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Weiß streichen - so gelingt's garantiert

Mit einer Farbrolle mit Teleskopstange können Sie Ihre Wände gleichmäßig weiß streichen.
Mit einer Farbrolle mit Teleskopstange können Sie Ihre Wände gleichmäßig weiß streichen.
Der Umzug in ein neues Heim läuft nicht immer stressfrei ab. Wenn sich der Mieter in seiner neuen Wohnung eingerichtet hat, steht nämlich die sogenannte Schlussrenovierung der alten Wohnung an. Besonders das Streichen der Wände in Weiß ist für viele Menschen eine Hürde, die aber gut zu meistern ist.

Was Sie benötigen:

  • Malerkrepp
  • Farbeimer
  • Rührstab
  • Abstreifsieb
  • Pinsel unterschiedlicher Größe
  • Farbrolle
  • Teleskopstange
  • Folie oder Zeitung
  • Leiter

Den Farbverbrauch errechnen

Auf den Farbeimern finden Sie eine Angabe, für wie viele Quadratmeter die Farbe ausreicht. Hier müssen Sie zunächst die Gesamtfläche der zu streichenden Wände errechnen. Das gelingt, indem Sie die Deckenhöhe mit der Breite der Wand multiplizieren. Zum Schluss addieren Sie die einzelnen Wandflächen und erhalten die gesamte Fläche.

  • Wollen Sie beispielsweise eine Wand von 3 Metern Länge bei einer Deckenhöhe von 2,5 Metern streichen, ergibt sich eine Fläche von 7,5 Quadratmetern (3 x 2,5 Meter = 7,5 Quadratmeter).
  • Die Angaben auf den Farbeimern beziehen sich immer auf einen einzelnen Wandanstrich.

Besonders als Laie sollten Sie etwas mehr Farbe einplanen, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Haben Sie einige Wände in recht dunklen Farben gestrichen, benötigen diese mehrere Anstriche.

So bereiten Sie das Streichen vor

Beim Streichen gilt es vor allem, den Putzaufwand danach zu vermeiden. Deswegen sollten Sie einige Vorbereitungsmaßnahmen treffen:

  1. Kleben Sie Steckdosen, Lichtschalter, Türränder, Scheuerleisten und die Kanten zur Decke mit Malerkrepp ab. Das Krepp lässt sich nach dem Anstrich rückstandslos entfernen und die darunterliegenden Flächen bleiben frei von Farbspritzern.
  2. Legen Sie großflächig Folie oder Zeitung aus. Damit schützen Sie den Boden vor Farbspritzern und größeren Flecken. Diese sind aus Teppich nicht mehr zu entfernen und verursachen auch auf glatten Böden einen hohen Putzaufwand.
  3. Rühren Sie die Farbe im Eimer mit einem Rührstab um. Damit vermischen sich die Farbbestandteile optimal. Besonders dann, wenn Wandfarbe für eine Zeit im Keller steht, setzen sich die Farbbestandteile voneinander ab.

So bekommen Sie Ihre Wände weiß

  1. Beginnen Sie mit den Ecken und Kanten der Wand sowie mit dem umstreichen der abgeklebten Flächen. Dafür verwenden Sie einen Pinsel. Diesen tunken Sie in den Farbeimer und streifen die überschüssige Farbe am Eimerrand ab. Die Farbe verteilen Sie mit leichtem Druck an den entsprechenden Stellen. Achten Sie darauf, dass die Farbe keine Schlieren bildet und sich gut verteilt.
  2. Nach der Bearbeitung der Kanten und abgeklebten Stellen beginnen Sie mit dem eigentlichen Anstrich. Befestigen Sie die Teleskopstange an der Farbrolle. Sie sollten die Teleskopstange für den ganzen Anstrich verwenden, da Sie mit ihr einen gleichmäßigen Druck ausüben können. Das ist eine wichtige Voraussetzung für einen fleckenlosen Anstrich.
  3. Tauchen Sie die Farbrolle in die Wandfarbe und lassen Sie diese kurz abtropfen. Rollen Sie mit der Farbrolle über das Abstreifsieb. Damit entfernen Sie überschüssige Farbe, die an Ihrer Wand Schlieren hinterlassen würde.
  4. Nun setzen Sie die Farbrolle an der Wand an und rollen diese nach oben und unten, bis die Farbrolle keine Farbe mehr abgibt. Achten Sie darauf, dass Sie mit der Rolle immer wieder in den bereits gestrichenen Teil der Wand streichen. Damit verteilen Sie die überschüssige Farbe an den Rändern. Diese Technik nennt sich Nass-in-Nass.
  5. Diesen Vorgang wiederholen Sie bei der kompletten Wand. Versuchen Sie, mit der Farbrolle einen gleichmäßigen Druck auszuüben und streichen Sie eine Wand immer auf einmal. Bereits getrocknete Wandteile nehmen neue Farbe anders auf als ungestrichene Teile. Außerdem vermeiden Sie so sichtbare Übergänge.
  6. Dass Ihre Wand mit der frischen Farbe zunächst ungleichmäßig aussieht, ist normal. Warten Sie mit einem eventuellen zweiten Anstrich, bis der erste vollständig trocken ist. So sehen Sie, wo am Ende tatsächlich noch Ungleichmäßigkeiten vorhanden sind.
  7. Ein Wandanstrich benötigt nur etwa 24 Stunden, um vollständig zu trocknen. Dabei sollten die Fenster immer angekippt bleiben, damit die Feuchtigkeit im Raum entweicht. Zusätzlich sollten Sie ein- bis zweimal stoßlüften.

Das Streichen von Wänden in Weiß ist besonders als Anfänger keine einfache Aufgabe. Es ist körperlich anstrengend und nimmt einige Zeit in Anspruch. Wenn Sie den Zeitfaktor und die oben genannten Tipps beachten, bleibt der Erfolg nicht nur dem Profi vorbehalten.

Rechtliches zur Schlussrenovierung

Während der Zeit, in der Sie als Mieter in einer Wohnung wohnen, müssen Sie sogenannte Schönheitsreparaturen durchführen. Die meisten Vermieter legen das in einem Mietvertrag fest. Das Mietrecht erlaubt eine solche Klausel (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB).

  • Darunter fallen Maßnahmen, bei denen es um die Optik der Wohnung geht. Sind Ihnen weiße Wände zu langweilig, dürfen Sie diese beliebig, aber auf eigene Kosten, streichen oder tapezieren. Selbiges gilt für das Verlegen eines neuen Bodens (besonders Teppich) oder das Lackieren von Türen oder Fenstern im Innenbereich.
  • Als Mieter dürfen Sie durch diese Maßnahmen die Bausubstanz allerdings nicht verändern. Das bedeutet, dass Sie keine Maßnahmen ohne Zustimmung durchführen dürfen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Besonders Veränderungen des Wohnungsschnitts mit Durchbrüchen oder neuen Wänden bedürfen einer vorherigen Erlaubnis des Vermieters.
  • Wird Ihr Mietverhältnis beendet, müssen Sie die Wohnung in einem gewissen Zustand zurückgeben. Alles, was durch Sie abgenutzt wurde und in den Bereich der Schönheitsreparaturen fällt, müssen Sie erneuern.
  • Der Zustand der Wände rückt dabei in den Fokus. Die meisten Mieter sind der Ansicht, sie müssten die Wände nach dem Umzug zwingend weiß streichen. Sollte eine solche Klausel in Ihrem Mietvertrag vorkommen, ist diese nichtig.
  • Der Vermieter darf dem Mieter keine Vorschriften bezüglich der Farbwahl machen. Das besagt ein Beschluss des Bundesgerichtshofs (VIII ZR 198/10). Dennoch müssen Sie beachten, dass der Vermieter die Wohnung schnell weitervermieten möchte. Deswegen müssen Sie die Wände in einem Farbton streichen, der einen möglichst großen Mieterkreis anspricht und zu vielen Einrichtungsstilen passt. Da es hier keine klare Einschränkung gibt, entscheiden sich die meisten Mieter für die weiße Farbe.
  • Dass der Mieter die Wohnung beim Auszug renovieren muss, ist nicht vorgeschrieben. Es geht dabei lediglich um den Zustand der Wohnung. Hat der Mieter nichts abgenutzt, muss er nichts erneuern. Sind die Wände noch makellos, müssen Sie diese nicht neu streichen. Auch dann nicht, wenn Sie Ihre Wände beim Einzug in einem dezenten hellen Farbton gestrichen haben (LG Landau (Pfalz) , Urteil vom 19. Dezember 1978, Az: 1 S 161/78). Das gleiche gilt für von Ihnen angebrachte Tapeten.

Um dennoch sicherzugehen, sollten Sie diese Punkte bei einer Vorabnahme der Wohnung mit dem Vermieter genau klären.

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