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Zeichen für Leder bei Schuhen richtig deuten

Die Kennzeichnung von Schuhen ist verwirrend. Erfahren Sie, was das Zeichen für Leder an Schuhwerk besagt und auf welchen Teil des Schuhwerks es sich bezieht. Informieren Sie sich über die verschiedenen Lederarten und deren Pflege, damit Sie immer gepflegte Schuhe tragen.

Es ist nicht einfach, immer perfekt gepflegte Schuhe zu tragen.
Es ist nicht einfach, immer perfekt gepflegte Schuhe zu tragen.

Die offiziellen Kennzeichen bei Schuhen

Links ist das Zeichen für Leder, rechts das Zeichen für beschichtetes Leder
Links ist das Zeichen für Leder, rechts das Zeichen für beschichtetes Leder © Roswitha Gladel

Die ins Material des Schuhs eingeprägten oder aufgedruckten Zeichen geben Ihnen keine genaue Auskunft über das verwendete Material  Sie finden die Zeichen in der Regel innen, häufig in Form eines durchsichtigen Aufklebers, am Rand von Schuhen und Stiefeln.

  • Wenn Sie an einem Schuh ein Zeichen sehen, dass an ein Tierfell erinnert, wissen Sie, dass die Schuhe Leder beinhalten. Ein Rhombus in diesem Zeichen heißt, dass dieses Leder mit einem anderen Material beschichtet ist. Bis zu einem Drittel des so gekennzeichneten Materials darf Kunststoff sein. Sie sehen die beiden Zeichen für Leder und beschichtetes Leder auf Bild 1.
  • Auf Bild 2 sehen Sie zwei weitere Zeichen, die Auskunft über das Material des Schuhs geben. Das gitterartige Symbol steht für Gewebe. Es kann sich um ein Naturprodukt, wie Baumwolle oder um synthetischen Stoff handeln. Der Rhombus kennzeichnet alle übrigen Materialien. Dazu gehört auch Leder, das mit einer Folie überzogen ist, die dicker als 0,15 Millimeter ist oder mehr als ein Drittel des Materials ausmacht. Leder, das mit einer dicken Folie überzogen ist, trägt die Bezeichnung Kunstleder. Unter dieser Bezeichnung bekommen Sie aber auch Material ohne Lederanteil.
  • Die Schuhkennzeichnung in der EU unterteilt einen Schuh in drei Teile, die aus unterschiedlichem Material bestehen können. Im Bild 3 sehen Sie drei verschiedene Schuhsymbole. Oben links ist das obere Schuhteil mit einer dickeren Linie gezeichnet. Es bedeutet Obermaterial. Rechts daneben sehen Sie einen Schuh, in dem ein Zweiter abgebildet ist. Dieses Zeichen steht für Futter und Innensohle. Das Symbol unten in der Mitte bedeutet Laufsohle.
Links sehen Sie das Zeichen für textiles Material, rechts für verschiedene sonstige Materialien.
Links sehen Sie das Zeichen für textiles Material, rechts für verschiedene sonstige Materialien. © Roswitha Gladel

Beispiel: Sie sehen am oberen Rand von Schuhen das Zeichen Obermaterial und dahinter einen Rombus. Hinter dem Zeichen für Futter und Innensohle sehen Sie das Zeichen für Gewebe und hinter dem Symbol für die Laufsohle das Lederzeichen. Der Schuh besteht aus einem nicht näher bezeichneten Obermaterial, hat ein Futter aus Stoff und eine Laufsohle aus Leder.

Die richtige Pflege für Leder

Die Kennzeichnungsverordnung der EU lässt Sie im Hinblick auf die Pflege von Schuhen im Stich. Sie müssen nach weiteren Hinweisen suchen oder sich über die verschiedenen Lederarten selbst kundig machen. Für die Pflege der Schuhe ist stets das Obermaterial ausschlaggebend.

  • Ihr Schuh ist aus Wild- oder Rauleder, wenn das Obermaterial aus echtem Leder besteht und sich samtig anfühlt. Dieses Material dürfen Sie nie reinigen, wenn es feucht ist. Die Oberfläche würde glatt werden. Bürsten Sie die Schuhe mit einer harten Bürste ab. Flecken lassen sich mit einem speziellen Lederradierer entfernen. Wenn das Leder anfängt zu glänzen, rauen Sie es mit Schmirgel oder eine Metallbürste aus Messing auf. Rauleder benötigt spezielle Raulederpflege in Sprayform und Imprägnierspray für Rauleder. Diese Lederart ist sehr empfindlich.
  • Glattleder kann offen- oder geschlossenporig sein. Ein Glattlederschuh ist am Lederzeichen zu erkennen und an einer glatten Oberfläche des Leders. Geben Sie einen Tropfen Wasser auf den Schuh. Wenn dieser rasch einzieht und einen dunklen Fleck hinterlässt, haben Sie es mit Schuhen aus offenporigem Leder zu tun. Keine Angst, der Fleck verschwindet, wenn das Wasser verdunstet ist. Das Material dürfen Sie mit einem Lappen abwischen oder mit einer weichen Bürste reinigen. Für dieses Leder bekommen Sie im Handel Ledermilch, Pflegesprays und Imprägniersprays. Die Pflegeprodukte halten das Leder geschmeidig, die Imprägnierung verhindert, dass Wasser eindringt. Verwenden Sie für dieses Leder keine Schuhcreme, da sonst die Poren verstopfen. Die Creme verfärbt außerdem das Leder.
  • Glattes Leder, mit geschlossen Poren ist recht unempfindlich. Reinigen Sie es bei Bedarf mit einer weichen Bürste oder einem Tuch. Sie dürfen die Schuhe auch abwaschen. Verwenden Sie für die Pflege Schuhcreme. Diese schützt das Leder auch vor eindringendem Wasser.
  • Lackleder erkennen Sie am starken Glanz. Da es sich um beschichtetes Leder handelt, tragen die Schuhe immer das Zeichen für Leder mit einem Rhombus. Kleine Kratzer fallen in dem glänzenden Material auf. Entfernen Sie Straßenschmutz mit einer weichen Bürste oder spülen Sie ihn mit Wasser ab. Verwenden Sie für die Pflege eine Lacklederemulsion. Eine Imprägnierung ist nicht erforderlich.
  • Bei allen Lederschuhen ist die sogenannte Einpflege wichtig. Behandeln Sie die Schuhe immer vor dem ersten Tragen mit einem Pflegeprodukt. Sollten die Schuhe mal nass werden, stopfen Sie diese mit Papier aus. Trocknen Sie Leder an einem luftigen kühlen Ort.
Oben links Obermaterial, oben recht Futter und Innensohle, unten Laufsohle
Oben links Obermaterial, oben recht Futter und Innensohle, unten Laufsohle © Roswitha Gladel

Mit diesen Hinweisen haben Sie sicher keine Probleme, das Material von Schuhen richtig einzustufen und perfekt zu pflegen.

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