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Welche Versicherungen sich nicht lohnen

Versichern lässt sich fast alles, doch selten ist das notwendig.
Versichern lässt sich fast alles, doch selten ist das notwendig.
Menschen erwerben Versicherungen meist in der Hoffnung, für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Neben sinnvollen Produkten, gibt es im Portfolio der Versicherungsbranche aber auch zahlreiche nutzlose Policen. Eine gute Versicherung sichert Ihnen im Fall der Fälle die Existenz. Viele andere Versicherungsprodukte hingegen kosten nur Geld und leisten so gut wie nichts.

Wenn Sie zum Lebensmitteldiscounter fahren, stören Sie möglicherweise ein paar Kilometer Fahrtweg nicht. Sie wollen lieber ein paar Euro beim Einkauf sparen. Bei Versicherungen nehmen viele es nicht so genau. Es ist gut möglich, dass auch Sie jährlich einige Hundert Euro zum Fenster hinauswerfen - für überflüssige Versicherungen.

Versicherungen gegen alle Eventualitäten

Die Deutschen sind dafür bekannt, sich gegen alle Eventualitäten abzusichern. Betrachtet man die Gesamtsumme ihrer Versicherungsausgaben liegen diese deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

  • Finanzexperten der Verbraucherzentralen meinen, die deutsche Nation wiegt sich trotz hoher Versicherungsausgaben wie keine andere in falscher Sicherheit. Dabei kann sinnvoll versichert bedeuten, bares Geld zu sparen. 
  • Häufig zahlen die Versicherer im Ernstfall nicht wie versprochen oder erhofft. Rechnen Sie die Prämien über die Jahre zusammen, kosten diese weit mehr als ein realistisch anzunehmender Schadensfall.
  • Stellen Sie deshalb alle Ihre Versicherungen regelmäßig auf den Prüfstand. Vergleichen Sie Leistungen und Prämien. Stellen Sie fest, welche Risiken im Einzelnen von welcher Versicherung gedeckt sind. Vermeiden Sie unnötige und teure Doppelversicherungen. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Versicherungsberater oder einen unabhängigen Versicherungsmakler.

Ausgewählte unnötige Versicherungsprodukte 

  • Eine Hochzeits-Rücktrittskostenversicherung soll die Risiken Unfall, Todesfall oder Brand im Zusammenhang mit einer Hochzeit absichern. Angehende Ehepaare können sich gegen ein unerwartetes, plötzliches Ende der Feierlichkeiten versichern. Wenn Ihr Partner nicht wie erhofft "Ja" sagt, springt der Versicherer allerdings nicht ein. Nicht versichern können Sie zudem Vorerkrankungen, Kirchenschmuck oder Mietauto.
  • Die Handy- und Elektronikversicherung richtet sich an alle Besitzer von Smartphones, Fernseher oder HiFi-Anlagen, die mitunter ganz schön teuer sein können. Dabei sind wichtige Risiken oftmals bereits über Ihre Hausratversicherung gedeckt. Nach der Anschaffung unterliegen neue Geräte in den ersten beiden Jahren der Gewährleistung. Im Falle einer Erstattung dürfte kaum mehr als eine Sparversion drin sein, weil nur der Zeitwert ersetzt wird.
  • Sehr beliebt ist die Kapitallebensversicherung. Zwei Leistungen werden kombiniert - Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall und Altersvorsorge im Erlebensfall. Experten kritisieren, dass der Todesfall nicht in ausreichender Höhe abgesichert wird. Als Anlageform wirft sie zu wenig Rendite ab.
  • Auf eine Ausbildungsversicherung sollten Sie verzichten. Denn das ist nur eine Form der Kapitallebensversicherung. Empfohlen wird eine Anlageform, die Ihnen mehr Zinsen bringt. Ähnlich liegt der Fall bei der Sterbegeldversicherung. Der Gewinn ist zu niedrig.
  • Die private Krankenhaustagegeldversicherung soll Verdienstausfälle für Kranke absichern. Wer nicht bereits durch Krankengeld abgesichert ist, erreicht mit einer privaten Krankentagegeldversicherung den besseren Schutz. 
  • Gegen das Risiko zerbrochener Fensterscheiben können Sie sich mit einer Glasbruchversicherung absichern. Experten raten dringend davon ab. Die Leistungen sind zu gering und stehen in keinem Verhältnis zur Beitragshöhe. Die Statistik spricht gegen häufige Glasbruchschäden.
  • Häufig wird als Beispiel für nutzlose Versicherungen die Insassenunfallversicherung genannt. Denn die Kfz-Haftpflicht des Fahrers schützt bereits Bei- und Mitfahrer. Der Fahrer kann sich im Bedarfsfall an seine Krankenversicherung wenden. Im Fall der Insassenunfallversicherung zahlen Sie für den Schutz gleich doppelt.
  • Wenn Ihnen im Urlaub das Gepäck beschädigt wird oder abhanden kommt, ist das ärgerlich. Schnellen Ersatz verspricht die Reisegepäckversicherung. In den Versicherungsbedingungen gibt es viele Ausnahmen zu Ihren Ungunsten. Eine Erstattung ist in der Realität selten. Eher leisten Reiseveranstalter, Fluggesellschaft oder Hotel, wenn sie als Schuldige für Verlust oder Beschädigungen ausgemacht werden. Ihr Gepäck ist vielfach über die Hausratversicherung abgesichert.

Unbedingt notwendig sind Krankenversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Haftpflichtversicherung. Verbraucherschützer und der Bund der Versicherten empfehlen Ihnen, sich gegen Unfälle abzusichern. Eine Risikolebensversicherung sollten Sie sich bei einer Familie mit Kindern und bei Kreditschulden zulegen. Für den Immobilieneigentümer ist die Wohngebäudeversicherung wichtig. Bei teurem Inventar empfiehlt sich eine gute Hausratversicherung.

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