So können Sie ein Zimmer im Keller ausbauen

Zunächst müssen Sie unbedingt genau überprüfen, ob die Kellerwände vollständig trocken sind oder etwa Feuchtigkeitsschäden davongetragen haben. In Kellerräumen nimmt die Wand im Sommer die Temperatur des Erdreiches an und beträgt somit etwa 14 °Celsius. So kommt es oft zu Schwitzwasserbildung und bei zu wenig Lüften entwickelt sich Schimmel. Daher müssen Sie vor allem in älteren Immobilien nach feuchten Ecken Ausschau halten.

  • Finden sich solche tatsächlich, sollten Sie sich näher ansehen, ob sie bereits Schimmel angesetzt haben oder nicht. Ist das nämlich der Fall, werden Sie um eine Komplettsanierung des Raumes nicht herumkommen- bekannterweise kann Schimmel in einem Wohnraum nämlich zu schwerwiegenden Erkrankungen der Atemwege führen. Finden Sie keinen Schimmel, haben Sie noch mal Glück gehabt - durch verschiedenste Verfahren kann die Wand wieder trocken gelegt werden. Das übernimmt dann aber am besten der Fachmann.
  • Ein weiteres Problem stellt beim Kellerraumumbau die fehlende Heizung dar. Auch Dämmung ist in einem 08/15-Reihenhauskeller eher nicht gegeben. Weil auch die Elektroheizung keine Dauerlösung für den an sich schon kühlen Kellerraum sein kann, müssen Sie sich nach einer Außenisolierung darum kümmern, dass der Kellerraum an die vorhandenen Heizanlagen angeschlossen wird. Zudem eignet sich Fußbodenheizung und/oder Teppichboden, um vor kalten Füßen zu schützen, die jeden Kellerraumnutzer in den Wintermonaten sicherlich erwarten. Auch hierfür beauftragen Sie am besten einen Experten.
  • Soll das Zimmer im Keller nach dem Ausbauen tatsächlich als ein Raum genutzt werden, der rechtlich als Aufenthaltsraum beschrieben wird und dient er somit nicht nur als Sauna, Toilette, Speisekammer oder anderweitiger Lagerraum, müssen Sie sich schon während des Umbaus mit dem Gesetz auseinandersetzen. So muss die Fensterfläche in jedem Nutzungsraum 10 % der Gesamtfläche betragen und in das Zimmer muss ausreichend Tageslicht einfallen. Ein Kellerzimmer ohne Lichtgraben, das trotzdem nach dem Ausbauen als Aufenthaltsraum genutzt wird, ist schlichtweg illegal.
  • Weiter ist es nötig, auch die Treppe zum besagten Kellerraum auf gesetzliche Standards zu trimmen. Damit sind vor allem eine ausreichende Trittbreite und die Handlaufausstattung gemeint, die nach Gesetz immer angebracht sein muss. Im auszubauenden Kellerraum selbst spielt fürs Gesetz außerdem die Höhe des Zimmers eine Rolle - wenn diese nicht 2,30 m oder mehr beträgt, so ist der Raum als Nutzungsraum nicht geeignet. Ohnehin würden sich Gäste im Partykeller oder der neuen Werkstatt wohl kaum wohlfühlen, wenn sie immer darauf achten müssen, nicht an der Decke anzustoßen.
  • Merken Sie sich außerdem, dass das Ausbauen eines Zimmers im Keller genauso lange genehmigungsfrei durchgeführt werden darf, wie durch den Umbau lediglich der private Nutzungsraum der Immobilie erweitert wird. Trotzdem sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie dennoch nicht einfach einen Statiker oder Architekten beauftragen - sobald Sie eine Wand entfernen wollen, brauchen Sie den nämlich sowieso.

Wenn Sie sich im Voraus an diese wenigen Richtlinien halten, sollte dem zusätzlichen Zimmer im Keller nichts mehr im Wege stehen. Naja - bis auf die Frage, wer ihn schließlich bekommt und ihn nutzen darf. Übrigens: Ein Haus mit einem ausgebauten Keller steigt deutlich in seinem Wert - auch dann, wenn der Umbau selbst nicht einmal 1000 Euro gekostet hat.