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Amerikanische Sekten - Übersicht

Auch und gerade in den USA werden in den Medien immer wieder verschiedene Sekten und ihre undurchsichtigen oder fragwürdigen Machenschaften thematisiert. Doch was zeichnet eigentlich eine Sekte aus und welche amerikanischen Gruppierungen fallen in diese Kategorie?

Der Begriff "Sekte" besitzt eine negative Konnotation.
Der Begriff "Sekte" besitzt eine negative Konnotation.

Charakteristische Merkmale von "Sekten"

Bevor man damit beginnt, verschiedene Sekten aufzuzählen, sollte man sich ein wenig mit dem Begriff "Sekte" auseinandersetzen. Auch wenn er in den Medien meist ohne weitere Erklärung verwendet wird, ist er aus religionswissenschaftlicher Perspektive nämlich durchaus kritisch zu betrachten.

  • Obwohl der Begriff Sekte ursprünglich einfach verschiedene Schulrichtungen oder Splittergruppen einer religiösen Tradition bezeichnete, besitzt er heute ganz klar eine negative Konnotation und wird meist ausschließlich abwertend verwendet.
  • In der Regel werden Sekten mit extremen Weltanschauungen sowie mit fragwürdigen und zum Teil gefährlichen Praktiken in Verbindung gebracht, die weniger darauf zielen, ihre Anhänger zum Licht, als vielmehr dahinter zu führen.
  • Zu den bekanntesten Gruppierungen, die in diesem Zusammenhang genannt werden, zählt wohl vor allem die Scientology-Bewegung, welche das allgemeine Sektenbild entscheidend mitgeprägt hat. Die Lehre dieser Vereinigung geht auf den amerikanischen Science-Fiction- und Selbsthilfe-Autor L. Ron Hubbard zurück. Trotz der zahlreichen Kontroversen besitzt die Scientology-Kirche den Status einer von der Steuer befreiten Religionsgemeinschaft.

Amerikanische neue religiöse Bewegungen

Aufgrund der im Begriff "Sekte" enthaltenen Wertung spricht man in der Religionswissenschaft heutzutage in der Regel eher von "neuen religiösen Bewegungen". Von diesen sind neben Scientology auch einige andere in den USA überaus einflussreich. Beispielhaft zu nennen sind vor allem die Folgenden:

  • Innerhalb des Christentums gibt es eine Reihe sogenannter Erweckungsbewegungen, von denen manche aufgrund ihrer extremen Anschauungen, der wörtlichen Auslegung der Bibel und der Intoleranz gegenüber anderen Religionen als Sekten bezeichnet werden. Ein Beispiel dafür ist die Gruppierung International Churches of Christ (ICOC), die in den USA nach wie vor zahlreiche Mitglieder besitzt. 
  • Das Mormonentum, dessen Angehörige zum größten Teil in Nordamerika leben, ist ebenfalls in diesem Zusammenhang zu nennen. Es setzt sich aus verschiedenen Splittergruppen zusammen, die sich allesamt neben der Bibel auch auf das Buch Mormon beziehen.
  • Die international verbreitetet University Bible Fellowship hat ihren Haupsitzt in Chicago und gehört der 1942 gegründeten National Association of Evangelicals an. Die Gruppierung missioniert ihre Mitglieder vor allem an den amerikanischen Hochschulen und Universitäten. 
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