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Kadenz in der Musik - ein Fachbegriff einfach erklärt

Der Fachbegriff Kadenz wird in der Musik auf zweierlei Weise verwendet: einerseits in der Harmonielehre, aber auch als Teil bei einem Instrumentalkonzert.

Kadenz beschreibt die Abfolge von Akkorden.
Kadenz beschreibt die Abfolge von Akkorden.

Die Kadenz in der Harmonielehre - die Musik geht auf eine Reise 

  • Das Wort Kadenz wird von dem lateinischen Wort cadere = fallen abgeleitet. Es handelt sich also um eine Abfolge von Akkorden, die von einer Tonart in die andere fallen.
  • Die Kadenz beginnt immer in der sogenannten Grundtonart. Bei C-Dur ist dies C-Dur und bei G-Dur handelt es sich um G-Dur und so weiter. Die Grundtonart bestimmt also den Ausgangspunkt, von dem die harmonische Reise startet.
  • In der Musikgeschichte haben sich jede Menge unterschiedliche Kadenzen entwickelt. Die wichtigste ist aber die „Vollkadenz“.
  • In der Regel beginnt diese, wie schon erwähnt, in der Grundtonart- in unserm Beispiel C- Dur. Dann geht die harmonische Reise vier Stufen oder Töne nach oben und landetet bei F-Dur. Dies ist aber nur eine Zwischenstation. Dort angekommen, wandert sie einen weiteren Schritt nach oben, landet bei G-Dur und kehrt von dort in die Grundtonart zurück. 
  • Schon von Johann Sebastian Bach bis Beethoven hielten sich die Komponisten an die Regel, dass ein Musikstück immer mithilfe einer Kadenz in die Grundtonart zurückgeführt wird.
  • Die Komponisten Schubert, Brahms, Schumann und vor allen Dingen Richard Wagner in seinem „Tristan“ gingen harmonisch neue und teilweise sehr komplexe Wege. 

Die Kadenz im Instrumentalkonzert - die Musik kann sich frei entfalten

  • In der Instrumentalmusik finden Sie die Kadenzen in der Regel in den Solokonzerten. Hier trägt der Solist eine Zeit lang allein seinen Part vor, bevor das Orchester dann wieder einsetzt und ihn dann weiter begleitet.
  • Zur Zeit von Mozart war es üblich, dass der Solist diesen Part des Konzerts frei gestaltete, indem er die Kadenz improvisierte. Die Solisten der damaligen Zeit mussten also nicht nur nach Noten spielen, sie mussten auch zeigen, dass sie das freie Spiel beherrschten.
  • Trotzdem gab es natürlich für dieses freie Spiel auch Regeln. Das freie Spiel sollte den Charakter des Werkes widerspiegeln und mindestens das musikalische Hauptthema aufgreifen, und natürlich musste es am Ende wieder in die Grundtonart zurückfallen.
  • Mozart entlastete den Solisten von dem spontanen, improvisieren Part des Konzertes, indem er diesen Part für seine Klavierkonzerte mitkomponierte. Dieser Brauch schien Beethoven zu gefallen, denn er komponierte ebenfalls Kadenzen für seine 5 Klavierkonzerte.
  • Namenhafte Solisten komponierten im Nachhinein bekannte Solopassagen für große Konzerte. So komponierte zum Beispiel der Geiger Fritz Kreisler eine Kadenz für das Violinkonzert von Beethoven und Joseph Joachim eine für das von Brahms. Auf diese greifen die großen Virtuosen unserer Tage immer wieder zurück
  • Aus diesem Grund wird heutzutage in den klassischen Konzerten nur noch selten improvisiert. Erst die Jazzmusik entdeckte diese Kunst wieder neu und praktiziert sie immer wieder mit großer Begeisterung.
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