Raumfeuchtigkeit im Winter regulieren - so geht's

Die warme Heizungsluft im Winter bringt schnell einmal die Raumfeuchtigkeit aus dem Gleichgewicht. Die warme Heizungsluft im Winter bringt schnell einmal die Raumfeuchtigkeit aus dem Gleichgewicht.
Der Winter beginnt, die Temperaturen fallen in den Keller. Ohne Heizung wäre es vor dem Fernseher ziemlich ungemütlich, daher unternehmen Sie sicher etwas dagegen und drehen die Heizung ordentlich auf, damit es wieder kuschelig wird. Doch bald haben Sie mit Atem- und Schluckbeschwerden zu kämpfen oder entdecken Schimmelflecken an den Wänden. Schuld daran ist eine zu hohe oder zu niedrige Raumfeuchtigkeit im Winter. Um unangenehme Erscheinungen zu vermeiden, sollten Sie die Raumfeuchtigkeit im Winter entsprechend regulieren und für ein optimales Klima in Ihren Räumlichkeiten sorgen.
Christine Hügel
31.10.2010 Christine Hügel
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Luftbefeuchter/ Luftentfeuchter
  • regelmäßiges Lüften
  • Zimmerbrunnen
  • Wasserschalen an der Heizung

Das Verhalten von Bewohnern in ihren Wohnräumen weist im Winter immer wieder dieselben Fehler auf. In der Absicht, das Raumklima zu verbessern, wird das Fenster stundenlang gekippt oder Wäsche in der Wohnung getrocknet. Dann fragen sie sich, wieso sich an ihren Wänden Schimmel bildet oder sie mit kratzenden Schleimhäuten zu kämpfen haben. Der Grund dafür ist meist entweder eine zu hohe oder eine zu niedrige Raumfeuchtigkeit im Winter.

Doch wie hoch ist die ideale Luftfeuchtigkeit und was lässt die Raumfeuchtigkeit im Winter steigen oder sinken?

Wie Sie im Winter eine zu hohe Raumfeuchtigkeit regulieren können

  • Messen Sie zunächst die Raumfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Empfohlen ist eine Raumfeuchtigkeit von 40 bis 60% bei Raumtemperaturen über 20 Grad.
  • Lassen Sie die Fenster in den Wintermonaten nicht in der Kippstellung, sondern lüften Sie zwei bis drei Mal täglich 5 bis10 Minuten ordenlich durch, so dass sich die Raumluft erneuern kann, die Wände dabei jedoch nicht auskühlen.
  • Heizen Sie am besten alle Ihre Räume gleichmäßig auf mittlere Temperatur auf. Falls Sie dies nicht wünschen oder es nicht möglich ist, sollten Sie Räume, die nicht beheizt werden, geschlossen halten. So kann die hohe Raumfeuchtigkeit warmer Luft nicht an den kühleren Wänden kondensieren und zu Schäden führen.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche auf keinen Fall in der Wohnung und lüften Sie nach dem Dampfbügeln Ihrer Kleidung den Raum.
  • Dies sollten Sie auch immer nach dem Kochen oder Baden tun, damit der Wasserdampf schnell verschwindet und sich nicht an den Wänden absetzen kann.
  • In meeresnahen Gebieten wird die hohe Raumfeuchtigkeit richtig unangenehm und verursacht sogar rheumaartige Gliederschmerzen. Wenn Sie in einem solchen Gebiet wohnen, kaufen Sie am besten einen Luftentfeuchter, um die Raumfeuchtigkeit zu regulieren und ein gesundes Raumklima wieder herzustellen.

Wie Sie im Winter eine zu niedrige Raumfeuchtigkeit regulieren können

  • Gehören Sie auch zu denjenigen, die im Winter mehr als andere frieren und abends daher richtig warme Temperaturen benötigen? Sicher kämpfen Sie dann auch oft mit juckender Nase oder Schluckbeschwerden aufgrund der trockenen Heizungsluft.
  • Für sehr schwerwiegende Fälle empfiehlt sich der Kauf eines Luftbefeuchters, der dem Raum die fehlende Feuchtigkeit spendet. Achten Sie aber auf den regelmäßigen Austausch des Filters, sonst bilden sich Keime, die das Gerät dann in der ganzen Wohnung verteilt.
  • Wenn Sie auf ein angenehmes Ambiente in Ihren Wohnräumen Wert legen, kaufen Sie sich einen Zimmerbrunnen. Dieser sorgt nicht nur für eine höhere Raumfeuchtigkeit im Winter, sondern auch für eine ganzjährig entspannte Atmosphäre.
  • Schnelle und effektive Ergebnisse für besseres Durchatmen während der Nacht bringt ein befeuchtetes Handtuch, das Sie in der Nähe Ihrer Heizkörper anbringen. So erhöhen Sie die Raumfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung kostenlos und ohne Strom zu verbrauchen.
  • Für Heizkörper gibt es darüber hinaus spezielle Aufhängevorrichtungen für Wasserschalen. Hängen Sie diese an Ihre Heizung und füllen Sie die Schälchen regelmäßig mit Wasser. Der entweichende Wasserdampf sorgt dann für mehr Raumfeuchtigkeit.
  • Denken Sie daran: Öfter lüften bei zu wenig Raumfeuchtigkeit verstärkt den Effekt noch mehr, da kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann und somit trockener ist.
Diese Anleitung
Leser-Tipps (4) Ihren Tipp zur Anleitung schreiben
  • Michael Schendera | 03.08.2011, 11:27

    Ich hatte im Winter schon oft das Problem, dass die Fensterrahmen angefangen haben zu schimmeln, wenn die Heizung durchgehend gelaufen ist. Das Problem war, ich hab entweder zu wenig gelüftet oder nie die Heizung ausgeschalten beim Lüften. Das heißt also, regelmäßig (alle 2 Stunden) für 10 bis 15 Minuten die Fenster öffnen und die Heizungen ausschalten. Vor allem wenn sie nasse Wäsche in einem Raum aufgehängt haben besteht die große Gefahr dass sich Schimmel bildet, in dem Fall sollten sie die Heizung nicht so stark einschalten und womöglich noch öfter die Fenster öffnen. So wird auch die Wäsche schneller trocken.

  • Christian | 06.12.2011, 12:39

    Den letzten Punkt kann ich nicht ganz nachvollziehen. Heute z.B. ist es draussen recht kühl (~3° Celsius) und nach den aktuellen Wetterdaten haben wir draussen eine Luftfeuchtigkeit von über 80%... Wenn ich jetzt durchlüfte wird sich doch wohl die Luftfeuchtigkeit drinnen erhöhen! Das müsste sogar DIE Methode schlechthin sein, die trockene Luft loszuwerden. Wer einen Hygrometer hat, sollte das wirklich mal testen!

  • Alex | 06.02.2012, 19:04

    80% Luftfeuchtigkeit draußen bei -3C° bedeutet ca. 3 Gramm Wasser je qm. Bei 20°C sind das nur noch ca. 17% Luftfeuchtigkeit. Das Heißt, lüften unter 10°C Außentemperatur senkt immer die Luftfeuchtigkeit auf unter 50%, außer vielleicht bei extremen Nebel.

  • Alex | 06.02.2012, 19:04

    80% Luftfeuchtigkeit draußen bei -3C° bedeutet ca. 3 Gramm Wasser je qm. Bei 20°C sind das nur noch ca. 17% Luftfeuchtigkeit. Das Heißt, lüften unter 10°C Außentemperatur senkt immer die Luftfeuchtigkeit auf unter 50%, außer vielleicht bei extremen Nebel. http://www.bauweise.net/grundlagen/feuchte/feucht03.gif

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