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Ziegel - Formate, die zur Norm wurden

Ziegel sind kleine Natuersteine sondern werden aus keramischem Material gebrannt. Daher auch der Name Backstein. Obwohl es sehr verschiedene Formate gibt, haben alle Backsteingrößen in der Regel viele Gemeinsamkeiten. Die Normierung der Ziegel wurde sogar zum Baurastermaß.

Die Formate der Ziegel sind kein Zufall.
Die Formate der Ziegel sind kein Zufall.

Grundsätzliches zu Ziegeln

  • Ziegel werden schon seit Jahrhunderten gebrannt und für den Bau von Mauern und Gebäuden verwendet. Diese werden mit Mörtel zusammengefügt. Zwischen den einzelnen Backsteinen ist also immer eine mit Mörtel gefüllte Fuge.
  • Dabei hat es sich als praktisch herausgestellt, dass die Länge der Ziegel zweimal der Breite plus einer Fugenbreite entspricht. Dann können Sie einen Verbund mauern, bei dem Sie in die untere Reihe zwei Ziegel mit der längsten Seite nebeneinander mauern und in der nächsten Reihe zwei Ziegel in der gleichen Weise um 90° versetzt auflegen. Auf diese Art entsteht ein fester Verbund.
  • Außerdem ergibt sich dann an Ecken, dass ein Ziegel der einen Mauer, sich genau als halber Ziegel in die Mauer, welche um 90° versetzt steht, einfügt.
  • Bezüglich der Dicke der Steine haben sich zwei Formate eingebürgert, bei dem einen ist die Länge eines Ziegels 3 x die Höhe plus 2x die Fugenbreite. Außerdem gibt es noch dünne Backsteine, bei denen die Länge 4 x die Höhe plus 3 x die Fuge ist.
  • Diese Proportionen haben sich aus rein praktischen Geschichtspunkten ergeben. Die genauen Maße unterschieden sich, das Verhältnis Länge zu Breite zu Höhe hing von der Fugenbreite ab. Diese war früher in der Regel 1.5 cm.

Genormte Formate in der heutigen Zeit

  • Die unterschiedlichen Formate erwiesen sich mit Beginn der Industrialisierung als unpraktisch, denn man konnte Bauwerke immer nur aus den Backsteinen eines Hersteller errichten, sonst hätte man unterschiedliche Größen kombinieren müssen. Auch war der Transport schwieriger, wenn verschieden große Quader gestapelt werden mussten. Aus diesem Grund wurde das 1872 das Reichsformat eingeführt. Staatliche Bauwerke mussten mit Backsteinen in dieser Größe erreichtet werden. Es zeigte sich schnell, dass es wirtschaftlicher war, nur noch Ziegel im Reichsformat zu produzieren.
  • Dieses Format betrug ursprünglich  25 cm × 12 cm × 6,5 cm und wurde nach Einführung des metrischen Systems in 24 cm × 11,5 cm × 7,1 cm geändert, die Fugendicke betrug nun 1 cm.
  • Wenn Sie eine Mauer von 1 m Länge errichten wollen, müssen Sie also 4 Ziegel der Länge nach aneinanderreihen, oder 8 Backsteine der Breite nach bzw. 12 der Höhe nach. Für einen Kubikmeter Mauerwerk brauchen Sie also 384 Steine.
  • Die Breite eines solchen Mauersteins beträgt mit Fuge genau 12,5 cm = 1/8 m. Das ist das Normrastermaß der DIN 4172. Danach werden auch die Breiten von Fenstern und Türen ausgelegt.
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