwa eine Stunde.
  3. Nach dem Eingriff ist das Tier noch etwas benommen. Lassen Sie sie auf einer weichen Decke, möglichst bodennah, in Ruhe schlafen und sich erholen.
  4. Beobachten Sie Ihre Katze und verhindern Sie, dass sie in diesem Zustand irgendwo hinaufspringt oder herunterkriecht. Sie darf auch nicht nach draußen, sondern muss in der Wohnung bleiben, wo Sie sich um sie kümmern können.
  5. Achten Sie darauf, dass sie die Fäden der Naht nicht aufknabbert. Tut sie es dennoch oder versucht es, passt ihr der Tierarzt einen Halskragen an. Der verhindert, dass Ihre Katze an der Wunde leckt und die Fäden aufbeißt. Als Alternative können Sie Ihr auch ein kleines, enges T-Shirt anziehen, das die Wunde verdeckt.
  6. Zehn Tage nach der Operation zieht der Arzt die Fäden und Ihre Katze kann ihr gewohntes Katzenleben fortsetzen - doch sie ist nie wieder rollig.

Weitere Autoren: Dana Kaule, Alexandra Muders

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