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Das Pferd und dessen Niere - Fachwissen kompakt erklärt

Jedes Pferd besitzt eine Niere, die im Gegensatz zur menschlichen Niere wesentlich mehr leisten muss. Dies sollte sich jeder Pferdebesitzer immer wieder zu Gemüte führen.

Kaltes Wetter ist eine Gefahr für die Pferdenieren
Kaltes Wetter ist eine Gefahr für die Pferdenieren © Ruth_Rudolph / Pixelio

Die Funktionsweise der Pferdeniere

Die Niere ist zum Ausscheiden von Flüssigkeit zuständig. Genauer gesagt scheidet sie die Flüssigkeit aus, die der Körper nicht benötigt, nachdem die Nieren alle Nährstoffe gefiltert haben. Zusätzlich ist die Niere zum Ausscheiden von nicht benötigten Fremdstoffen zuständig. Beim Pferd sollten Sie vor allem die nachstehenden Informationen beachten:

  • Eim Pferd trinkt jeden Tag wesentlich mehr Wasser als der Mensch. Es kommt auf ungefähr 4 bis 10 Liter pro 100 Kilogramm Lebendmasse. Dies bedeutet, dass ein Pferd mit 500 Kilogramm ungefähr 20 bis 50 Liter Wasser pro Tag trinkt. Diese Menge muss gefiltert und anschließend ausgeschieden werden.
  • Diese Wassermenge benötigt selbstverständlich Nieren und eine Harnblase, die sich zur Genüge ausbreiten können. Dieser Tatbestand wiederum führt dazu, dass im Körper genügend Platz vorhanden sein muss.
  • Beachten Sie, dass die beiden Nieren beim Pferd an unterschiedlichen Stellen sitzen. Die rechte Niere sitzt zwischen der 15. und 17. Rippe und somit noch im Brustbereich. Die linke Niere hingegen sitzt zwischen dem ersten und dritten Lendenwirbel.
  • Die Lage der Nieren führt dazu, dass Sie als Reiter in den leichten Sitz gehen sollten, wenn das Pferd Harn abläst. Nur so können Sie den Druck auf die rechte Niere verringern.

Harnausscheidungen - worauf Sie beim Pferd achten sollten

Es gibt Pferde, die sich während des Reitens nicht trauen, Harn abzulassen. Bedenkt man, welche Menge die Niere und die Harnblase aufnehmen muss, wird deutlich, welche Qualen ein Pferd erleidet, wenn es sich nicht traut, diese Harnmenge rechtzeitig abzulassen. Abgesehen davon sollten Sie beim Pferd noch einiges beachten:

  • Der Harn des Pferdes ist normalerweise hellgelb bis hellbraun und schleimig bis gallertig (gallehaltig). Dies wird durch die Schleimdrüsen im Nierenbecken und im Harnleiter verursacht.
  • Wenn der Harn trocknet - dies ist besonders im Winter bei Eis und Schnee zu beobachten - kann er sich farblich bis hin zur Farbe Orange bzw. Rot verändern. In diesem Fall sollten Sie nicht gleich in Panik verfallen.
  • Reagieren Sie aber immer sofort, wenn der Harn verfärbt aus dem Pferd austritt. Hierbei muss nicht immer eine Erkrankung der Harnwege vorliegen, es können auch andere Erkrankungen schuld an der Verfärbung sein. Rufen Sie in diesem Fall immer einen Tierarzt.
  • Achten Sie auch darauf, ob sich das Pferd öfter zum Harnablassen hinstellt, dann aber doch keinen Harn ablässt. Dies ist immer ein Warnzeichen.
  • Beobachten Sie, ob Ihr Pferd genügend Harn absetzt. Schließlich produziert das Tier zwischen drei und zehn Liter Harn pro Tag und pro Hundert Kilo Lebendgewicht. Sollten Sie das Gefühl haben, dass Ihr Pferd zu wenig Harn absetzt, sollten Sie unbedingt den Tierarzt holen.
  • Bei kaltem Wetter könnten die Nieren relativ schnell erkranken. Sorgen Sie in diesem Fall für genügend Wärme und decken Sie vorsichtshalber Ihr Pferd mit einer Decke ab. Stellen Sie niemals ein verschwitztes Pferd in die Kälte.

Die Nieren eines Pferdes können nur dann zu 100 % funktionieren, wenn die Blutversorgung des Pferdekörpers perfekt ist. Dies liegt unter anderem daran, dass sie auch für den osmotischen Druck in den Blutgefäßen zuständig sind. Sollte das Pferd zu wenig Blut besitzen, können die Nieren ihre Arbeit nicht perfekt ausführen.

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