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3D-Polarisation einfach erklärt

Vor allem aufgrund der steigenden Verwendung der 3D-Technik im Kino und bei Fernsehern taucht der Begriff "Polarisation" immer mehr auf. Dieser bezeichnet grundsätzlich die Schwingungsrichtung einer Lichtwelle und kann genutzt werden, um 3D-Effekte zu erzeugen. Das zugrunde liegende technische Verfahren ähnelt dabei dem menschlichen Auge und hat einige Vorteile, aber auch wichtige Nachteile.

Im Kino und beim Fernseher einen 3D-Effekt mithilfe der Polarisationstechnik erleben
Im Kino und beim Fernseher einen 3D-Effekt mithilfe der Polarisationstechnik erleben

Wie die 3D-Polarisation funktioniert

  • 3D-Aufnahmen werden jeweils mit zwei Kameras durchgeführt, bei denen die Objektive Augenabstand haben, sodass diese die einzelnen Bildsequenzen so aufnimmt, wie es ein Mensch in diesem Augenblick wahrnehmen würde. Diese beiden Aufnahmen müssen beim Abspielen wieder synchron wiedergegeben werden. Ansonsten wären unrealistische bzw. völlig verzerrte Bilder das Ergebnis. 
  • Die synchrone Wiedergabe erfolgt dabei - vereinfach gesagt - getrennt. Die erste Aufnahmequelle wird nur auf einem Auge dargestellt, die zweite dann auf dem anderen Auge. Dadurch wird der gewünschte 3D-Effekt erzeugt. 
  • Dies wird bei der 3D-Polarisation mithilfe von Polarisationsfilterbrillen, die Sie wahrscheinlich auch vom Kino kennen, ermöglicht. Zunächst werden die beiden Aufnahmequellen mit zwei Projektoren oder zwei Objektiven auf zwei Polarisationsebenen versetzt polarisiert und auf eine metallisch beschichtete Leinwand (zum Beispiel aus Silber) übertragen, weshalb Sie ohne eine 3D-Brille auch zwei leicht versetzte Bilder sehen würden. 
  • Durch die Polarisationsfilterbrille werden die beiden projizierten Bilder dann auf jeweils ein Auge übertragen, indem die gleichen Filter das entsprechende polarisierte Licht durchlassen bzw. nicht durchlassen. Dadurch sehen Sie im Prinzip auf jedem Auge nur eine Kamera, wodurch wieder das Aufnahmeprinzip bzw. das menschliche Sehen simuliert wird, also durch einen verschobenen Blickwinkel eine 3D-Ansicht erzeugt wird.

Vor- und Nachteile der 3D-Technik

  • Die 3D-Polarisation wird nun nicht mehr nur im Kino angewandt, sondern zum Beispiel auch bei 3D-Fernsehern verwendet, was vor allem auch an den Vorteilen der Technik liegt. Zum einen verursacht diese keinen Helligkeitsverlust und auch bekannte Fehler wie doppelte Konturen treten in den meisten Fällen überhaupt nicht auf. Zum anderen sind die benötigen Brillen vergleichsweise leicht und sehr kostengünstig (in etwa 10 Euro pro Stück), sodass Sie beim Kauf eines 3D-Fernsehers meist bereits mehrere Brillen mitgeliefert bekommen.
  • Allerdings hat die Polarisationstechnik auch einige wichtige Nachteile. Einerseits könnten Sie zum Beispiel beim Abspielen einzelne Zeilen sehen, sodass das Bild insgesamt unscharf oder verschwommen wirkt. Deshalb sollten Sie bei 3D-Wiedergaben ausreichend weit entfernt von Ihrem Fernseher sitzen, wobei als Faustregel "2 mal die Bilddiagonale" gilt, also zum Beispiel bei einem 42-Zoll-Fernseher (107 cm) mindestens 2,14 m. Zum anderen verlieren Sie bei der 3D-Polarisation immer Auflösung, da das Bild vereinfacht gesagt ja halbiert wird. Bei einem Full-HD-Display (1920 x 1080) wird die vertikale Auflösung von 1.080 Bildzeilen für jedes Auge geteilt, sodass Sie am Ende lediglich 540 Bildzeilen und somit kein Full-HD im 3D-Bereich mehr haben.
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