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Irreguläre Antikörper

Antikörper sind Abwehrzellen. Sie werden auf natürlichem Wege vom Körper produziert. Dennoch kommt es vor, dass sich im Blut sogenannte irreguläre Antikörper befinden, die eigentlich nicht hingehören. Diese Art von Abwehrzellen bildet der gesunde Mensch nicht automatisch aus. Sie entstehen z.B. nach einer Bluttransfusion oder einer Schwangerschaft. Irreguläre Antikörper können für einen Patienten oder das Baby lebensgefährlich sein.

Irreguläre Antikörper im Blut können für den Menschen lebensgefährlich sein
Irreguläre Antikörper im Blut können für den Menschen lebensgefährlich sein

Definition und Entstehung

Antikörper (Immunglobuline) sind Abwehrzellen gegen Krankheitserreger. Sie schützen unseren Körper gegen Fremdstoffe wie zum Beispiel Schmutzpartikel bei Verletzungen oder Bakterien. Sie entstehen nach Kontakt des Organismus mit Antigenen, also eine für den Organismus fremde Substanz. Sie dienen dazu, Fremdstoffe aus der Blutbahn zu filtern, um den Körper so vor Schaden zu bewahren. Als Teil des Immunsystems sind die Eiweiße die körpereigene Abwehrtruppe des Menschen. Aber leider schützen die Antikörper nicht nur vor Viren und Bakterien, sondern auch vor fremdem Blut.

Irreguläre (unregelmäßige) Antikörper sind nicht natürliche Antikörper. Normalerweise sind irreguläre Antikörper nicht im Blut vorhanden. Diese Antikörper entstehen z.B. nach einer Bluttransfusion. Erhält ein Patient, der die Blutgruppe A hat, im Krankenhaus versehentlich eine Bluttransfusion beispielsweise mit der Blutgruppe B, kann das tödlich für ihn sein. Der Körper des Patienten sieht die unbekannte Blutgruppe als „fremd“ an und bildet sofort Antikörper, die die fremden Blutzellen verklumpen, was zum Blutstau und zum Tod führen kann. Zudem können sie nach einer früheren Schwangerschaft im Blut anwesend sein, sie entstehen etwa zwei bis drei Tage nach der Vermischung von Blut der Mutter und des Kindes während der Geburt. In seltenen Fällen ist die Ursache auch unklar, warum sie vorhanden sind. Die irregulären Antikörper können dann zu Zwischenfällen bei nachfolgenden Bluttransfusionen oder Schwangerschaften führen.

Unterschiedliche Arten irregulärer Antikörper

Es gibt Antikörper gegen die Blutgruppen A und B und gegen Rhesusfaktor (D). Es gibt noch viele andere Blutgruppen, gegen die es Antikörper geben kann. Es ist auch möglich, dass jemand irreguläre Antikörper gegen verschiedene dieser Blutgruppen hat, aber meistens ist nur eine Sorte vorhanden. Man bezeichnet diese Antikörper manchmal mit Buchstaben, wie c, C, e, E, s, S. Andere tragen die Namen von Menschen, bei denen diese Antikörper zum ersten Mal entdeckt wurden, wie Duffy (Fy), Hofman, Hovekamp, Kell (K) oder Kidd (Jk).

Gefahren in der Schwangerschaft und fürs Baby

Irreguläre Antikörper der schwangeren Frau gelangen während der Schwangerschaft durch die Plazenta zum Baby. Glücklicherweise haben nicht alle irregulären Antikörper Folgen für das Baby. Ob irreguläre Antikörper Folgen für das Baby haben, hängt von ihrer Wirksamkeit und der möglichen Blutgruppe des Babys ab. Von einigen Antikörpern ist bekannt, dass sie dazu neigen, das Blut des Babys abzubauen. Es kann auch zu einer Blutarmut beim Baby während der Schwangerschaft führen. Liegen nach einer Blutuntersuchung Hinweise vor, dass das Blut des Babys abgebaut wird, empfiehlt der Gynäkologe möglicherweise, die Entbindung vor dem ausgerechneten Termin einzuleiten. In Einzelfällen besteht ein sehr ernsthafter Blutabbau und Blutarmut. Es folgt eine Bluttransfusion beim Baby in der Gebärmutter.

Verfahren zum Nachweis irregulärer Antikörper

Seit einigen Jahren wird regelmäßig am Anfang der Schwangerschaft kontrolliert, ob irreguläre Antikörper anwesend sind. Jeder Mensch hat in den ersten Monaten einer Schwangerschaft natürliche Antikörper gegen Antigene fremder roter Blutkörperchen gebildet. Mit dem Antikörper-Suchtest werden irreguläre Antikörper im Serum des Patienten gegen erythrozytäre Antigene erkannt. Für den Antikörper-Suchtest wird das Serum des Patienten mit roten Blutkörperchen zusammengebracht, die die zu testenden Antigene enthalten. In den meisten Fällen bleibt der Antikörper-Suchtest negativ, bei positivem Befund gehören die Rhesusantikörper zu den häufigsten gefundenen Antikörpern nach Differenzierung.

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