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Mandoline - eine Entscheidungshilfe beim Kauf

Die Mandoline ist die Laute unter den Lauten.
Die Mandoline ist die Laute unter den Lauten.
Mandolinen gehören zu den Lauteninstrumenten, also den ältesten bekannten Zupfinstrumenten Europas. In ihrer jetzigen Form sind sie seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Zeitweise vergessen erlebte die Mandoline in Deutschland mit der Wanderbewegung in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Renaissance. Durch technische Neuerungen und veränderte Bauformen wurde die Mandoline an die Ansprüche moderner Musiker angepasst.

Daran erkennen Sie eine Mandoline

Die klassische Mandoline erinnert mit ihrer Tropfenform an eine Mandel, daher auch der Name. Mandolinen sind mit acht Saiten bespannt, die jeweils paarweise unisono, also im Gleichklang, gestimmt sind. Daraus ergeben sich vier Saitenpaare auch Chöre genannt.

  • Heute noch beliebt und gebräuchlich ist die Rundbauchmandoline. Sie fällt durch einen stark gewölbten Boden auf. Dieser ist aus einzelnen Lamellen gefertigt und direkt (ohne Zargen) mit der zumeist abgeknickten Decke verleimt.
    Eine andere, heute oft verwendete Bauform, ist die Flachbauchmandoline. Diese Bauform lehnt sich in der Konstruktion an die Geige an. Die Decke ist meist mehr oder minder stark gewölbt. Der kaum gewölbte Boden ist mit der Decke über Zargen verbunden.
  • Eine Zwischenform bildet die portugiesische Mandoline. Ihr Boden ist weit weniger gewölbt als bei einer Rundbauchmandoline, Decke und Boden sind ebenfalls über Zargen miteinander verbunden.
    Insbesondere bei den Flachbauchmandolinen haben sich einige Sonderbauformen etabliert. So wird bei einigen Modellen das runde oder ovale Schallloch durch F-Löcher ersetzt, wie sie von der Violine bekannt sind.
  • Als auffälligste Bauform sei die Florentiner, kurz „F-“, Mandoline erwähnt. Die von der Firma Gibson als „F5“ entwickelte Flachbauchmandoline zeichnet sich durch, F-Löcher, Cutaway (Ausschnitt am Korpus unten, zur besseren Erreichbarkeit der hohen Bünde) und die charakteristische Schnecke oben am Korpus aus. 

Mandolinen werden heute auch mit Tonabnehmern ausgestattet. Dies kann aktiv über ein Piezokristall an der Decke mit angeschlossenem Vorverstärker, oder aber passiv vermittels Spulen wie an der E-Gitarre geschehen.

So stimmen Sie eine Mandoline

Die Standardstimmung einer Mandoline entspricht der einer Violine, also g d' a' e'' (gg d'd' a'a' e''e''). Bei der Standardstimmung entspricht also der Ton auf dem siebten Bund dem Grundton der nächsthöheren Saite (Quintstimmung). Einige Musiker, insbesondere im Irish Folk, stimmen die unterste Saite aber auch einen Ganzton tiefer also g d' a' d''.

  • Das Stimmen einer Mandoline erfordert einiges an Übung. Ein Stimmgerät leistet hier gute Dienste. Es ist insbesondere darauf zu achten, dass die beiden Saiten eines Paares absolut gleich klingen. Das Überstimmen einer Saite führt zu Verspannungen die sich erst nach und nach lösen. Vermeiden Sie das, indem Sie sich dem Ton immer von unten nähern, also bei Überstimmung die Spannung soweit lösen, dass der Ton zu tief ist und erneut, stimmen.
  • Beachten Sie, dass der Steg einer Mandoline nicht fest mit der Decke verbunden ist. Sollten Sie also alle Saiten der Mandoline auf einmal wechseln, empfiehlt es sich, die Position des Stegs zu markieren. Die richtige Position des Stegs kontrollieren Sie am einfachsten, indem Sie den Ton auf dem zwölften Bund anschlagen. Dieser entspricht dem Grundton nur eine Oktave höher.

So spielen Sie eine Mandoline

Mandolinen werden fast ausschließlich mit einem Plektrum gespielt. Mandolinenplektren sind kleiner und schmaler als Plektren für die Gitarre. Vermeiden Sie das Auflegen der Hand auf die Decke oder die Saiten hinter dem Steg.

  • Neben der Solospielweise, also Einzeltonanschlag, können Sie auf der Mandoline auch Akkorde spielen. Die korrekte Grifftechnik erfordert allerdings Übung. Als Sonderform der Akkordspielweise seien noch die sogenannten Chops erwähnt, die im Bluegrass beheimatet sind. Hier wird ein Akkord über alle Saiten gegriffen.Der Griff wird aber unmittelbar nach dem Anschlagen der Saiten gelockert und der Ton damit gedämpft.
  • Die bekannteste Spielweise der Mandoline ist das Tremolo. Hier wird der Ton in rascher Folge mehrfach angeschlagen, bis die gewünschte Tonlänge erreicht ist. Als Sonderform der Tremolospielweise gilt die Triolenspielweise, hier wird eine Viertelnote als 8tel-Triole aufgefasst.

Dafür verwenden Sie eine Mandoline

Neben dem klassischen Einsatz der Mandoline in Zupforchestern erfreut sich das kleine Instrument in der folkloristischen Musik wieder zunehmender Beliebtheit. Hier ist neben der italienischen, deutschen und russischen Folklore auch die keltische zu nennen. Wenn man den Bluegrass als folkloristisch auffassen darf, dann sogar die amerikanische Folklore. Aber auch im Jazz, Blues und Rock ist die Mandoline mittlerweile beheimatet. Für Einsteiger empfiehlt  sich eine Flachbauchmadoline einfacher Bauart (A Mandoline). Möchten Sie sich das erste Mal eine Mandoline zulegen, ist es immer sinnvoll diese vor Ort in einem Musikfachgeschäft zu kaufen. Oder lassen Sie sich zumindest dort beraten. Musikinstrumente erhalten Sie zum Beispiel im Musikhaus Thomann. Die Preise liegen ab 49 Euro aufwärts. Aber auch beim Online-Kaufhaus Amazon erhalten Sie Mandolinen und diverses Zubehör in den unterschiedlichsten Preisklassen inklusive Bücher sowie Noten zum Instrument.

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