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Die Bedeutung der Rasse - so erfüllen Sie die Bedürfnisse Ihres Hundes

Rassespezifische Bedürfnisse der Hunde berücksichtigen
Rassespezifische Bedürfnisse der Hunde berücksichtigen
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Hund in Ihr Zuhause zu holen, sollten Sie Ihr zukünftiges Familienmitglied nicht nur nach seinem Aussehen, sondern auch nach seinen rassebedingten Bedürfnissen auswählen. Nur so gewährleisten Sie, dass Ihr Vierbeiner ein glückliches und natürliches Leben führen kann.

Bedeutung der Rasse beim Hundekauf berücksichtigen

  • Wenn Sie sich vor dem Kauf eines Rassehundes die Frage stellen, welcher Vierbeiner am besten zu Ihnen passt und sich zu einem treuen Gefährten entwickelt, sollten Sie sich zuerst mit dessen Bedürfnissen beschäftigen. Dabei sollten Sie beachten, dass drei Verhaltensebenen zu berücksichtigen sind. Zu ihnen gehört das Verhalten als Tier, als Hund und als spezifische Rasse.
  • Ihr Hund ist ein Tier, das, wie alle anderen Lebewesen, für sein Fressen und Wasser arbeiten muss. In einem Rudel versteht er sich mit seinen Artgenossen auf einer energetischen Ebene.
  • Sie sollten wissen, dass Ihr zukünftiger Begleiter als Hund ein soziales Wesen ist. Er hat den Wunsch, Teil eines geordneten Rudels zu sein, in dem er in einer festgelegten Hierarchie seine Position einnehmen kann. Aus diesem Grund benötigt er klare Regeln. Seine Umwelt nimmt er zuerst mit der Nase, anschließend mit den Augen und letztlich mit den Ohren wahr.
  • Die Eigenschaften der Rasse treten meist nur dann zutage, wenn die Bedürfnisse als Tier und Hund nicht erfüllt werden. Durch gezielte Züchtungen wurde nicht nur ein bestimmtes Rasseaussehen, sondern auch Fähigkeiten in der Genetik der Hunde verankert. Je reinrassiger ein Vierbeiner ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund darauf zurückgreifen wird, um Frustrationen und aufgestaute Energien abzubauen. Probleme im Umgang mit Ihrem Vierbeiner sind dadurch vorprogrammiert.
  • Der international anerkannte kynologische Dachverband FCI teilt die Hunderassen in verschiedene Gruppen auf. Sie sollten wissen, dass dabei die Aufgaben, für die die Rassehunde gezüchtet wurden, berücksichtigt werden. 

Hundeabstammung bei der Erfüllung der Bedürfnisse beachten

  • Besitzen Sie einen Australian Shepherd, sollten Sie berücksichtigen, dass es sich bei dieser Hunderasse um einen Hüte- und Treibhund handelt. Er wurde eigens dafür gezüchtet, durch seinen angeborenen Trieb Beutetiere, wie beispielsweise Schafe, nicht zu töten, sondern nur zusammenzuhalten. Bei dieser Aufgabe folgt er den Kommandos des Halters, jedoch auch seinem eigenen Urteil.
  • Beachten Sie, dass die zu dieser Gruppe gehörenden Rassehunde ein hohes Energieniveau haben und daher täglich nicht nur eine Stunde spazieren gehen, sondern ausgiebig am Fahrrad laufen sollten. Die Befriedigung der rassetypischen Bedürfnisse erfolgt durch zusätzliche anspruchsvolle Beschäftigungen. Dazu zählen beispielsweise Dog Frisbee und Agility. Hierbei werden Wendigkeit und Konzentration sowie die enge Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund begünstigt.
  • Entscheiden Sie sich für einen Cockerspaniel, sollten Sie berücksichtigen, dass es sich bei dieser Hunderasse um einen Vorstehhund handelt, der wie die Apportier-, Stöber- und Wasserhunde gezüchtet wurde, um Federwild aufzuspüren oder zu apportieren. Alle reinrassigen Hunde, die einen ausgeprägten Jagdtrieb vorweisen, verfügen über ein hohes Energieniveau, sodass Sie mit Ihrem Vierbeiner tägliche Ausflüge am Rad durchführen sollten. Das Tragen eines Hunderucksacks mit einem Gewicht von nicht mehr als zwanzig Prozent des Gesamtkörpergewichts macht einen Spaziergang für Ihren Hund anstrengender und hilft, dass er überschüssige Energie abbauen kann.
  • Vorstehhunde benötigen Aufgaben, die besonders ihre Nase ansprechen. So helfen Suchspiele nach versteckten Gegenständen, denen sie vorstehen müssen, ihre Ausgeglichenheit zu unterstützen. 
  • Die als besonders familientauglich angepriesenen Golden und Labrador Retriever entwickeln sich nur dann zu einem gehorsamen und ausgeglichenen Familienhund, wenn den Bedürfnissen ihrer Rasse Rechnung getragen wird. Dazu gehört vor allem das Apportieren von Gegenständen an Land und im Wasser.
  • Beachten Sie, dass viel Bewegung bei langen Ausflügen das hohe Aktivitätspotenzial senkt, unkontrolliertes Hin- und Herwerfen eines Gegenstandes die Erregung Ihres Hundes jedoch steigern kann. Daher sollte die Beschäftigung konzentriert und mit Gehorsamsübungen durchgeführt werden.
  • Zu den kleinen Rassehunden gehört die Gruppe der Terrier, denen das Jagen und Arbeiten im Blut liegt, sodass sie meist besonders energiebeladen sind. Damit Ihr Vierbeiner als Hund und Rasse Erfüllung findet, reicht es nicht aus, ihn unbeaufsichtigt im Garten herumtollen und Löcher buddeln zu lassen und diese Unart damit zu entschuldigen, dass dieses Verhalten in den Genen liegt und nicht zu verändern ist.
  • Sie sollten wissen, dass auch der Terrier neben viel Auslauf eine Beschäftigung benötigt, um ausgeglichen zu sein. Wie bei Hütehunden können Agility und Dog Frisbee die rassetypischen Verhaltensweisen in neue Bahnen lenken und aus einem ungestümen Vierbeiner einen ruhigen Familienhund hervorbringen.
  • Besonders bei der Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde werden die Bedürfnisse unterschätzt, die als Hund und Rasse zu befriedigen sind. Sie werden wegen ihres Aussehens und ihrer Größe gezüchtet und von Ihnen meist wegen ihres Niedlichkeitsfaktors gewählt.
  • Sie werden bemerken, dass Sie bei einer Zwergrasse wie beispielsweise Yorkshire Terrier oder Chihuahua Verhaltensweisen durchgehen lassen, die Sie bei großen Tieren nie zulassen würden. Dazu gehört nicht nur ein ständiges Bellen, sondern auch das Zerstören von Gegenständen. Beachten Sie jedoch, dass diese Hunde durch die Akzeptanz dieses Verhaltens aus dem Gleichgewicht geraten und daher Menschen und Tiere angreifen können.
  • Wie bei allen anderen Hunderassen ist es notwendig, die Bedürfnisse durch Bewegung, Disziplin und Zuneigung zu erfüllen. Sie sollten darauf verzichten, den kleinen Vierbeiner ständig auf dem Arm zu tragen, sondern ihm ermöglichen, kleine Spaziergänge zu unternehmen und durch geistige Herausforderungen wie Ballspiele oder Hindernisparcours die aufgestaute Energie abzubauen. 
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