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Zeitumstellung abschaffen - Pro und Contra

Seit der letzten Einführung der Sommerzeit im Jahre 1980 - es wurden in verschiedenen Geschichtsepochen schon ähnliche temporäre "Zeitverschiebungen" praktiziert - ist diese Zeitumstellung in der Diskussion. Befürworter möchten diese nicht mehr missen. Die Gegner dieser Zeitzählung würden sie am liebsten so schnell wie es nur eben ginge abschaffen.

Zeitumstellung - alle Bahnhofsuhren zeigen gleichzeitig die nun gültige Zeit an.
Zeitumstellung - alle Bahnhofsuhren zeigen gleichzeitig die nun gültige Zeit an. © Konstantin_Brückner / Pixelio

Der Grundgedanke, der zur Zeitumstellung führte, ist gescheitert

Die Einführung der Sommerzeit ist indirekt den Nachwirkungen der Ölkrise im Jahr 1973 zu verdanken. Es wurde fieberhaft nach Möglichkeiten gesucht, Energie einzusparen. In den Nachbarländern wurde die Zeitumstellung bereits praktiziert, so war es ein Leichtes, mit der Übernahme der Sommerzeit den Versuch zu starten, auf diese Weise das Tageslicht besser auszunutzen und damit zu erreichen, dass Strom für die Beleuchtung gespart werden konnte. An das Abschaffen dieser bei der Mehrheit der Bevölkerung unbeliebten Zeitumstellung wird allerdings momentan noch nicht gedacht. Obwohl genügend dafür sprechen würde.

  • Mittlerweile sind nach der Einführung der Zeitumstellung, die jedes Jahr für Verwirrung sorgt, einige Jahrzehnte vergangen. Es steht jetzt unumstößlich fest, dass das gesteckte Ziel, durch die Sommerzeit Energie einzusparen, gescheitert ist. Es trifft zwar zu, dass es geschafft wurde, in einem gewissen Umfang tatsächlich Strom einzusparen, jedoch schlägt hier eine andere Komponente stärker ins Gewicht: das Heizen. Das Bundesumweltamt kam zu dem Schluss, dass besonders in den Monaten März, April und Oktober durch die Zeitumstellung morgens wesentlich mehr Energie für das Heizen aufgewendet wird, als es noch vor Einführung der Sommerzeit der Fall gewesen ist. Dies führt in der Gesamtrechnung dazu, dass sich der Energieverbrauch sogar erhöht hat. De facto muss die Sommerzeit als falsches Instrument für Energiesparmaßnahmen angesehen werden. Obwohl das Abschaffen der Zeitumstellung Energieeinsparungen zu Folge hätte, wird von den Verantwortlichen anscheinend das Festhalten an diesem Zeitsystem bevorzugt.
  • Wer an dem Tag, an dem die Uhr wieder auf die normale Zeit zurückgestellt wird, in der Nacht arbeiten muss, darf den Zeitraum zwischen 2 und 3 Uhr gleich zweimal erleben. Der Betreffende arbeitet also nun eine Stunde länger.
  • Statistisch gesehen kommt es an keinem Montag im Jahr zu so vielen Verkehrsunfällen, wie es an den Montagen nach der Zeitumstellung auf die Sommerzeit der Fall ist.
  • Es sind nicht nur die Bahnhofsuhren, die nicht aus dem Takt geraten dürfen, auch die Züge müssen ihren Zeittakt einhalten. Dies stellt die Bahn alljährlich vor große Probleme. Entweder ist es so, dass der 2:00-Uhr-Zug am selben Morgen gleich zweimal auf die Strecke muss oder er fällt komplett aus, was wiederum zu Anschlussproblem führen kann.

Trotz aller Probleme mit der Zeitumstellung gilt es jedes Jahr am letzten Sonntag im März, die Zeit von 2:00 auf 3:00 Uhr vorzustellen, um ab diesem Zeitpunkt die Sommerzeit angezeigt zu bekommen. Am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr dann wieder - dieses Mal von 3.00 Uhr auf 2:00 Uhr - zurückgestellt, womit Sie wieder die normale Zeit vor Augen haben werden.

Aspekte gegen das Abschaffen der Sommerzeit finden sich im Grünen

Wer in einer warmen Sommernacht um ca. 22:00 Uhr noch im eigenen Garten dem Sonnenlicht frönen darf, wird alle negativen Gesichtspunkte ignorieren und diesen positiven Aspekt der Zeitumstellung genießen wollen. Die Tatsache, eine Stunde länger im Sonnenlicht verbringen zu können, ist für viele Grund genug, die alljährliche Zeitumstellung beibehalten zu wollen und sich gegen das Abschaffen der Sommerzeit auszusprechen.

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