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Was verdient ein Bauer in der EU?

Subventionen sichern Bauern die Hälfte ihres Einkommens
Subventionen sichern Bauern die Hälfte ihres Einkommens
Eine Antwort auf die Frage, was ein Bauer in der EU verdient, lässt sich nicht pauschal geben. In der deutschen oder österreichischen Landwirtschaft wird mehr Einkommen erzielt als beispielsweise in Portugal oder Rumänien. Zudem muss man unterscheiden, ob landwirtschaftliche Produktion oder Tierhaltung als Haupt- oder im Nebenerwerb betrieben wird.

Die EU-Agrarpolitik sorgt dafür, dass jedes Jahr rund 60 Milliarden Euro in Europas Landwirtschaft fließen. Auch die Bauern in Deutschland profitieren davon. Denn über 50 Prozent ihres Einkommens erhalten sie in Form von Direktzahlungen. Im Jahr 2012 waren das mehr als 5 Milliarden Euro.

Landwirtschaft in der EU

Von der Gesamtfläche in der Europäischen Union sind 90 Prozent ländlich geprägt. Davon wird über die Hälfte (etwa 185 Millionen Hektar) landwirtschaftlich genutzt. Zu den größten landwirtschaftlichen Produzenten gehören Frankreich, Italien und Spanien. Ein Betrieb bewirtschaftet im Durchschnitt 18 Hektar.

  • Zu den landwirtschaftlichen Hauptprodukten zählen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen, Getreide und Olivenöl, die mehr als 50 Prozent ausmachen. 
  • Der Preis eines Hektars Anbaufläche (Stand 2012) liegt in Österreich bei 12.000 Euro, in Polen bei 5.500 Euro und in Rumänien bei 2.200 Euro.
  • In Deutschland kostet der Hektar durchschnittlich 13.500 Euro, wobei es Unterschiede in den alten und neuen Bundesländern gibt (20.000 Euro / 9.000 Euro pro Hektar). 
  • Auf der Webseite von Eurostat finden Sie regelmäßig aktuelle Statistiken zu den Entwicklungen von landwirtschaftlichen Betrieben in Europa.

Was ein Bauer im Durchschnitt verdient

Was ein Bauer verdient, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen ist die jeweilige Lebenssituation in den Ländern der EU sehr unterschiedlich. Zum anderen setzen sich die Einkommen in der Landwirtschaft aus Einkünften nicht nur aus einer Quelle zusammen. 

  • Eine Rolle spielt, ob er seinen Betrieb selbstständig im Haupt- oder Nebenerwerb führt. Außerdem werden größere landwirtschaftliche Betriebe nicht grundsätzlich im Familienbesitz beziehungsweise allein von Familienmitgliedern bewirtschaftet. Angestellte erhalten dann einen Lohn wie Beschäftigte in anderen Unternehmen auch.
  • Die durchschnittlichen Einkommen von Bauern (bäuerliche Familienbetriebe) betragen in Großbritannien etwa 49.000 und in Luxemburg rund 45.000 Euro. In Portugal sind es wenig mehr als 10.000 Euro, in Bulgarien um die 6.000 Euro. 
  • Landwirtschaftsbetriebe (Haupterwerb) in Deutschland haben im Jahr 2012 rund 58.000 Euro verdient. Davon machen EU-Direktzahlungen (Betriebsprämien) mehr als 26.000 Euro aus.
  • Gerechnet je Landwirt beträgt das Jahreseinkommen weniger als 40.000 Euro. Das monatliche Unternehmensergebnis liegt bei 3.300 Euro pro Monat. Teile des Unternehmensergebnisses werden für die Finanzierung von notwendigen Neuinvestitionen sowie für die Landwirtschaftliche Sozialversicherung benötigt, was rund 7.000 Euro erfordert.

Was der einzelne Bauer letztlich verdienen kann, hängt auch von seiner Regierung ab. Denn es spielt schon eine Rolle, wie gut sie Fördergelder in Brüssel abholen kann.

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