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Mit Furnierholz basteln - so veredeln Sie eine hölzerne Weinkiste

Durch Bekleben mit Furnierholz bekommen einfache Holzoberflächen einen edlen Look. Eine Weinkiste mit Deckel aus Weichholz wird so zum Beispiel zu einem Schatzkästchen, welches auf den ersten Blick wie aus Edelholz gezimmert aussieht.

Mit Furnier lässt sich aus dieser Weinkiste etwas Besonderes machen.
Mit Furnier lässt sich aus dieser Weinkiste etwas Besonderes machen.

Was Sie benötigen:

  • Hölzerne Weinkiste
  • Furnierholzbögen
  • Holzleim
  • Schaumstoffrolle
  • Schmirgelpapier
  • Cutter-Messer (Teppichmesser)
  • Bleistift
  • Lineal
  • Bügeleisen

Es ist nichts Neues, dass einfache Hölzer durch Bekleben mit Furnierholz auf hochwertig getrimmt werden. Im Möbelbau war und ist dies gängige Praxis. Da im Normalfall nur die außen sichtbaren Bereiche furniert werden, offenbart ein Blick ins Innere oder auf die Rück- oder Unterseite eines Möbels die tatsächlichen Gegebenheiten. Furnieren hat nichts mit Betrug zu tun, sondern ist eine weitverbreitete Möglichkeit, günstigen Hölzern ein edleres Aussehen zu verschaffen. Das Furnieren von ganzen Möbelstücken ist eine Herausforderung, für die Sie jahrelange Erfahrung benötigen. Kleinere, ebene Flächen mit Furnierholz zu bekleben ist hingegen nicht allzu schwierig.

Kiste und Furnierholz vorbereiten

Besorgen Sie sich eine hölzerne Weinkiste mit Deckel und statt sie anzumalen, veredeln Sie sie mit einem Furnierholz Ihrer Wahl.

  • Die äußeren Oberflächen der Kiste müssen trocken und staubfrei sein. Splitter oder Unebenheiten gleichen Sie durch Schleifen aus und stauben das Holz dann sorgfältig ab.
  • Je größer die Furnierholz-Bögen sind, desto einfacher haben Sie es. Legen Sie die Bögen testweise an und überprüfen Sie deren Maserungsverlauf. Am natürlichsten wirkt die furnierte Kiste, wenn die Maserung des Furniers auf allen Seiten in die gleiche Richtung verläuft.
  • Furnier ist sehr spröde und dünn und neigt dazu zu brechen. Behandeln Sie es mit Sorgfalt und bereiten Sie die benötigten Bögen vor, indem Sie die Maße der Kiste grob übertragen und mithilfe einer großen Schere zuschneiden. Es ist wichtig, dass die zugeschnittenen Blätter größer sind, als die zu beklebenden Flächen. Alle vier Seiten sollten einige Zentimeter überstehen. Bitte versuchen Sie nicht, das Furnier exakt zuzuschneiden. Das geht in den meisten Fällen schief.
  • Beginnen Sie mit dem Deckel, denn dieser ist am einfachsten zu bekleben. Bestreichen Sie die Oberseite des Deckels mit Holzleim und verteilen Sie diesen vollflächig mit dem Schaumstoffroller. Das Gleiche machen Sie mit dem passenden Furnierholz-Bogen. Warten Sie zwei bis drei Minuten und heizen Sie in der Zwischenzeit das Bügeleisen auf mittlere Hitze auf. Handelt es sich um ein Dampfbügeleisen, stellen Sie sicher, dass sich kein Wasser darin befindet.

Furnier aufkleben und fixieren

  1. Ist der Holzleim leicht angetrocknet, legen Sie das Furnierblatt auf ohne es festzudrücken. Es sollte an allen vier Seiten 3-4 Zentimeter überstehen. 
  2. Richten Sie es aus und achten Sie darauf, dass die Maserung parallel zur Kante verläuft.
  3. Dann bügeln Sie von innen nach außen mit festem Druck das Blatt fest. 
  4. Bilden sich Blasen, drücken Sie diese immer wieder mit einer Streichbewegung aus, bis sie verschwinden. Bitte achten Sie darauf, dass die Hitze nicht zu groß ist und das Furnier verkohlt.

Überstehende Kanten abbrechen

  1. Legen Sie den bezogenen Kisten-Deckel an die Kante Ihrer Arbeitsfläche und bügeln Sie die vier überstehenden Seiten des Furnier-Bogens senkrecht nach unten. Dazu drücken Sie die Sohle des Bügeleisens schräg auf die Kante und fahren einige Male hin und her.
  2. Nun nehmen Sie das Teppichmesser zur Hand und schneiden zwei der überstehenden Kanten alle 2-3 Zentimeter in Maserrichtung komplett bis zum Holz ein. Die beiden anderen Kanten können Sie nicht einschneiden, da Sie die Schnitte gegen die Maserung vornehmen müssten und das führt zum Splittern.
  3. Damit das Furnier an den Kanten dünn genug zum Abbrechen wird, fahren Sie mit dem Schmirgelpapier mehrere Male die Kante entlang. 
  4. Dann versuchen Sie, die eingeschnittenen Furnierstücke vorsichtig abzubrechen. Reißen Sie nicht, sondern schmirgeln Sie besser nochmals nach, dann lösen die Teile sich fast wie von selbst. Die beiden nicht eingeschnittenen Seiten brechen Sie am Stück ab. Geht es nicht auf Anhieb, schmirgeln Sie die Kanten einfach nochmals dünner.
  5. Furnier-Reste, die noch an den Kanten kleben, können Sie vorsichtig mit dem Teppichmesser abschneiden oder abschleifen.
  6. Dann bügeln Sie das Furnier nochmals glatt. Löst es sich an der Kante, leimen Sie es nochmals nach.

Hat das Furnieren des Deckels gut geklappt, können Sie sich den vier Außenseiten der Kiste widmen. Nehmen Sie sich immer nur eine Seite vor und versuchen Sie nicht, alle Seiten in einem Arbeitsgang zu furnieren.

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