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Nandu - die Haltung gelingt so artgerecht

Nandus sind mit einer Größe von bis 1,50 m und einem Gewicht von bis 40 kg sehr imposante Laufvögel. Es versteht sich von selbst, dass eine artgerechte Haltung nicht ganz einfach ist. Die Anschaffung muss gut überlegt werden.

Schöne Vögel - aber die Haltung ist nicht leicht.
Schöne Vögel - aber die Haltung ist nicht leicht. © Hartmut910 / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Sehr viel Platz
  • Stall
  • Spezialfutter

Grundsätzliches zur Haltung von Nandus

Bevor Sie sich mit der Haltung von Nandus beschäftigen, sollten Sie sich bei den örtlichen Behörden erkundigen, ob Sie dies auch dürfen und welche regionalen Vorschriften es über die Haltung von großen Laufvögeln gibt.

  • Der Platzbedarf für Nandus ist enorm, als Mindestanforderung gelten 200 m2 für ein Paar, für jedes weitere Tier müssen Sie 50 m2 einplanen. Je mehr Platz Sie den Tieren einräumen können um so besser, denn die Vögel müssen laufen können, Nandus brauchen Bewegung.
  • Nandus stammen aus Südamerika und sind dem hiesigen Klima nicht angepasst, das macht die Haltung etwas kompliziert. Frost im Winter und längere Regenperioden machen einen großen Stall notwendig. Die Tiere müssen aber auch bei Regen oder Frost Auslauf haben, dabei müssen Sie darauf achten, dass der Boden nicht glatt wird, denn wenn Nandus ausgleiten, kann es zu Verletzungen kommen.

Gehege und Stall für die Straußenvögel

  • Der Stall muss nicht geheizt sein, wichtig ist, dass dieser mindestens 4 m2 pro Tier zur Verfügung stellt. Achten Sie auf Unterteilungen, denn im Stall ist es oft nötig, die Tiere zu trennen, weil diese dort aggressiver sein können. Die Abgrenzungen müssen mindestens eine Höhe von 1,20 m haben  Gewähren Sie den Tieren eine Deckenhöhe von mehr als 2,20 m, denn Nandus sind es nicht gewohnt, etwas über den Köpfen zu haben. Eine niedrige Decke wirkt bedrohlich auf Nandus. Außerdem sollte eine ausreichende Strohschüttung im Stall vorhanden sein.
  • Das Außengehege sollten Sie nicht unterteilen, denn die Nandus sollen und müssen sich darin frei bewegen können. Aber sorgen Sie für Unterstell- und Rückzugsmöglichkeiten. Auch das Format des Geheges muss so ausgelegt sein, dass die Tiere darin laufen können, das Gehege sollte nicht schmäler als 12 m sein. Der Boden muss so geartet sein, dass keine stauende Nässe entstehen kann. Sorgen Sie in dem Gehege für ein trockenes Sandbad, denn Nandus lieben es, täglich ein Sandbad zu nehmen.
  • Im Vergleich zu anderen Hühnern können Perlhühner sehr gut fliegen. Da die Tiere auch …

  • Bei der Einfriedung müssen Sie beachten, dass ein ausgewachsener Nandu fremden Menschen und auch Haustieren gegenüber zu einer Gefahr werden kann. Aus diesem Grund sollte der Zaun mindestens 1,50 m hoch sein und aus engem Maschendraht bestehen, durch den die Nandus nicht den Kopf stecken können.
  • Bei der Haltung in eckigen Gehegen müssen Sie rechtwinklige Ecken vermeiden, weil die Tiere damit nicht zurechtkommen. Brechen Sie als solche Ecken, in dem Sie mit dem Zaun den Winkel abschneiden. Da die Haltung von Nandus eine große Anziehungskraft auf die Menschen in der Umgebung ausübt, sollten Sie einen doppelten Zaun um das Gehege ziehen, um auszuschließen, dass Passanten von den Tieren gehackt werden und dass diese Ihre Nandus füttern.

Vorsicht: Nandus picken fast alles, auf was im Gehege liegt. Unverdauliches kann dabei zu schweren Krankheiten führen. Daher ist es wichtig, dass niemand etwas in das Gehege werfen kann.

Tipps zur Haltung der Nandus

  • Füttern Sie die Nandus nicht einfach mit herkömmlichem Geflügelfutter, besonders wenn Sie Küken aufziehen, ist normales Hühnerfutter nicht geeignet. Die großen Vögel wachsen anders heran als Haushühner, ein zu schneller Wuchs durch falsches Futter kann zu Knochenschäden führen. Ernähren Sie die Vögel mit entsprechendem Spezialfutter, dass es im Handel gibt.
  • Halten Sie Nandus nie einzeln, es sie denn, dass dies kurzfristig während der Brutzeit bei den Hähnen nötig ist. Während der Brutzeit vertragen sich die Hähne nicht, das muss bei der Haltung berücksichtigt werden. Nutzen Sie in dem Fall ein Gehege für mehrere Hähne im Timesharing-Verfahren.
  • Sperren Sie die Nandus nur ein, wenn die Witterung dies erforderlich macht. Auch bei kaltem und nassem Wetter sollen die Tiere zumindest für Stunden ins Freie, in der Zeit reinigen Sie den Stall gründlich.
  • Untersuchen Sie die Tiere täglich auf gesundheitliche Probleme, dazu gehört, dass Sie auf Bewegungsauffälligkeiten achten, die auf Schmerzen hindeuten können und die auf die Kotabgabe. Zu fester oder zu harter Kot, aber auch das Fehlen von Kot sind Alarmzeichen. Rufen Sie sofort einen Tierarzt. Besonders fehlender Kot ist oft ein Zeichen, dass die Tiere etwas Unverdauliches geschluckt haben.
  • Dokumentieren Sie die Herkunft der Tiere, die Impfungen und alle Krankheiten sorgfältig.

Die Haltung von Nandus ist also nicht ganz unproblematisch und sollte gut überlegt werden.

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