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Onanie - Sexualaufklärung für Jugendliche richtig gemacht

Früher war Onanie ein absolutes Tabuthema. Dem ist heute zum Glück nicht mehr so. Einige Anregungen, wie Sie das Thema Selbstbefriedigung mit Ihrem Kind besprechen können, erhalten Sie hier.

Onanie gehört zur sexuellen Erfahrung dazu.
Onanie gehört zur sexuellen Erfahrung dazu.

Viele Mythen gibt es über Onanie, und nicht eine einzige von ihnen ist wahr. Wenn Fachleute von Onanie sprechen, meinen sie damit die Selbstbefriedigung bei Männern und Jungs, bei Mädchen und Frauen wird von Masturbation gesprochen. In unserer heutigen, aufgeklärten Zeit sollte nichts Verwerfliches mehr an der Selbstbefriedigung zu finden sein, und dennoch tun sich besonders Eltern häufig schwer damit, dieses Thema der Sexualität mit ihren jugendlichen Kindern zu besprechen.

Onanie mit Jugendlichen thematisieren - so geht's

  • Als Erstes sollten Sie sich klar machen, dass Ihr Kind im Teenageralter bereits aufgeklärter ist, als Sie vielleicht glauben. Im Zeitalter der Medien werden auch Informationen über Sex an Ihr Kind weitergegeben, z. B. durch TV, Internet und Zeitschriften. Sie können also davon ausgehen, dass Ihr Kind kein absolutes Neuland betritt, wenn Sie mit ihm über Sexualität sprechen möchten.
  • Seien Sie klar und sachlich. Verwenden Sie keine blumigen Umschreibungen. Nennen Sie die Dinge beim Namen. So lernt Ihr Kind einen normalen Umgang mit der Sprache bezüglich der Sexualität. 
  • Besonders das Thema Onanie ist heikel, weil vielleicht tief in Ihnen noch der Glaube herrscht, Selbstbefriedigung wäre etwas Unanständiges. Dabei ist Onanie nichts weiter, als eine Form von Sex. Eine Form von vielen. 
  • Sagen Sie Ihrem Teenager, dass es für Sie in Ordnung ist, wenn er/sie onaniert, dass Sie aber nicht unbedingt Zeuge davon sein möchten. So wie Sie seine/ihre Privatsphäre respektieren, so möchten Sie auch, dass Ihre beachtet wird. 
  • Onanie ist eine gute Möglichkeit, seinen Körper und seine eigenen Bedürfnisse kennenzulernen. Darauf hat auch Ihr Kind ein Recht. Häufig verwenden Jungs und Männer auch Hilfsmittel wie Pornofilme oder Sex-Zeitschriften. Das regt die Fantasie an und Jungs merken dadurch schnell, was sie sexuell erregt und was nicht.
  • Reden Sie mit Ihrem Sohn auch möglichst offen darüber, dass er sich für seine Fantasien nicht schämen muss. Die Vorstellungen, die er sich in seinem Kopf während der Selbstbefriedigung macht, haben zumeist nichts mit der Realität zu tun und bleiben deshalb auch nur in seinem Kopf. Wenn Ihr Sohn sich beispielsweise vorstellt, dass er eine Geliebte hat, die ihm all seine sexuellen Wünsche erfüllt, bedeutet das nicht, dass er von seiner realen Freundin ähnliches verlangen wird. Es handelt sich hierbei um pure Fantasie und dient nur der sexuellen Befriedigung in diesem Moment, in dem Ihr Sohn onaniert. Daran ist nichts Verbotenes oder Unnormales.
  • Besonders in der Pubertät, wo der Hormonhaushalt völlig verrückt spielt, onanieren Jugendliche häufig. Das ist auch nicht  schlimm, denn so baut Ihr Kind sexuelle Spannung ab und lernt seine eigene Sexualität kennen. Konfrontieren Sie Ihr Kind auf gar keinen Fall mit diesen Ammenmärchen, dass Selbstbefriedigung blind oder impotent macht. Das ist absoluter Unsinn und kann schlimmstenfalls zu einer sexuellen Störung führen. 
  • Wenn Sie mit Ihrem Teenager ein solches Gespräch führen möchten, aber merken, dass Ihr Sohn/Ihre Tochter noch nicht so weit scheint, oder sich unbehaglich fühlt, dann bestehen Sie nicht darauf. Bieten Sie ihm an, dass es jederzeit mit seinen Fragen zu Ihnen kommen kann. Das stärkt Ihr Vertrauensverhältnis.

Sicherlich ist es für Eltern immer ein seltsames Gefühl, mit dem eigenen Kind über Sex zu sprechen. Aber bitte bedenken Sie, dass eine gute Aufklärung der beste Schutz gegen die Gefahren ist, die die Sexualität mit sich bringt.

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