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Pferdefreundlich aufsteigen - so gelingt es

Sanftes Aufsteigen schont den Pferderücken.
Sanftes Aufsteigen schont den Pferderücken.
Stellen Sie sich vor, Ihnen würde plötzlich ein Gewicht von 50 Kg unsanft auf den Rücken geschnallt. Dies würden Sie als unangenehm oder schmerzhaft empfinden. Gleiches gilt für Ihr Pferd, wenn Sie unsanft aufsteigen. Pferdefreundlich gelingt es Ihnen mit Einfühlungsvermögen, Schwung und ausreichender Beweglichkeit. Fehlt Ihnen eine Fertigkeit, können Sie sich anders behelfen.

Treffen Sie alle nötigen Vorbereitungen zum Aufsteigen

Sie können Ihr Pferd nicht einfach aus dem Stall oder von der Weide holen, es schnell aufsatteln und aufsteigen. Ein wenig Vorbereitung ist nötig, damit Sie sich sanft in den Sattel schwingen können.

  • Reinigen Sie die Sattellage gründlich, bevor Sie den Sattel auflegen. Schmutz kann zu Scheuerstellen führen, die Ihrem Pferd Schmerzen bereiten und zu Satteldruck führen können. Reiten mit Satteldruck ist nicht möglich.
  • Legen Sie den Sattel ordentlich an der korrekten Position auf, ziehen die Satteldecke glatt und schließen den Sattelgurt. Ziehen Sie diesen zunächst nur locker an, damit Ihr Pferd keinen Sattelzwang entwickelt. Es würde dann mit dem Kopf schlagen, sich aufplustern und vielleicht nach Ihnen schnappen.
  • Führen Sie Ihr Pferd ein paar Runden im Schritt. Es lässt so Luft ab, entspannt sich und Sie können den Sattelgurt nachziehen, damit der Sattel fester sitzt und nicht beim Aufsteigen seitlich verrutscht.

So steigen Sie gekonnt pferdefreundlich auf

Mit einer zweiten Person, die auf der rechten Seite Ihres Pferdes am Sattel ein Gegengewicht bildet, gelingt Ihnen das Aufsteigen optimal, weil der Sattel so gut wie gar nicht mehr verrutschen kann.

  1. Sie stehen auf der linken Seite Ihres Pferdes. Nehmen Sie die Zügel locker in die linke Hand. So werden Sie Ihr Pferd während des Aufsteigens nicht im Maul stören.
  2. Stellen Sie sich mit Ihrer rechten Schulter parallel zur linken Pferdeschulter und greifen mit der linken Hand in die Sattelkammer. Dabei schauen Sie nach hinten zur Kruppe.
  3. Nehmen Sie nun mit der rechten Hand den Steigbügel und drehen ihn zu Ihnen hin. Die äußere Seite des Bügels drehen Sie leicht nach vorne.
  4. Setzen Sie die Stiefelspitze Ihres linken Fußes bis zum Ballen in den Steigbügel, achten aber streng darauf, den Fuß parallel zum Pferdebauch zu halten. Drehen Sie diese bereits jetzt schon zum Pferdebauch hin, führt der, von der Spitze ausgeübte, Druck Ihrem Pferd Unbehagen und Schmerzen zu.
  5. Greifen Sie jetzt mit der rechten Hand das hintere Ende des Sattels - den Hinterzwiesel. Holen Sie durch eine Auf- und Abwärtsbewegung Schwung und drücken sich mit dem rechten Bein kräftig vom Boden ab. Führen Sie die Bewegung nach oben mit dem linken Bein fort, indem Sie dieses langsam durchdrücken.
  6. Ziehen Sie sich gleichzeitig mit den Händen nach oben und führen das rechte Bein auf einer Bogenlinie über den Pferderücken und Sattel hinüber. Während dieser Bewegung lösen Sie die rechte Hand vom Hinterzwiesel und drehen Ihr linkes Bein zunächst zum Pferdebauch hin. Sobald das rechte Bein über den Rücken schwingt, drehen Sie das linke Bein weiter nach vorne. Achten Sie immer darauf, die Stiefelspitze nicht Ihrem Pferd in den Bauch zu drücken.
  7. Lassen Sie sich jetzt nicht in den Sattel plumpsen. Fangen Sie den Schwung mit mit dem linken Bein ab und gleiten vielmehr sanft in den Sattel.
  8. Nehmen Sie mit dem rechten Fuß den Steigbügel auf.

Hilft Ihnen eine zweite Person, wird diese dann den Zug auf der rechten Seite verstärken, wenn Sie sich in den Sattel schwingen. Sobald Sie über den Rücken schwingen, kann diese den Zug wieder verringern, um das Gleichgewicht zu erhalten.

Eine Aufsteighilfe erleichtert das Aufsteigen

Es gibt viele Situationen, in denen das pferdefreundliche Aufsteigen unmöglich erscheint. Manchmal fehlt es an Beweglichkeit, aber auch besonders große Pferde können das Aufsteigen erschweren. Kleineren Reitern fällt es auch schwer, auf Pferde in Durchschnittsgröße mühelos aufzusteigen. Hier können Sie sich mit einer Aufsteighilfe das Leben erleichtern. Diese kann eine spezielle, mobile Holztreppe oder eine fest verankerte Erhöhung sein.

  • Die mobile Aufsteighilfe ist vielseitig überall einsetzbar, Sie können sich an jedem beliebigen Ort in den Sattel schwingen. Hierzu müssen Sie die Holztreppe neben Ihr Pferd stellen. Mit Ihrem linken Bein stellen Sie sich, um dann aus einer angenehmen Höhe das rechte Bein über den Pferderücken zu schwingen. Das Schwungholen und Hochziehen fällt weg, das Aufsteigen wird leichter.
  • Bei einer festen Aufsteighilfe müssen Sie Ihr Pferd nahe genug an diese heranführen und es richtig positionieren. Dies kann sich manchmal als schwierig gestalten, dies kann aber trainiert werden. Auch mit der festen Aufsteighilfe entfällt das Schwungholen und Hochschwingen, Sie kommen leichter pferdefreundlich in den Sattel.

Lassen Sie sich auf den Pferderücken hochschwingen

  • Möchten Sie ohne Sattel reiten, fällt das Aufsteigen besonders schwer. Nicht jeder schafft es, sich dennoch hoch zu schwingen. Bitten Sie eine zweite Person, Sie "hochzuwerfen". Hierzu fasst diese Ihr linkes Bein unterhalb des Knies und am Schienenbein an.
  • Sie zählen laut bis drei und springen bei jeder Zahl leicht hoch, um Schwung zu holen. Auf drei springen Sie dann besonders kräftig ab, gleichzeitig schiebt die helfende Person Ihr linkes Bein nach oben, unterstützt also Ihre Bewegung. Dies ist natürlich auch bei einem gesattelten Pferd möglich.

Finden Sie Ihre eigene Art, aufzusteigen. Wenn es Ihnen nicht gelingt, ohne Hilfe in den Sattel zu kommen, sollten Sie die Aufsteighilfe oder eine zweite Person zur Hilfe nehmen. So schonen Sie den Pferdrücken und erwecken beim Pferd keine Angst vor dem Aufsteigen.

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