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Die Hummel - Informatives

Zielgenau zum Landeplatz auf der Blüte
Zielgenau zum Landeplatz auf der Blüte
Hummeln, das sind die kleinen pelzigen "Ersatzbienen", die man auch bei regnerischem oder kühlem Wetter fleißig auf den Blumen sieht. Aber es gibt noch mehr Erstaunliches über diese Insekten zu berichten.

Hummeln - eine Kurzinfo

  • Hummeln - mit lateinischem Namen "Bombinae" - sind tatsächliche eine Unterfamilie der Bienen, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so erscheint. Allerdings liegt dies wohl an ihrer starken, fast pelzartigen Behaarung und ihrem etwas plump wirkenden Aussehen. Auch haben Hummeln längere Rüssel als Bienen.
  • Hummeln leben ähnlich den Honigbienen in sozialen Gemeinschaften, sprich in gemeinsamen Nestern, meist in Erdhöhlen, und mit Arbeitsteilung. Ein Volk umfasst jedoch höchstens 400 bis 500 Tiere. Der Hummelstaat besteht nur ein Jahr; im Herbst sterben alle Tiere mit Ausnahme der befruchteten Königinnen.
  • Am bekanntesten sind die beiden Arten Erdhummel (zu erkennen am eher samtschwarzen-weißen Hinterleib) und die Feldhummel (Hinterleib meist gelbrot, also auffällig, behaart). Beide legen Erdhöhlen an, die Erdhummel baut jedoch auch Nester in (verlassenen) Vogelnestern und Hausnischen. Hier dient wie bei den Bienen Wachs, aber auch zerfaserte Pflanzenteile als Baumaterial.

Das pelzige Insekt verfügt über einen Wärmetauscher

  • Tatsächlich sind Hummeln neben Bienen wichtige Blütenbestäuber. Sie sind besonders im kalten und regnerischen Frühjahr für die Bestäubung der Obstbäume unentbehrlich, denn sie sind auch bei kühlen Temperaturen noch unterwegs, wenn Bienen in ihrem Nest verbleiben. Die Kälteunempfindlichkeit der Hummel ist darauf zurückzuführen, dass das Insekt über eine Art Gegenstrom-Wärmetauscher verfügt, der es ermöglicht, im Körper, besonders in der Flugmuskulatur, eine ausreichende Temperatur zu halten.
  • Dieser Gegenstrommechanismus kann bei Bedarf - Gefahr durch Überhitzung bei warmem Wetter - abgeschaltet werden, sodass die von den Muskeln produzierte Wärme vom Brustkorb zum Hinterteil der Hummel transportiert wird und dort an die Umgebung abgegeben werden kann.
  • Die Hummelkönigin nutzt diesen Mechanismus übrigens, um ihre Eier zu bebrüten. Sie erzeugt durch Zittern ihrer Flugmuskeln Wärme und transportiert diese in das Hinterteil, das dann gegen die Eier gedrückt wird.

Übrigens: So plump Hummeln auch wirken - sie setzen millimetergenau auf einer Blüte auf. Und dass, obwohl die Luft für sie außerordentlich zäh erscheint, ein Problem, das alle kleineren Insekten beim Fliegen haben.

helpster.de Autor:in
Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen
Dr. Hannelore Dittmar-IlgenHannelore hat Mathematik, Physik sowie Chemie und Pädagogik studiert und erklärt diese schwierigen Themenfelder schon immer gerne ihren Mitmenschen. Auch über ihre Hobbys schreibt sie leidenschaftlich gerne, das können unsere Leser in den Kategorien Essen & Trinken sowie Handarbeit entdecken. Sie ist eine unserer fleißigsten Autorinnen der ersten Stunde von HELPSTER.
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