Es gibt viele Gründe, einem Nachhilfelehrer zu kündigen. Dabei sind nicht nur Unzufriedenheit oder Notenstabilisierung zu nennen, sondern gleichsam auch Umzug oder Wegfall des betroffenen Schulfachs. Bei und vor der Kündigung sollten Sie jedoch Folgendes beachten:
- 13.01.2012 Markus Tacik
Rechtliche und moralische Aspekte der Kündigung
- Aus rechtlicher Sicht ist die Kündigung einer Nachhilfe in der Regel kein Problem. Oftmals bestehen keine schriftlichen Verträge, da Schülernachhilfe oftmals auch unter der Hand abgerechnet wird. In einem solchen Fall steht es Ihnen natürlich zu, auch kurzfristig das Lehrverhältnis aufzulösen.
- Bestehen schriftliche Vereinbarungen, die den Ausstieg aus dem Unterrichtsvertrag betreffen, sind diese natürlich bindend. Dies ist allerdings eher die Ausnahme. Wenn es darüber hinaus triftige Gründe für die Kündigung der Nachhilfe gibt, wie etwa ein Umzug Ihrerseits, werden sich viele Lehrer kulant zeigen.
- Eine andere Frage ist, wie es sich mit dem moralischen Aspekt einer kurzfristigen Kündigung verhält. Schließlich rechnet Ihr Nachhilfelehrer mit dem Geld, das er für die Stunden erhält. Daher wäre es fair, eine Kündigung anzukündigen, sobald sie absehbar wird und nicht erst von heute auf morgen.
Ist es wirklich sinnvoll, die Nachhilfe zu kündigen?
- Es gibt verschiedene Gründe, die eine Kündigung der Nachhilfe als sinnvoll erscheinen lassen. Das sind neben dem erwähnten Umzug auch der Wegfall des Faches im Stundenplan Ihres Kindes. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass der Lehrer sich nicht ernsthaft um Ihr Kind bemüht und ein vorangegangenes Gespräch mit ihm keine Klärung gebracht hat, ist eine Kündigung angemessen.
- Viele Eltern machen aber den Fehler, die Nachhilfe wieder abzustellen, sobald das Kind die erste gute Note mit nach Hause bringt. Das ist fatal. Oftmals gilt es, in den Problemfächern tief greifende Probleme zu beheben und das dauert in der Regel länger als bloß ein paar Wochen. Auch ein guter Lehrer braucht für die Beseitigung umfangreicher Defizite Monate oder sogar Jahre.
- Nachhilfe ist keine Wunderwaffe. Der Lehrer wird Ihr Kind vermutlich 90 Minuten die Woche sehen. Diese Zeit reicht nicht aus, um instantan einen Musterschüler aus ihm zu machen. Kündigen Sie daher nicht, wenn sich die Leistungen Ihres Kindes nicht augenblicklich verbessern. Das braucht seine Zeit und ist nicht zuletzt auch von dem Schüler selbst abhängig.