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Den passenden Sattel für die eigene Reitweise finden

Jeder Sattel dient einem anderen Zweck.
Jeder Sattel dient einem anderen Zweck.
Der Sattel ist mit das wichtigste Zubehörteil im Reitsport und sollte mit Bedacht gewählt werden. Es gibt verschiedene Sattelarten, jede hat eine andere Eignung. Da fällt einem die Entscheidung für einen bestimmten Sattel manchmal nicht leicht. Überlegen Sie daher, welche Richtung im Reitsport Sie einschlagen möchten, um den passenden Sattel zu finden.

Der Aufbau eines Sattels

Alle Satteltypen haben eine gleiche Basis, die Endausführung ist jeweils angepasst. Den Kern eines Sattels bildet meist der Sattelbaum, der aus Holz, Fiberglas, Aluminium, Stahl oder Leder gefertigt ist. Er gibt dem Sattel die Form. Er wird von Leder, manchmal auch Kunststoff in Form von Polstern und der Sitzfläche ummantelt. Seitlich sind die beiden Schweiß- und Sattelblätter angebracht. Die Kammerweite vorne sorgt für ausreichend Platz für den Widerrist. Die Aufgabe eines Sattels besteht darin, den Pferderücken zu schonen und zugleich den Reiter bestmöglich zu unterstützen und ihm Sicherheit zu geben.

Dressur, Springen und Vielseitigkeit sind die Klassiker

  • Als Anfänger oder Einsteiger sind Sie mit einem Vielseitigkeitssattel gut beraten. Dieser ist dem Namen entsprechend vielseitig einsetzbar, Sie können, springen, ins Gelände gehen und Dressurreiten. Der Vielseitigkeitssattel liegt nahe am Pferd, Gewichts- und Kreuzhilfen können recht präzise gegeben werden. Der Sattel vereinigt die Vorzüge eines Dressursattels mit denen eines Springsattels. Leichte Pauschen am vorderen und hinteren Rand des Schweißblattes geben dem Bein einen festeren Halt, das längere Sattelblatt ermöglicht ein besseres Einwirken sowie eine angenehmere Sitzposition. Als reiner Freizeitreiter sind Sie mit einem solchen Sattel gut bedient. Es gibt den Vielseitigkeitssattel auch mit Schwerpunkt Dressur - er hat ein längeres Sattelblatt - oder Schwerpunkt Springen - er hat ein verkürztes Sattelblatt mit verstärkten Pauschen für eine gebeugte Sitzposition.
  • Als reiner Dressurreiter benötigen Sie einen Dressursattel, der durch seine langen und gerade geschnittenen Sattelblätter ein langes Bein ermöglicht. Hierdurch können Sie sehr viel effektiver und feiner auf Ihr Pferd einwirken. Es gibt nur wenig eingearbeitete Pauschen, damit Sie in Ihrer Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt werden. Lediglich am vorderen Rand verhindert eine Pausche das Verrutschen des Beines. Die Sitzfläche ist kurz gehalten, Sie sitzen sehr nahe am Pferd und können optimal mit Kreuz- und Gewichtshilfen einwirken. Entsprechend der Rückenform des Pferdes werden die Polster der Auflageflächen angepasst.
  • Wenn Sie schwerpunktmäßig lieber springen, sollten Sie sich einen Springsattel zulegen. Dieser ist flacher, dafür länger in der Sitzfläche. Hieraus ergeben sich deutlich nach vorne gezogene und kurze Sattelblätter mit dicken Pauschen. Diese sorgen für einen besseren Halt bei der Landung, die Knie können nicht nach vorne rutschen. Insgesamt ist der Springsattel sehr viel breiter und dicker gepolstert und bietet dem Pferd möglichst viel Bewegungsfreiheit. Eine feine Hilfengebung ist bei einem Springsattel zweitrangig.

Wenn Sie ambitioniert Ihr Pferd in allen Sparten reiten möchten, ist es sinnvoll, mehrere Sättel zu besitzen. Die Anschaffung ist aber sehr teuer, weshalb meist ein Vielseitigkeitssattel gewählt wird. Richten Sie diesen nach Ihrem Schwerpunkt aus. Möchten Sie vermehrt Dressurreiten, kommt Ihnen das etwas längere Sattelblatt entgegen. Springen können Sie mit diesem Sattel aber auch problemlos.

Andere Reitweisen erfordern andere Sättel

  • Das Westernreiten erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit. Der Sattel verfügt über eine sehr große Auflagefläche auf dem Pferderücken, sodass sich das Reitergewicht gleichmäßig verteilt. Sie sitzen sehr bequem und der Rücken wird entlastet, sodass auch lange Wanderritte kein Problem darstellen. Mittlerweile sind diese Sättel durch den Einsatz von leichteren Werkstoffen nicht mehr so schwer wir noch vor wenigen Jahren - zehn Kilogramm waren keine Seltenheit. Der vorne eingearbeitete Knauf gibt Ihnen Halt. Ursprünglich diente er den Cowboys als Befestigungspunkt für das Lasso, wenn Sie Kühe einfangen mussten. Sie müssen aber nicht unbedingt das Westernreiten als Sport betreiben, um einen solchen Sattel zu verwenden. Bei reinen Freizeitreitern ist der Sattel sehr beliebt, weil er so bequem und angenehm zu sitzen ist.
  • Lieben Sie Gangpferde und möchten den ihnen eigenen Tölt ausreiten, benötigen Sie einen Töltsattel. Rein optisch kommt er dem Vielseitigkeitssattel sehr nahe, allerdings hat er einen deutlich nach hinten verlagerten Schwerpunkt. Dies kommt den Gangpferden entgegen, das Tölten fällt Ihnen so leichter. Ebenso können Sie Ihr Gewicht für die speziellen Hilfen so besser verlagern.
  • Es gibt noch weitere Sattelarten, die eine Spezialisierung im Reitsport erfordern. Sie können im Damensattel reiten, dies ist allerdings eine besondere Herausforderung, da Ihnen das rechte Bein zur Hilfengebung fehlt.
  • Ein Rennsattel wird nur im Rennsport verwendet und zeichnet sich durch ein minimales Gewicht von ca. 250 Gramm aus.
  • Für den Polosport gibt es spezielle Sättel, bei denen auf Pauschen im Kniebereich völlig verzichtet wird.
  • Barocksättel bieten dem Pferd eine möglichst große Schulterfreiheit und geben dem Reiter durch extrem hohe Zwiesel größtmöglichen Halt.
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