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Zehennagel abgerissen - was tun?

Zehennagel abgerissen - was tun?2:08
Video von Heike Kadereit2:08

Arbeitsunfälle und auch Freizeitunfälle können zur Verletzungen der Zehen inklusive ihrer Nägel, bis hin zum Nagelverlust führen. Ist ein Zehennagel abgerissen, kann es bei unsachgemäßer Versorgung der Verletzung zu Problemen kommen: Die Wunde kann sich infizieren und durch die Verletzung des Nagelbetts können spätere Probleme mit dem Nagelwachstum auftreten, die insbesondere an der großen Zehe störend sind. Was beim abgerissenen Zehennagel zu tun ist, erfahren Sie hier.

Was Sie benötigen:

  • Wasser
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Kernseifenlösung
  • Jodsalbenverband

So behandelt man einen verletzten Zehennagel

  • Ist ein Zehennagel abgerissen, sollten Sie die Wunde, bei der es sich um das freilegende Nagelbett handelt, zunächst gründlich säubern, indem Sie den Fuß mit sauberem Wasser abduschen. Wünschenswert sind eine anschließende Wunddesinfektion und das Anlegen eines sauberen Verbandes.
  • Eine ärztliche Behandlung ist ratsam - je früher, desto besser. Dann kann die Wunde fachmännisch versorgt und auch gleich Ihr Tetanusschutz überprüft werden, der alle 10 Jahre durch eine Impfung aufgefrischt werden sollte. Also Impfausweis nicht vergessen!
  • Fachmännisch versorgen heißt nicht nur, einen Wundverband anlegen. Vielmehr muss das Nagelbett inspiziert werden: Bei einer Verletzung muss es in örtlicher Betäubung der Zehe mit feinem Nahtmaterial genäht werden, damit der nachwachsende Nagel schön glatt ist und keine Dellen aufweist oder kreuz und quer wächst. Spätere operative Korrekturen bei dauerhaftem Fehlwachstum des Nagels sind nicht einfach.
  • Ist die große Zehe betroffen und der abgerissene Nagel noch in Reichweite, dann sollten Sie ihn ebenfalls mit klarem Wasser säubern, in ein sauberes Tuch einwickeln und mit zur ärztlichen Behandlung nehmen.
  • Zum Schutz des Nagelbetts kann er wieder darauf fixiert werden, entweder mit einigen Nähten oder Klammerpflastern. Er wächst zwar nicht wieder an, eignet sich aber als Schiene für das Nagelbett und wird vom nachwachsenden Nagel langsam abgeschoben. Gut ausgerüstete Krankenhaus-Ambulanzen halten oft künstliche Nägel bereit, die aufgesetzt werden können, wenn Ihr eigener Nagel nicht mehr greifbar ist.
  • Ist eine Replantation des Nagels nicht möglich, müssen die Wundverbände täglich erneuert werden. Baden Sie Ihren Fuß 1- bis 2-mal täglich in Kernseifenlösung, trocknen ihn ab und legen einen Jodsalbenverband an. Bei guter Pflege heilen die Wunden relativ zügig ab, meist innerhalb 8 bis 10 Tage.
  • Sollten Sie Diabetiker sein und unter arteriellen Durchblutungsstörungen ("Raucherbeine") leiden oder eine Schwächung Ihres Immunsystems haben, ist eine zügige ärztliche Behandlung dringend erforderlich, da bei nicht sachgemäßer Behandlung ein Wundinfekt vorprogrammiert ist. Eventuell wird man Ihnen vorsorglich ein Antibiotikum aufschreiben.

Ist ein Zehennagel abgerissen, handelt es sich nicht um eine Bagatellverletzung. Sie können abder durch rechtzeitiges Handeln spätere Probleme mit dem Nagelwachstum verhindern.

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