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Chimären-Goldregen im Garten

Der Goldregen mit seinen wunderschön gelben Blüten ist hierzulande ein häufig angesiedelter Zierstrauch in Gärten und öffentlichen Anlagen. Einen Chimären-Goldregen hingegen werden Sie seltener finden. Er ist kaum zu verkennen, wenn Sie vor ihm stehen. Dieser kleine Baum bezaubert mit drei verschiedenen Blütenfarben - oft sogar am selben Zweig.

Wunderschön leuchtende Blüten an einem Baum: Der Chimären-Goldregen ist nicht zu übersehen.
Wunderschön leuchtende Blüten an einem Baum: Der Chimären-Goldregen ist nicht zu übersehen.

Chimären-Goldregen - eine dreifarbige Schönheit

Der Chimären-Goldregen ist ein ein sonderliches Gewächs: Auf demselben Baum, am selben Ast wachsen verschiedenfarbige Blüten - fleischfarbige, kräftig gelbe und Blüten in Rosa.

  • Dieses "Kunststück" ist der Natur nur einmal gelungen. Im Jahr 1825 pfropfte der Gärtner Adam in seiner Baumschule in der Nähe von Paris einen Purpur-Ginster auf einen Goldregenstamm. Der Gärtner gab dem Chimären-Goldregen auch seinen lateinischen Namen: Laburnocytisus adamii. 
  • Durch die Pfropfung entstand eine "Chimäre" - ein Pfropfbastard. Das ist ein komplexer pflanzlicher Organismus, der unterschiedliche Pflanzengene in einer Pflanze vereint. Diese Verschiedenartigkeit bringt die Pflanze unter anderem durch unterschiedliche Blüten zum Ausdruck. Chimären entstehen in der Pflanzenwelt äußerst selten.
  • Der Chimären-Goldregen wird ausschließlich durch Pfropfung auf dem Gemeinen Goldregen (Laburnum anagyroides) vermehrt. Alle Versuche, diese spezielle Chimäre nochmals gärtnerisch zu kreieren, schlugen bislang fehl. 

Botanische Informationen zum Laburnocytisus adamii

  • Der Chimären-Goldregen gehört zur botanischen Familie der Schmetterlingsblütler und wächst zu einem großen Strauch bzw. kleinen Baum heran, der eine Höhe bis zu drei Meter erreicht. Das Gehölz wird bis zu 30 Jahre alt.
  • Mit seinen prächtigen Blüten ist der Goldregen eine Augenweide. Schneiden sollten Sie …

  • Der Baum ist ein sommergrünes Gewächs mit dreiteilig gefiederten Blättern. Die Blattform erinnert ein wenig an Kleeblätter.
  • Bis zu 30 Zentimetern lang werden die gelben Blütentrauben des Baumes. Sie hängen von den Zweigen herab. Die rosa- und fleischfarbigen Trauben sind deutlich kürzer.
  • Der Chimären-Goldregen erfreut Sie pünktlich zum Wonnemonat Mai bis in den Juli hinein mit seiner Blütenpracht.
  • Wie so oft in der Pflanzenwelt liegt auch bei diesem Gewächs das Schöne und Gefährliche dicht beieinander. Alle Teile des kleinen Baumes enthalten die sehr giftigen Alkaloide Cytisin, Laburnin sowie N-Metylcitisin. Die stärkste Konzentration der Gifte befindet sich in den dunkelbraunen bis schwarzen Samen der Pflanze.
  • Diese hochgiftigen Samen stecken in sechs bis achte Zentimeter langen, bohnenähnlichen Schoten. Bereits drei bis vier Schoten, also 15 bis 20 Samen, sind eine für Menschen tödliche Dosis. Zunächst treten Übelkeit und Erbrechen sowie ein Erregungszustand ein, der sich beispielsweise durch Herzrasen bemerkbar macht. In der Folge kommt es zu Lähmungserscheinungen, die innerhalb von Stunden bis Tagen zu einer tödlichen Atemlähmung führen können.
  • Hunde, Katzen und Nager - wie Meerschweinchen und Kaninchen - aber auch Vögel, Pferde, Kühe und Ziegen sind vergiftungsgefährdet. Die tödliche Dosis der Samen für ein Pferd beträgt beispielsweise 200 bis 300 Gramm.
  • Wenn in Ihrem Haushalt kleine Kinder oder Haustiere leben, sollten Sie auf dieses Bäumchen in Ihrem Garten vorsichtshalber verzichten.

Standort und Pflegehinweise für den Zierstrauch

  • Der Chimären-Goldregen bevorzugt nährstoffreiche, lockere und kalkhaltige Böden.
  • Am üppigsten gedeiht er an einem vollsonnigen bis halbschattigen Standort.
  • Versorgen Sie den Baum im Frühjahr mit reifem Kompost und getrocknetem Rinderdung. Mit dieser Frühjahrsdüngung ist die optimale Nährstoffversorgung der Chimäre für den Rest des Jahres sichergestellt. Weitere Substratgaben erübrigen sich, der kleine Baum ist recht anspruchslos. 
  • Ein Zurückschneiden des Bäumchens oder die Entfernung der abgeblühten Blütentrauben ist nicht erforderlich.
  • Auch, wenn "Väterchen Frost" im Winter mal zur Höchstform auflaufen sollte - um den Chimären-Goldregen brauchen Sie sich nicht zu sorgen. Der kleine Baum ist sehr frosthart. 
  • Sie können bei dem Gehölz mit einem jährlichen Zuwachs von 20 bis 25 Zentimetern rechnen.

Pflanzhinweise für Ihren bunten Goldregen

Einen Chimären-Goldregen kaufen Sie mit Wurzelballen. Das bedeutet, Sie können ihn im Frühjahr setzen. Wenn Sie ihn regelmäßig wässern, ist das Pflanzen bis in den Hochsommer möglich. 

  1. Bevor Sie die Pflanze in die Erde setzen, durchfeuchten Sie den Wurzelballen gut.
  2. Heben Sie ein geräumiges Pflanzloch aus und lockern Sie die Erde auch rundherum gut auf.
  3. Dann setzen Sie die Pflanze so in das Pflanzloch, dass die Oberfläche noch mit einer dünnen Erdschicht bedeckt werden kann.
  4. Klopfen Sie die Erde um das Bäumchen gründlich fest und gießen Sie die Pflanze gut an. 

Mit der üppigen Dreifarbigkeit seiner Blütenpracht ersetzt der Chimären-Goldregen leicht ein Beet mit Blumen. Geben Sie ihm ausreichend Platz, damit er seine ganze Schönheit entfalten kann. Besonders gern wird der unübersehbare kleine Baum im Vorgarten gesetzt. Aufgrund der Giftigkeit des Goldregens ist das Bäumchen jedoch nicht für jeden Garten geeignet.

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