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Gebärdensprache lernen - die Grundlagen

Für Eltern, Angehörige und Freunde von Gehörlosen ist es eine Notwendigkeit die Gebärdensprache zu erlernen, um sich mit dem Gehörlosen zu verständigen. Doch auch für hörende Menschen kann es eine lohnende Erfahrung sein, sich mit der Gebärdensprache auseinanderzusetzen. Dabei kann man erleben, wie schwierig es ist, seine eigene Mimik unter Kontrolle zu bekommen und mit den entsprechenden Gesten und oft auch dem Mundbild zu koordinieren und wie detailliert und einfach man sich doch verständigen kann, ohne sich zu hören.

Die Grundlagen der Gebärdensprache lernt man kinderleicht.
Die Grundlagen der Gebärdensprache lernt man kinderleicht.

Was Sie benötigen:

  • ein VHS-Kurs
  • die eigenen Hände
  • Kontrolle über die eigene Mimik
  1. Das erste, was Sie sich zum Erlernen der Gebärdensprache aneignen sollten, ist das Fingeralphabet. Sich nur damit zu verständigen ist natürlich viel zu umständlich, aber mit den einzelnen Buchstaben kann man alle Wörter der gesprochenen Sprache bilden. Das Fingeralphabet können Sie ganz leicht im Internet finden.
  2. Wichtig bei der Gebärdensprache ist die Unterscheidung von Gesten mit und ohne Mundbild. Das bedeutet, dass es einige Zeichen gibt, bei denen man gleichzeitig das Wort auch mit dem Mund formt. Gebärden mit Mundbild sind zum Beispiel „Auto“, „Tisch“, „Haus“ und „Nein“ (Den Zeigefinger nach vorne bewegen, wie bei einem Tadel) und „Ja“ (Die Hand mit kleinem Finger und Daumen abgespreizt, die übrigen Finger an die Hand angelegt).
  3. Die Grammatik ist in der Gebärdensprache stark vereinfacht, immer in der Reihenfolge Subjekt, Objekt, Verb. Also zum Beispiel „Ich Tisch schieben“ für „Ich schiebe den Tisch“. Die Zeiten werden durch die Gebärden für gestern, vorgestern, heute, etc. unterschieden.
  4. Ein Fragewort wird immer ans Ende des Satzes gestellt, also „Name, Was?“. Durch die Mimik, bei der es für einen nicht-Gehörlosen gar nicht so einfach ist, diese unter Kontrolle zu halten, drückt man aus, ob man das Gesagte für positiv oder negativ hält, ob es sich um eine Frage handelt, einen Aussagesatz oder einen Befehl:
  5. Kopfnicken + Augenbrauen hoch = postiv
    Kopfschütteln + Augenbrauen runter = negativ
    Kopf nach Vorne + Augenbrauen hoch = Frage
    normaler Gesichtsausdruck = Aussagesatz
    Augenbrauen zusammen + Kopf ruckartig nach vorne = Befehl.
  6. Was nicht ganz so einfach ist, ist die Verneinung von Verben. Dabei bleibt die Geste die selbe, nur wird sie in Form eines Alphas ausgeführt.
  7. Damit Sie den eigenen Namen nicht immer per Fingeralphabet bilden müssen, sucht man sich für den eigenen Namen eine Geste aus, die eine charakteristische Eigenschaft des eigenen Charakters beschreibt. Diese gilt dann für den eigenen Namen.
  8. Die Zahlen werden bis zehn ganz normal mit den Fingern gezählt, bei den Zehnerzahlen werden die Zahlen mit einer drehenden Handbewegung nach vorne gezeigt, für die übrigen höheren Zahlen gibt es bestimmte Schüttelbewegungen der Hand.
  9. Um die Grundlagen der Gebärdensprache zu erlernen, eignet sich hervorragend ein Volkshochschulkurs. Bei diesemerhalten Sie  auch genügend Arbeitsblätter, auf denen Sie die gelernten Inhalte nochmals nachschauen können.

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