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Zur Hauseinweihung Brot und Salz mitbringen - Wissenswertes zu diesem Brauch

Zur Hauseinweihung und zum Einzug in die neue Wohnung werden traditionell Brot und Salz als Geschenk überreicht. Zusammen mit netten Sprüchen übergeben die Gäste den Hausherren dieses alt hergebrachten Mitbringsel. Der Sinn dieser Gabe erschließt sich beim Blick in die Geschichte, die bis in die Zeit der Griechen und Römer zurückreicht. Daher rührt es, dass sich dieses Brauchtum in sehr vielen Ländern bis heute gehalten hat.

Für Wohlstand und Sicherheit.
Für Wohlstand und Sicherheit.

Herkunft des Brauchtums mit Brot und Salz

  • Aus der griechischen und römischen Mythologie ist die Herstellung von Brot mit der griechischen Erdmutter Demeter und im römischen mit dem Gott Ceres verbunden. Diese Götter waren für den Ackerbau zuständig. Die Fruchtbarkeit des Bodens oblag den Göttern, wofür ihnen mit Opfern gedankt wurde. 
  • Auch das Backen von Brot geht auf die Götter zurück. Erst sie haben laut der Mythologie den Menschen die Herstellung beigebracht. Getreideanbau und Backen geht also auf göttliche Eingebung zurück. Brot und Salz sind auch wichtige Dinge im Christentum. So bitten die Gläubigen um ihr tägliches Brot. Jesus nannte seine Jünger auch das Salz der Erde. 
  • Daraus wird erkennbar, dass Brot seit Menschengedenken mit der Existenz und mit Wohlstand in Verbindung steht. Brot und Salz bilden die Basis für zivilisiertes menschliches Leben. In den vergangenen Zeiten, als die Menschen noch sehr direkt von den Einflüssen der Natur bestimmt waren, war der Bezug zu den wichtigen Dingen, die die Natur gab, stärker. 
  • Die heutige Verfügbarkeit der Lebensmittel und die geringen Preise waren für damalige Menschen unvorstellbar. Nur wer selber seine Nahrung auf dem Feld erwirtschaftet, kann den Wert der Nahrung noch ermessen. Dann wird die Hauseinweihung mit Brot und Salz wieder klar. 

Salz bei der Hauseinweihung und Wohlstand

  • Brot steht neben Wasser für die Grundversorgung, die lebensnotwendig ist. Wer hungrig ist, verlangt nach Brot und Wasser. Erst, wer ohne Hunger ist und Appetit verspürt, verlangt nach mehr. Dass dabei das Salz in den Mittelpunkt gerückt wird, hat mit der Wertigkeit von Salz in der Vergangenheit zu tun. 
  • In der Antike und im Mittelalter war Salz nicht so frei verfügbar wie heute. Die Salzgewinnung war seltener und beschwerlich. Damit hatte es einen hohen Preis, den nicht alle Menschen bezahlen konnten. Salz war so wertvoll, dass es mit Zollgeldern belegt war. Salz war auch als Tauschmittel begehrt. Der Tausch von Salz gegen Juwelen war nicht selten. 
  • So wundert es nicht, dass es in weiten Teilen der Erde für Reichtum und Wohlstand galt. Wie das eigene Haus aus Stein noch heute für Wohlstand steht, so war ein steinernes Haus früher eher selten. Noch im Mittelalter waren Holzhäuser in der Mehrheit der Städte und Dörfer üblich. 
  • Eine Hauseinweihung eines Hauses aus Stein besiegelte den Wohlstand der Familie. Hierzu wurde ein Fest abgehalten, zu dem die Gäste symbolisch Brot und Salz mitbrachten. Das Brot symbolisiert sicheres Auskommen und das Salz steht für den Wunsch nach nicht vergehendem Wohlstand und Reichtum.  

Brot und Salz zur Hauseinweihung heute

  • Dieser uralte Brauch, zur Hauseinweihung und zum Wohnungseinzug Brot und Salz zu reichen, hat sich bis heute gehalten. Zusammen übergeben Gäste den neuen Eigentümern diese Gaben und begleiten sie mit Sinnsprüchen und Gedichten. Zu diesem Ereignis gibt es viele Sammlungen von Sprüchen und Versen. 
  • Besonders der Hausbau stellt für alle Neubesitzer einen Meilenstein in ihrem Leben dar. Dabei erinnern sich die Menschen gerne an die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Dann und in der Krise wird deutlich, wie wichtig die Grundsicherung im Leben ist. Auch wird deutlich, welche Anstrengungen es bedarf, einen Wohlstand zu erarbeiten. Das ist mit ein Grund, dass sich der alte Brauch mit Brot uns Salz bei der Hauseinweihung bis heute gehalten hat. 
  • Heute wird oft ein schöner Korb mit mehreren Brotsorten und Salzstreuer verschenkt. Der Korb wird dann nett mit einem schönen Tuch ausgelegt. Auch Kräuter und Keramiktöpfe werden gerne hinzugefügt. Ein Brottopf aus Steingut, in dem Brot und Salz liegen, sind ebenfalls eine beliebte Geschenkidee. Der Wunsch für Wohlstand bleibt wie eh und je der Gleiche.   
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