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Haben Pflanzen Schmerzen? - Dies verursacht ihre Reaktionen

Ob Pflanzen Schmerzen empfinden können, darüber sind sich auch Experten nicht einig. Schließlich können Pflanzen sich nicht äußern. Konservative Biologen versichern, dass sie keine derartigen Empfindungen haben, Querdenker sehen das jedoch anders.

Klebefallen zum Beutefang - Beispiel für die Intelligenz der Pflanzen?
Klebefallen zum Beutefang - Beispiel für die Intelligenz der Pflanzen?

Schmerzen beim Absägen der Äste

Obwohl Biologen versichern, dass Pflanzen keine Schmerzen verspüren, da sie keine Nervenbahnen, sondern nur sogenannte Reflexbahnen haben, entbrennen immer wieder hitzige Diskussionen.

  • Um es vorwegzunehmen, nach heutigem Stand der Wissenschaft können Pflanzen keine Schmerzen haben. Doch die Begründung der Biologen ist deshalb nicht zwangsläufig unwiderlegbar.
  • Die Wissenschaftler sagen, der Grund für die nicht vorhandene Schmerzunempfindlichkeit sei, dass Pflanzen keine Nerven und Schmerzrezeptoren haben, wie Menschen und Tiere. Dennoch ist es theoretisch denkbar, dass sie auf eine noch unerkannte Weise Schmerzen fühlen.
  • Es gibt diverse Reaktionen, die Pflanzen auf Umwelteinflüsse und Verletzungen zeigen. Einige sind den Reaktionen des menschlichen Körpers auf Verletzungen erstaunlich ähnlich.
  • Sobald Sie bei einem Baum einen Ast absägen, läuft aus der Schnittwunde der Lebenssaft des Baumes aus, ähnlich wie beim Menschen. Gleichzeitig beginnt damit der Verschließungsprozess der offenen Stelle. Es bildet sich ein dünner Schutzfilm, der ein weiteres Auslaufen der Flüssigkeit verhindert und den Baum vor dem Eindringen von Schädlingen schützt.
  • Viele Pflanzen reagieren auf Berührungen und andere Umwelteinflüsse. So beispielsweise die fleischfressenden Pflanzen, die sich durch diese Fähigkeit ernähren und die Mimosen, die sich zu schützen scheinen.
  • Pflanzen reagieren auch auf Licht und Dunkelheit. Die meisten Blumen schließen ihre Blüten bei Einbruch der Nacht und öffnen sie mit beginnendem Tageslicht erneut. Bei anderen ist es genau umgekehrt.
  • Gleiches ist bei Unwettern zu beobachten. Zudem werden bereits schwache Pflanzenteile dann schneller abgestoßen, um das Überleben zu sichern.
  • Wird ein Baum oder Strauch durch äußere Einflüsse aus seiner Balance gebracht, wird er unterirdisch neue Wurzeln bilden, die ihn besser halten. Außerdem bildet er neue Äste, die seine Krone im Gleichgewicht halten.
  • Schneiden Sie die oberste Spitze eines Baumes heraus, um ihn zu kürzen, ist er ebenfalls aus der Balance gebracht. Zudem ist er von oben betrachtet schutzlos offen. Deshalb haben viele Bäume die Fähigkeit innerhalb kürzester Zeit eine neue Baumkronenspitze zu bilden.

Fleischfressende Pflanzen haben Fallen

Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Fähigkeit einiger Pflanzen, sich auch von Fleisch ernähren zu müssen oder zu können. Sie kennen sicherlich Wasserpflanzen. Außerdem gibt es Pflanzen, die auf oder zwischen Steinen leben oder im heißen Wüstensand überleben können. Zudem gibt es die fleischfressenden Pflanzen mit sehr interessanten Reaktionen. Sie werden nach der Art, wie sie ihre Beute fangen, eingruppiert. Dabei empfinden aber nicht die Pflanzen, sondern vermutlich die Opfer Schmerzen. 

  • Klebefallen: Der Sonnentau gehört bekanntesten Pflanzen, die Klebefallen haben. Insekten und andere kleine Tierchen bleiben auf der Suche nach Nahrung an den langen, klebrigen und haarigen Blättern hängen. Dann werden die Opfer förmlich eingerollt und von der Pflanze über das klebrige Blatt absorbiert. 
  • Klappfallen: Zu dieser Gruppe gehören die Venusfliegenfalle sowie die Wasserfalle. Die Venusfallen haben große Blätter mit einem fransenartigen Rand. Die Blätter liegen oder hängen aufgeklappt. Sobald sich ein Insekt auf ein Blatt setzt, reagieren die Nerven der Pflanze, die in den Blatthärchen beginnen. Das Blatt klappt schnell zu und das, was aussieht wie Fransen, schließt sich wie ein fester Reißverschluss um die geschlossenen Blattränder. Das Opfer hat keine Chance. Die Wasserfalle arbeitet ähnlich, hat aber sehr kleine Blätter und lässt diese locker vom Uferrand aus bis kurz übers Wasser hängen. Sobald sich ein Wasserfloh oder andere kleine Insekten an den hängenden Pflanzenteilen niederlassen, schließt sich die Falle.
  • Saugfallen: Diese können nur mithilfe von Unterdruck funktionieren. Den Unterdruck baut die Pflanze selbst auf und saugt im Wasser kleine Insekten, Plankton und Wasser an. Die einzig bekannte Pflanze, die auf diese Weise jagt, wird Wasserschlauch genannt.
  • Fallgrubenpflanzen: Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist wohl die Kannenpflanze mit einem Kelch, der sich für die Insekten als Fallgrube herausstellt.
  • Reusenfallen: Auch die Pflanzen mit Reusenfallen gehören zur Familie der Wasserschlauchgewächse. Sie haben eine komplizierte Technik, um sich mit Fleisch zu versorgen. Da es bislang nicht eindeutig erforscht ist, werden vermutlich Lockstoffe entwickelt und über unterirdische Blätter, die wie Wurzelausläufer aussehen, ausgeschieden. Dabei lockt die Pflanze kleinste Tiere wie Fadenwürmer oder Wimpertierchen an.

Schmerzen - ja oder nein

All die oben genannten Fangmethoden, die fleischfressende Pflanzen haben, lassen auf ein sensibles Nervensystem schließen, das auf Berührung reagiert. Vielleicht ein Zeichen für die Fähigkeit, Schmerzen zu empfinden?

  • Biologen behaupten, dass es sich um Reflexbahnen handelt. Nervenbahnen, wie sie bei Lebewesen vorkommen, sind jedoch ebenfalls eine Art von Reflexbahnen.
  • Die Wissenschaftler schließen Schmerzen bei Pflanzen dennoch aus, da ihnen ein Gehirn fehlt. Doch können Emotionen wirklich nur mit einem Gehirn wahrgenommen werden?
  • Das würde bedeuten, dass jemand, der im Koma liegt, gar keine Schmerzen mehr empfindet, da sein Gehirn ausgeschaltet wurde. Richtig ist, dass das Koma bei schweren Verletzungen für ausreichend Ruhe sorgt, sodass der Körper sich erholen kann. Das spricht für die Begründung der Wissenschaftler.
  • Sie können die Reflexbahnen bei fleischfressenden Pflanzen zum Beispiel mithilfe eines Grashalmes testen. Sobald der Grashalm die offenen Blätter einer Venusfliegenfalle berührt, schließt die Pflanze die Blätter blitzschnell.
  • Es ist also ein Reflex. Daraus könnte man ableiten, dass die Pflanzen doch etwas fühlen und deshalb auch Schmerzen empfinden. Doch dann müsste jeder Grashalm beim Rasenmähen schreien und jede Hecke sich beim Rückschnitt vor Schmerzen krümmen. 
  • Auch wenn sie nicht schreien, reagieren sowohl das Gras als auch die Hecke auf Rückschnitt, denn beide wappnen sich scheinbar: Sie wachsen stärker und kräftiger nach.

Vielleicht haben Pflanzen ein Schmerzempfinden und äußern sich sogar. Es kann nicht zu 100 Prozent widerlegt werden. Zum heutigen Stand der Wissenschaft ist die Wahrscheinlichkeit bei null. Dennoch ist es möglich, dass die Gefühlswelt der Pflanzen einfach noch ein unerforschtes Gebiet ist.

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