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Zumutbare Entfernung zum Arbeitsplatz - Wissenswertes für Pendler

Pendler haben hohe Fahrtkosten. Wollen Sie diese steuerlich geltend machen, kommt es darauf an, wie der Fiskus die zumutbare Entfernung zum Arbeitsplatz beurteilt. Sie müssen nämlich nicht unbedingt den kürzesten Weg wählen.

Der längere Weg kann besser sein.
Der längere Weg kann besser sein.

Für die Fahrt von Ihrer Wohnung zu Ihrem Arbeitsplatz können Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung eine Entfernungspauschale geltend machen. Maßgebend ist dabei die zumutbare Entfernung zu Ihrem Arbeitsplatz.

Kilometerpauschale zum Arbeitsplatz

  • Die Entfernungspauschale (Kilometerpauschale) beträgt 0,30 € für jeden Entfernungskilometer. Dabei kommt es nicht darauf an, welches Verkehrsmittel Sie benutzen. Mit dieser Pauschale sind sämtliche Fahrtkosten abgegolten.
  • Allerdings kommt die Entfernungspauschale nur zum Tragen, wenn Ihre Fahrtkosten den Werbungskostenpauschbetrag von 1000 € (Stand 2012) übersteigen. Dazu muss Ihre Fahrtstrecke mindestens 15 km betragen. Ihre Fahrtkosten brechen Sie dann wie folgt: 230 Arbeitstage (bei einer Fünftagewoche und drei Wochen Urlaub) x 15 km x 0,30 € = 1.035 € Fahrtkosten.

Entfernung muss möglichst kurz oder verkehrsgünstig sein

  • Beachten Sie, dass Sie nach dem Gesetz immer den kürzesten Weg zum Arbeitsplatz nehmen müssen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn es einen offensichtlich verkehrsgünstigeren Weg gibt. Die große Frage ist dann, wann ein Weg tatsächlich verkehrsgünstiger ist. Sie sollten Ihre Entscheidung daher immer begründen.
  • Ein Weg ist offensichtlich dann verkehrsgünstiger, wenn es auch für einen unbeteiligten Dritten (Sachbearbeiter beim Finanzamt), ohne Weiteres erkennbar ist, dass der gefahrene Weg zweckmäßig ist. So brauchen Sie beispielsweise nicht durch den Innenstadtbereich einer Großstadt zu fahren, wenn Sie morgens zwangsläufig im Stau stehen. Gerade Umgehungsstraßen bezwecken, den Berufsverkehr zu verteilen. Würde man Sie zwingen, den kürzesten Weg durch den Innenstadtbereich zu wählen, würden auch Sie den Innenstadtbereich verstopfen.
  • Sind Sie mit dem Zug unterwegs und wählen eine längere Fahrtstrecke, kommt es darauf an, dass Sie Ihren Arbeitsplatz schneller oder angesichts überfüllter Züge im Berufsverkehr komfortabler erreichen.

Eine zumutbare Zeitersparnis ist irrelevant

  • Es kommt nicht darauf an, dass Sie auf der von Ihnen gewählten Strecke tatsächlich auch eine bestimmte Zeitersparnis erzielen. Es muss sich nur aus den Umständen ergeben, dass Ihre Streckenentscheidung sinnvoll ist. Früher kam es noch darauf an, dass die Fahrtstrecke eine ganz bestimmte Zeitersparnis erbringen musste. Nutzen Sie also eine Umgehungsstraße, treffen Sie eine verantwortungsbewusste Entscheidung. Auch wenn Sie dann länger unterwegs sind und/oder mehr Kilometer fahren, muss das Finanzamt Ihre Fahrtkosten anerkennen.
  • Beachten Sie, dass das Finanzamt mithilfe der Kartendienste im Internet die Wege und die Ihnen zumutbare Entfernung nachvollzieht.
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