Zwangsbeschneidung bei Frauen - so unterstützen Sie Hilfsorganisationen im Kampf dagegen

Gewalt an Frauen muss gestoppt werden. Gewalt an Frauen muss gestoppt werden.
Die Zwangsbeschneidung von Mädchen und Frauen gilt in den meisten Ländern der Welt als verabscheuungswürdiges Verbrechen, bei dem junge Frauen verstümmelt werden - in einigen wenigen Ländern vor allem Zentralafrikas gehört die Beschneidung der Frauen jedoch noch zum guten Ton. Was das heißt und wie Sie Hilfsorganisationen beim Kampf dagegen unterstützen können, erfahren Sie hier.
Enrico Brülke
23.12.2011 Enrico Brülke

Das bedeutet die Zwangsbeschneidung bei Frauen genau

Lesen Sie nur weiter, wenn Sie über einen starken Magen verfügen. Um zu wissen, warum Hilfsorganisationen im Kampf gegen Zwangsbeschneidungen bei jungen Frauen unterstützt werden sollten, können Sie hier lesen, was das genau für die Mädchen und Frauen bedeutet. Übrigens: Die Mädchen die sich dagegen (erfolgreich) wehren, gelten in ihrem Dorf als geächtet.

  • Die Beschneidung ist in den meisten Regionen das Zeichen für die Mädchen, dass Sie in den Stand der Frauen erhoben werden. Weltweit gibt es jedes Jahr ca. 2 Millionen Zwangsbeschneidungen.
  • Es wird grob zwischen 4 Stadien der sogenannten Beschneidung unterschieden. Wohlgemerkt muss Ihnen bewusst sein, dass die Beschneidung der Frau im Gegensatz zum Entfernen der Vorhaut beim Mann keinerlei Nutzen erfüllt - im Gegenteil. Die einfachste Art stellt hier die "milde Sunna" dar. Hierbei wird die Klitorishaut entfernt, geritzt oder durchstochen. 
  • Bei der so genannten "Sunna" oder auch "modifizierten Sunna" entfernt man die Klitoris zum größten Teil oder gar vollständig. Dass dieser Eingriff sehr schmerzhaft ist, zumal mit den in den Stämmen zur Verfügung stehenden hygienischen Mitteln, versteht sich von selbst. Sie denken, damit ist das Schlimmste gesagt? Leider nicht.
  • Es gibt auch die "Exzision" genannte Zwangsbeschneidung. Hierbei werden neben der schon genannten Klitoris zusätzlich die äußeren Schamlippen entfernt. Doch auch dieses schreckliche Ritual ist noch steigerbar und wird bei immerhin 15 % der Fälle (ca. 300.000 Mädchen und Frauen pro Jahr) angewendet: Die Infibulation.
  • Bei dieser krassen Form der Verstümmelung, denn nichts anderes ist es, werden die äußeren Genitalien komplett oder zumindest zum größten Teil entfernt. Doch danach ist die Prozedur, die ohne Betäubung durchgeführt wird, noch nicht überstanden. Jetzt wird die Vaginalöffnung verengt und bis auf eine minimale Öffnung zugenäht. Dabei stirbt jedes dritte Mädchen.
  • Neben den unerträglichen Schmerzen kommt es zu sehr starken Blutungen und damit einhergehend auch entsprechenden Infektionen. Narben, Geschwüre und Abszesse sind keine Seltenheit bei den Betroffenen. Bei einigen Mädchen kommt es zu einer Verwachsung der Harnöffnung. Das führt durch Harnstau und Harnvergiftung zu einem qualvollen Tod innerhalb weniger Wochen.
  • In der Hochzeitsnacht wird die Frau in der Regel wieder geöffnet. Das findet je nach Region unterschiedlich statt. In der Regel werden Frauen dafür zur Beschneiderin gebracht und die Vaginalöffnung wird erweitert. Es geht aber auch anders: Nicht selten gehört es zur Hochzeitsnacht, dass der Mann versucht, die winzige Öffnung mit dem Penis zu erweitern. Je nach Region werden die Frauen danach wieder - auch mehrfach - verschlossen.

Wenn Sie sich zu diesem Thema noch genauer informieren möchten, so können Sie das im Internet sehr ausführlich tun. Besonders umfangreich sind die Quellen in einem Artikel der WELT und in dieser Seminarkursarbeit.

So können Sie Hilfsorganisationen im Kampf dagegen unterstützen

Es gibt eine Vielzahl von Organisationen, die sich gegen die Praktiken der Zwangsbeschneidung bei Mädchen und Frauen einsetzen.

  • Diese Organisationen sind auf Spenden angewiesen, um ihre Arbeit weiter durchführen zu können. Zu der Arbeit gehört nicht nur die Betreuung betroffener Frauen, sondern auch die Aufklärungsarbeit und direkte Hilfe von jenen, die auf Grund der Zwangsbeschneidung aus Ihrer Heimat versuchen zu fliehen.
  • TERRE DES FEMMES ist ein Verein, der sich schon viele Jahrzehnte für die Menschenrechte der Frau einsetzt. Es ist ein eingetragener Verein und fast alle der Mitarbeiter setzen sich ehrenamtlich ein. So können Sie hier spenden: Ethikbank, Konto-Nr. 311 6000, BLZ 830 944 95.
  • Amnesty international setzt sich aktiv für Menschenrechte ein. Auch gegen die Zwangsbeschneidung ist Amnesty International schon viele Jahre aktiv. Spenden Sie mit einer Überweisung an die Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 37020500 auf das Konto: 8090100. Alternativ können Sie auch mit einer SMS ganz einfach 5 Euro spenden. Senden Sie dafür eine SMS mit dem Kennwort AMNESTY an 81190. 
  • Der Verein (I)NTACT e.V. setzt sich nur mit dem Thema Beschneidung von Mädchen und Frauen auseinander. Hier kommt die Spende besonders zielgerichtet an. Auf der Homepage können Sie für 30 € Jahresbeitrag (mehr ist auch möglich) Mitglied des Vereins werden und so die Arbeit aktiv unterstützen, zum Beispiel auch durch das Organisieren oder Halten von Vorträgen, das Verteilen von Informationsbroschüren und vieles mehr. Aber auch Einzelspenden sind möglich und nötig. So kommt Ihre Unterstützung an: (I)NTACT-Spendenkonto Deutschland: Konto: 712000, Sparkasse Saarbruecken - BLZ 59050101.

Ein Mensch kann wenig bewegen, zusammen können sie alle die Welt verbessern. Schritt für Schritt.

Diese Anleitung
Leser-Tipps Ihren Tipp zur Anleitung schreiben

1400 Zeichen verbleibend.