Alle Kategorien
Suche

Gesetzliche Garantie für Elektrogeräte - daran sollten Sie denken

Elektrogeräte machen Freude, solange sie funktionieren. Sind sie fehlerhaft, prüfen Sie, inwieweit die gesetzliche Garantie oder eine Herstellergarantie Ansprüche zu Ihren Gunsten begründen.

Fehlerfreiheit ist Bestandteil eines Kaufvertrages.
Fehlerfreiheit ist Bestandteil eines Kaufvertrages.

Was Sie benötigen:

  • Kaufbeleg
  • Garantieurkunde

Wenn Sie Elektrogeräte kaufen, muss Ihnen der Verkäufer zwei Jahre lang gewährleisten, dass die Geräte ordnungsgemäß zu benutzen sind. Treten Probleme auf, haben Sie unterschiedliche Rechte, die Sie in einer bestimmten Reihenfolge wahrnehmen müssen. Mangelfreie Geräte, die Ihnen einfach nicht gefallen, begründen keine gesetzliche Garantie. Im Gesetz gibt es den Ausdruck "gesetzliche Garantie" allerdings nicht. Das Gesetz spricht von "Gewährleistung". Eine Garantie ist hingegen eine freiwillige Leistung der Verkäuferseite, die meist über die reine gesetzliche Gewährleistung hinausgeht.

Elektrogeräte gleich nach Kauf prüfen

  • Sie sind in einer optimalen rechtlichen Position, wenn der Fehler innerhalb von sechs Monaten nach dem Kaufabschluss auftritt. In diesem Fall wird vom Gesetz her vermutet, dass das Elektrogerät bereits fehlerhaft war, als es Ihnen übergeben wurde.
  • Sie müssen den Fehler also nicht beweisen. Es ist vielmehr Sache des Verkäufers, Ihnen nachzuweisen, dass er Ihnen ein fehlerfreies Gerät verkauft hat und Sie Ihrerseits den Fehler verursacht haben.
  • Sie sollten das Gerät also gleich nach dem Kauf überprüfen und immer den Kaufbeleg aufbewahren.
  • Tritt der Fehler nach Ablauf der sechs Monate auf, dreht sich die Beweislast zu Ihren Lasten um. Jetzt müssen Sie dem Verkäufer gegenüber beweisen, dass der Fehler bei Vertragsabschluss vorhanden gewesen war. Sind Sie dazu nicht in der Lage, werden Sie Ihren Anspruch oft nur mit Schwierigkeiten durchsetzen können.

Gesetzliche Garantie begründet Gewährleistungsansprüche

  • Ihre Gewährleistungsansprüche bestehen darin, dass Sie den Verkäufer auffordern, den Fehler zu beseitigen oder, falls dies nicht möglich ist oder der Verkäufer daran kein Interesse hat, Ihnen ein fehlerfreies Ersatzgerät zur Verfügung zu stellen.
  • Scheitert diese Nacherfüllung, dürfen Sie den Kaufpreis um den Betrag mindern, um den das Gerät in seinem Wert fehlerbedingt entwertet wurde.
  • Ist das Gerät jedoch defekt, nutzt Ihnen die Minderung nichts. Sie brauchen ein funktionierendes Gerät. Sie können dann vom Kaufvertrag zurücktreten, also das Gerät dem Verkäufer überbringen und den Kaufpreis zurückfordern. Weigert sich der Verkäufer das Gerät zurückzunehmen und Ihnen den Kaufpreis zu erstatten, müssen Sie ihn wohl oder übel verklagen.
  • Die gesetzliche Garantie wird gerade für Elektrogeräte oft um eine Herstellergarantie erweitert. Eine solche Garantie ist die freiwillige Verpflichtung des Herstellers oder des Verkäufers, die zeitlich meist über die normale gesetzliche Garantie hinausgeht.

Herstellergarantie kann Vorteile bringen

  • Mit der Beschaffenheitsgarantie verspricht der Hersteller eine bestimmte Beschaffenheit und Fehlerfreiheit zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Mit einer Haltbarkeitsgarantie sichert der Hersteller zu, dass Elektrogeräte für einen bestimmten Zeitraum funktionsfähig bleiben.
  • Gemäß § 477 BGB muss eine solche Garantieerklärung einfach und verständlich abgefasst sein. Insbesondere muss Sie der Hersteller über Ihre Rechte aus dieser Garantieerklärung aufklären. Er muss Sie darauf hinweisen, dass die gesetzliche Garantie dadurch nicht eingeschränkt wird.
  • Ferner sind alle wesentlichen Angaben zu machen, die Sie benötigen, um eine Garantieforderung geltend zu machen. Sie haben Anspruch darauf, dass die Garantieerklärung schriftlich erteilt wird.
  • Wenn der Garantiefall dann eintritt, müssen Sie prüfen, ob Sie die gesetzliche Garantie für Elektrogeräte oder die Herstellergarantie in Anspruch nehmen. Entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem der Fehler in Erscheinung tritt.
  • Erweist sich das Elektrogerät in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf als fehlerhaft, sollten Sie die gesetzliche Garantie auf Gewährleistung in Anspruch nehmen. Denn dann müssen Sie nicht beweisen, dass der Fehler bereits am Tag des Kaufvertrages vorhanden war. Tritt der Fehler erst nach sechs Monaten auf, kann es einfacher sein, den Hersteller in die Verantwortung einzubeziehen. Vor allem verjähren die Herstellergarantien meist erst nach drei Jahren.
Teilen: