Die Wahl der richtigen Berufe

Auch mit einem Sonderschulabschluss steht Ihnen die Berufswelt offen. Obwohl der negative Beigeschmack dieser Abschlussbezeichnung überaus präsent ist, verfügen Sie nicht über weniger Intelligenz, wie ein Haupt- oder Realschüler. Häufig fehlte Ihnen während Ihrer Schulausbildung eine gezielte Förderung oder Lerndefizite wurden zu spät erkannt. Die Berufswahl mit einem Sonderschulabschluss beinhaltet, dass Sie Berufe, die Ihr Lerndefizit aufgreifen, vermeiden.

  • Das Handwerk bietet Ihnen mit einem Sonderschulabschluss diverse Möglichkeiten. Viele Handwerksbetriebe bilden Sonderschüler aus. Dies liegt vor allem daran, dass Förderschulen bereits während der Schulzeit die handwerkliche Begabung der Schüler fördern.
  • Auch in der Kindererziehung und in der Pflege Branche können Sie mit einem Sonderschulabschluss eine Ausbildungsstelle und später einen festen Arbeitsplatz erhalten.
  • Wenn Sie an Ihren Defiziten arbeiten möchten, stellt Ihnen die Arbeitsagentur diverse Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Die Weiterbildungen beinhalten betriebliche Praktika sowie Schulungen, um eine eventuell bestehende Lese- oder Rechtsschreibschwäche zu beheben.
  • Im Garten- und Landschaftsbau sind Sie nach einer Förderschullaufbahn ein sehr beliebter Arbeiter. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und bietet Ihnen die Möglichkeit, auf der Karriereleiter hinaufzusteigen. 

Den Sonderschulabschluss als Chance nutzen

Zugegeben, die weitläufige Meinung über einen Sonderschulabschluss ist nicht von positiver Natur. Dennoch haben Sie einen enormen Vorteil gegenüber zahlreichen Mitmenschen: Sie besitzen einen gültigen Schulabschluss und können Ihr Leben selbst gestalten. Mit ein wenig Elan und Einfallsreichtum finden Sie nicht nur Ihren Traumjob, sondern sehen Chancen, die Sie nie zu finden glaubten.

  • Bewerben Sie sich in Handwerksbetrieben und auf anderen Arbeitsplätzen möglichst persönlich. Durch eine persönlich eingereichte Bewerbung können Sie nicht nur ein positives Bild von sich hinterlassen, sondern den Personalleiter direkt von sich überzeugen.
  • Bieten Sie Ihre Arbeitskraft im Rahmen eines Praktikums an. Überzeugen Sie mit motivierter Arbeit, anstatt sich auf die geschriebene Bewerbung zu verlassen.
  • Gerade bei Handwerksberufen ist es sinnvoll, wenn Sie bereits Erfahrungen vorweisen können. Suchen Sie sich daher so viele Praktikumsplätze, wie möglich und lassen Sie sich Ihr Praktikum bescheinigen.
  • Wo lagen Ihre größten Schwierigkeiten während Ihrer Schulzeit? Häufig ist es einfacher, in kleineren Lerngruppen Defizite aufzuarbeiten. Zudem kann ein größerer Lernerfolg erzielt werden, wenn die Pubertät abgeschlossen ist. Wenden Sie sich an das Arbeitsamt und lassen Sie sich in Bezug auf Weiterbildungen und Arbeitsgruppen beraten.
  • Kurse an der Volkshochschule werten einen Lebenslauf ebenfalls auf. Auch an Volkshochschulen werden immer wieder Deutschkurse angeboten.
  • Sollten Sie große Probleme mit der deutschen Rechtschreibung oder dem Lesen und Verstehen von Texten haben, ist es ratsam, dass Sie sich an Fachgruppen wenden. Diese helfen beispielsweise Analphabeten bei der Bewältigung ihrer Leseschwäche. Da in diesen Gruppen ausschließlich Personen mit denselben Defiziten sind, können Sie wesentlich befreiter arbeiten.

Sie sehen, auch ein Sonderschulabschluss ist kein Hindernis, um gute und zukunftsträchtige Berufe zu erlernen. Auch für Sie gilt, dass Sie einen Beruf lernen sollten, der Ihnen liegt. Gerade wenn Sie handwerklich begabt oder sehr einfühlsam sind, stehen Ihnen viele Möglichkeiten in der Berufswelt offen. Sie müssen nur aktiv werden und die sich Ihnen bietenden Chancen nutzen.