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Zungenbandpiercing - das sollten Sie vorab beachten

Piercings und Tattoos gelten als chic und sexy und sind gerade bei jungen Menschen zu einem Massenphänomen geworden. Doch wer sich Nase, Ohr oder Zunge durchbohren lässt, um dort ein Schmuckstück zu platzieren, muss auch mit Komplikationen rechnen. Hier erfahren Sie, welche speziellen Probleme ein Zungenbandpiercing mit sich bringen kann und was Sie vorab bedenken sollten.

Mundhöhlen-Piercings können Probleme bereiten.
Mundhöhlen-Piercings können Probleme bereiten.

Ein Zungenbandpiercing kann wie jedes andere Piercing unmittelbar nach Schaffen der Perforation und Anlegen des Schmuckes akute Probleme bereiten. Piercings im Bereich der Mundhöhle können jedoch spezielle Langzeitfolgen haben.

Mögliche Probleme beim Zungenbandpiercing

  • Piercingschmuck besteht meist aus Titan, Silber, Gold, Chirurgenstahl oder aus Metalllegierungen mit Nickel und Kunststoffen. Sie sollten grundsätzlich auf Nickellegierungen verzichten, insbesondere, wenn bei Ihnen bereits eine Nickelallergie bekannt ist.
  • Ein Piercing mit einer Piercingpistole sollten Sie aus hygienischen Gründen ablehnen, da diese schwierig zu sterilisieren ist.
  • Dort, wo der Schmuck angebracht wird, kommt es unmittelbar nach Schaffen der Gewebeperforation zu einer lokalen Schwellung. Sie sollten daher zunächst für längere Zeit einen Piercingstift als Platzhalter tragen, bevor Sie Ihren ausgewählten Schmuck einführen.
  • Rechnen Sie mit einer Wundheilungszeit im Bereich der Zunge von mindestens vier Wochen.
  • Bei Piercings im Zungenbereich kann es unbeabsichtigt zu einer Verletzung eines Gefäßastes der Zungenarterie kommen. Das kann für Sie äußerst bedrohlich werden, da Blutungen aus der Zunge in der Regel sehr heftig sind und es durch die Blutergussbildung innerhalb der Zunge zu einer unter Umständen bedrohlichen Schwellung der Zunge kommen kann. In seltenen Fällen kann dies zu einer Verlegung der Atemwege führen, sodass ein Notarzt eingreifen muss.
  • Je nachdem, welchen Verschlussmechanismus Ihr Piercing-Schmuckstück hat, kann es sich auch lösen. Sollten Sie es versehentlich herunterschlucken, besteht in aller Regel keine Gefahr, da verschluckte Fremdkörper fast immer den Darm auf natürlichem Wege wieder verlassen, ohne Schaden anzurichten. Röntgenuntersuchungen und Magenspiegelungen sind je nach Beschaffenheit des Piercingschmucks jedoch nie mit Sicherheit auszuschließen.
  • Anders sieht es jedoch aus, wenn Sie das Schmuckstück versehentlich aspirieren, das heißt, es ist in der Lunge gelandet. Dann sitzt das Schmuckstück in der Sackgasse und muss durch eine Bronchoskopie („Spiegelung der Bronchien“) wieder entfernt werden.

Langzeitfolgen von Piercingschmuck in der Mundhöhle

  • Zungenbandpiercing kann wie jedes andere Piercing in der Mundhöhle einen erhöhten Speichelfluss verursachen, was störend ist und in seltenen Fällen zu Entzündungen Ihrer Speicheldrüsen führen kann.
  • Es kann sich ein Taubheitsgefühl im Bereich Ihrer Zunge entwickeln, Geschmacksbeeinträchtigungen bis hin zu Essschwierigkeiten sind möglich.
  • Um Sprechbehinderung und Zahnschädigungen zu vermeiden, sollten Sie möglichst kurze Piercing-Stifte verwenden. Zur Vorbeugung von Entzündungen der Mundschleimhaut sollten Sie konsequent Mundspülungen mit geeigneten Präparaten durchführen.
  • Je nachdem, aus welchem Material Ihr Schmuckstück ist, kann es zwischen dem Schmuckstück und Zahnfüllungen zur Entstehung galvanischer Ströme kommen. Diese Strombildung ist vom Prinzip her vergleichbar mit einer Batterie und kann im ungünstigsten Fall zu Schwindelgefühl, Zungenbrennen, Gleichgewichtsstörungen und Tinnitus führen.
  • Prinzipiell setzen Sie sich bei jeder Piercingaktion per se einem Infektionsrisiko aus. Die Übertragung von HIV, Hepatitis B und C und sogar Tetanus ist möglich.
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