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Erbrecht - den Pflichtteil richtig beantragen: so wird's gemacht

von Gastautor

Ein Todesfall sorgt für Zerstreutheit bei den Angehörigen. Dies kann zu Fehlern bei der Nachlassverwaltung führen. Um aus dem Erbrecht den Pflichtteil erfolgreich zu beantragen, sind Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

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Den Antrag stellen Sie beim Nachlassgericht.
Den Antrag stellen Sie beim Nachlassgericht.

Unterscheidung im Erbrecht zwischen Erbschein und Pflichtteil

  1. Das Erbrecht unterscheidet zwischen Erbschein und Anspruch auf den Pflichtteil, aus dem sich das Erbe ergibt.
  2. Um aus dem Erbrecht den Pflichtteil zugesprochen zu bekommen, verhilft der Erbschein. Dieser dient dazu, Ihnen als Erbe, im rechtsgeschäftlichen Verkehr den Nachweis des Erbrechts zu führen.
  3. Den Antrag stellen Sie beim Nachlassgericht (§792 ZPO). Antragsberechtigt sind Sie, sofern Sie Erbe, Gläubiger oder Nachlassverwalter des Verstorbenen sind. Der Antrag selbst ist formlos möglich und muss auf einen bestimmten Inhalt gerichtet sein. Es genügt nicht, wenn Sie darauf abstellen, den Erbschein gemäß der gesetzlichen Erbfolge zu beantragen. Geben Sie genau an, welche Erbteile Ihnen nach der gesetzlichen Erbfolge zustehen!
  4. Der Antrag muss mit den erforderlichen Tatsachen laut §§2345, 2355 versehen sein. Diese sind der Todeszeitpunkt und der Erbgrund, also die Verfügung von Todes wegen oder die Verwandtschaftsbeziehung sowie die Stellung, z.B. Ehegatte. Als erforderliche Tatsache gilt auch, wenn sonstige Verfügungen des Erblassers von Todes wegen vorhanden sind oder der Erbe von der Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil gemindert wurde, weil andere Personen vorhanden sind oder möglicherweise waren. Selbstverständlich sind auch Angaben über die Möglichkeit eines erwarteten Rechtsstreits über Ihr Erbrecht zu erwähnen.
  5. Um aus dem Erbrecht ihren Pflichtteil zu bekommen, müssen Sie im gestellten Antrag auf die Erstellung des Erbscheins, die gemachten Angaben beweisen oder glaubhaft machen, §2356, z.B. durch öffentliche Urkunden.
  6. Beurkundet werden kann z.B. der Todeszeitpunkt, aber auch der Wegfall einer Person, durch die Sie im Erbteil gemindert oder von der Erbfolge ausgeschlossen werden. Für das gesetzliche Erbrecht ist es notwendig, dies in Form einer Urkunde zu belegen. Ausnahmen gibt es bei sonstigen Angaben, solche sind durch eidesstattliche Versicherungen glaubhaft zu machen.
  7. Der Erbschein, auf dem Sie Ihren Pflichtteil beziehen können, wird nach dem Erbrecht dann erteilt, wenn das Nachlassgericht die, für die Zustimmung zum Antrag, erforderlichen Tatsachen für festgestellt erachtet, §2359.

Der Anspruch auf den Pflichtteil

  1. Ihnen wird aus dem Erbrecht der Pflichtteil auch dann zugesprochen, wenn der Erblasser die gesetzliche Erbfolge abändert oder Sie aus der gesetzlichen Erbfolge ausschließt. Dieser muss Ihnen als Pflichtteilsberechtigten mindestens den Pflichtteil zuwenden.
  2. Unterlässt der Erblasser dies und wird dadurch das Pflichtteilsrecht verletzt, so erwerben Sie mit dem Tode des Erblassers den Anspruch auf den Pflichtteil.

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