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Zug- und Druckstufe beim Motorrad richtig einfedern

Die Federung wird während der Fahrt ständig gegenüber dem unbelasteten Zustand eingedrückt bzw. herausgezogen. Bei diesen Bewegungen wird der Stoßdämpfer auf Druck belastet (Druckstufe) oder auf Zug (Zugstufe). Die Dämpfung muss bezüglich der Zug- und der Druckstufe genau abgestimmt werden.

Zug- und Druckstufe nur bei Beladung einstellen.
Zug- und Druckstufe nur bei Beladung einstellen.

Was Sie benötigen:

  • Handbuch
  • Werkzeug

Einstellung der Zugstufe und Dämpfung

Eine allgemeingültige Einstellung von Zug- und Druckstufe gibt es nicht, denn diese hängt vom Fahrwerk des Motorrades ab und von dessen Beladung. Sie werden also mit Versuch und Irrtum arbeiten müssen. Halten Sie sich bei der Einstellung Folgendes vor Augen:

  • Jede Einstellung ist immer nur für den aktuellen Beladungszustand sinnvoll. Die Nullstellung ist die Position, die das Fahrwerk bei dieser Beladung einnimmt, ohne dass eine zusätzliche Belastung (Bodenwelle) auftritt.
  • Halten Sie sich die Vorgänge vor Augen, wenn Sie mit Ihrem Motorrad über eine Bodenwelle fahren. Die Federung des Motorrades verhindert, dass der Stoß in die Karosserie geleitet wird und damit Ihr Motorrad nicht ständig weiter schwingt, drückt sich der Stoßdämpfer dabei zusammen - er wird auf Druck belastet (Druckstufe). Anschließend federt die Feder über die unbelastete Position (Nullstellung) hinaus, der Stoßdämpfer wird herausgezogen - also auf Zug belastet (Zugstufe). Die Druckstufe bremst also das Einfedern und die Zugstufe das Ausfedern. Die Einstellung von Zug- und Druckstufe ist immer ein Kompromiss zwischen beiden Dämpfungsarten.
  • Welche Schrauben Sie zum Einstellen verändern müssen, entnehmen Sie einem Handbuch oder lassen es sich in einer Werkstatt zeigen. Die Schrauben für die Druckstufeneinstellung befinden sich meistens unten an der Gabel, die für die Zugstufe in der Mitte.

Einstellen der Dämpfung und Druckstufe

  1. Beladen Sie das Motorrad so, wie Sie es auch auf der Tour beladen, und lassen sie auch den Mitfahrer aufsteigen.
  2. Stellen Sie die Zug- und Druckstufe immer in dem Beladungszustand ein, in dem Sie die Tour machen wollen. Beginnen Sie mit einer kurzen Testfahrt, beobachten Sie das Brems- und Beschleunigungsverhalten und fahren Sie über einige Bodenwellen.
  3. Versuchen Sie, eine Einstellung der Zugstufe zu finden, bei der das Motorrad nach dem Einfedern ein wenig über die "Nullstellung" hinausfedert und dann, beim "Rückweg" in der Nullstellung stehen bleibt. Stellen Sie die Druckstufe so ein, dass die Federung nie aufschlagen kann, also immer ein wenig Federweg übrig bleibt.
  4. Spricht die Gabel bei Bodenwellen schlecht an, ist vermutlich die Druckstufe zu hart, federt diese komplett ein, ist die Stufe zu niedrig eingestellte.
  5. Bemerken Sie ein nicht exaktes Lenkverhalten, ist vermutlich die Zugstufe zu stark eingestellt, neigt das Bike dagegen zum Aufschaukeln, müssen Sie die Zugstufe erhöhen.
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