Farben für Wohnräume richtig aussuchen - so wird´s gemütlich

Individuelle Wohnraumgestaltung durch kreative  Farbgebung. Individuelle Wohnraumgestaltung durch kreative Farbgebung.
Stellen Sie sich mal vor: Sie machen einen Ausflug in die Natur - Blumen, Bäume und Sträucher sind farblos, auch der Himmel über Ihnen und der Boden unter Ihren Füßen haben keine Farbe - geht nicht! Zur Natur gehören bunte Farben - Farben gehören zu unserem Leben. Auch unsere Wohnräume brauchen Farben. Hier verbreiten und beeinflussen sie Stimmungen, erwecken Assoziationen und Gefühle. Leben in einem farblosen Raum ist trist und trostlos.
Gudrun Hutzler
02.09.2011 Gudrun Hutzler

Farben haben mit Abstand den größten Einfluss auf die Wirkung eines Wohnraumes, aber es gilt auch andere Aspekte nicht außer Acht zu lassen, damit die Farben für Ihren Wohnraum optimal zur Geltung kommen.

Nicht nur Farben bestimmen die Optik des Raumes

  • Die Größe Ihres Raumes entscheidet darüber, wie kräftig die Farben hierfür sein sollen - kleine Räume wirken durch einen farbstarken Anstrich sehr schnell erdrückend.
  • Ein weiteres Kriterium ist die Helligkeit bzw. der Lichteinfall des Wohnraumes: Ein heller Raum verträgt kräftigere, mutigere Farben als ein Wohnraum mit weniger Lichteinfall.
  • Bei der Farbwahl für Ihren Wohnraum sollten Sie auf keinen Fall Gegebenheiten wie die Farbe des Fußbodens sowie der Möbel unbeachtet lassen. Wandfarbe, Fußboden und Möbel müssen farblich harmonieren, um ein stilvolles und individuelles Gesamtbild zu ergeben.

Die Gestaltung der Wohnräume sollte deren Nutzung entsprechen

  • Farben beeinflussen Ihre Energien. Wohnräume, die der Gemütlichkeit oder Kommunikation dienen, gestalten Sie in warmen Farbtönen (Töne aus den Bereichen Gelb bis Rot und Braun) - die der Ruhe dienlichen Räume in kühlen bis kalten Farben (Blau-, Grün- und Blaugrüntöne).
  • Wohnzimmer sollen Gemütlichkeit, Behagen und Nestwärme ausstrahlen: Hier eignen sich warme Farbtöne wie Gelb, Braun, Orange oder Rot. Kalte Farben dämpfen die Atmosphäre und wirken ermüdend. Einen Raum, wie etwa die Küche, halten Sie ebenfalls in warmen, jedoch dezenten Farben. Denn zarte Tönungen suggerieren Sauberkeit und Hygiene.
  • Der Essbereich zählt zu den Wohn- und Kommunikationszentren des Hauses. Hier sollten Sie sich für Rot-, Orange-, Gelb- oder helle Grüntöne entscheiden, die der Kommunikationslust und der Stimmung förderlich sind. Auch Arbeitsräumen stehen diese Farbkombinationen, da sie Ihre Konzentration und Aktivitäten fördern.
  • Das Kinderzimmer gilt als Universalwohnraum. Er dient zum Schlafen, Spielen und Arbeiten, deshalb sollte er in zarten Pastellfarben auf der Basis von Blau, Gelb, Rot oder Orange gehalten werden. Vorsicht: Rot wirkt sich aggressionsbegünstigend aus!
  • Ruhe und Entspannung erwarten Sie in Ihren Schlafräumen. Mit kalten Farben in Blau- oder Grünvarianten liegen Sie hier richtig - sie sorgen für Entspannung und Schlaf.

Farben für Wohnräume haben Aussagekraft und Wirkung

Farben wirken unter verschiedenen Bedingungen - speziell Helligkeit und Größe - unterschiedlich. Dunkle Wohnräume suggerieren durch sonnige Farben Helligkeit, kleinere Wohnräume können Sie durch Farben optisch vergrößern. Jede Farbe hat spezielle Eigenschaften, die Sie sich bei der Gestaltung Ihres Wohnraumes zu Nutzen machen können.

  • Gelb, eine sonnige Farbe, vermittelt heitere Stimmung und eine positive Aura. Gelb getönte Wohnräume beleben den Geist, die Konzentration, Ihr Wohlbefinden und sind sexuell stimulierend. Ihre Wohnräume wirken durch diese Farbe optisch größer und vermitteln Wärme.
  • Gelöstes Ambiente, Wärme und Behaglichkeit strahlt die Farbe Orange aus. Da sie aus psychologischer Sicht appetitanregend wirkt, eignet sich diese Farbe bestens für Küchen und Esszimmer, aber auch als Wandfarbe für Räume mit wenig Licht. Hellen Sie Orange niemals mit Weiß auf. Die Farbe verliert dadurch ihre Leuchtkraft. Als Deckenfarbe lässt Orange die Räume optisch niedriger erscheinen.
  • Rot steht für Dynamik und Energie und wirkt sich physisch, psychisch und sexuell positiv auf Sie aus. Ein positiver Effekt ist, dass rote Räume wärmer wirken. Vorsicht: Oftmals provoziert rot Unruhe, Gereiztheit und Beengtheit!
  • Aktuelle Erd- bzw. mediterrane Töne vermitteln rustikales, naturverbundenes, wärmendes Flair, wirken gemütlich und beruhigend. Erdige Töne als Farben an der Wand wirken, je nach Konzentration, belebend oder bestimmt. Als Deckenfarbe können Sie Erdtöne als erdrückend empfinden.
  • Die Farbe Grün assoziiert Natur - Natur steht für Ruhe, Geborgenheit, Regeneration und Kreativität. Ihr Wohnraum erhält durch Grün - auch wenn es sich um Pflanzen handelt - eine positive, offene Ausstrahlung
  • Blau ist eine der häufigsten Farben für Schlaf- und Ruheräume. Die kühle Ausstrahlung der Farbe sorgt für Entspannung, innere Ruhe und Ausgeglichenheit, lässt allerdings Ihren Wohnraum gefühlsmäßig kälter wirken.
  • Selten kommen als Wandfarben die sogenannten Nichtfarben - Weiß, Grau und Schwarz als alleinige Farben zum Einsatz. Weiß wird allenfalls als belebender oder aufhellender Kontrast eingesetzt, während Schwarz in Wohnräumen in seltenen Fällen punktuell verarbeitet wird. Einzig die Farbe Grau ist derzeit - bedingt durch den Modetrend Steingrau - im Kommen.

Farben für Wohnräume passend, stilvoll und individuell einzusetzen ist, wie Sie sehen, gar nicht so schwer. Wenn Sie nach den Grundsätzen - warme Farben fürs Wohnen und kalte Farben fürs Ruhen - Ihre Wandfarben aussuchen und verwenden, können Sie eigentlich gar nichts verkehrt machen. Ihre Bestätigung dafür finden Sie darin, dass Sie sich nach der Gestaltung in Ihren Wohnräumen wohlfühlen.

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