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Zahnriemenwechsel - Kosten richtig kalkulieren

Die Kosten für den Zahnriemenwechsel hängen vom jeweiligen Fahrzeugtyp und dem Umfang der Arbeit ab. Deshalb können Sie mit einer Kostenspanne zwischen 150 und ein paar Tausend Euro rechnen.

Ein rechtzeitiger Zahnriemenwechsel verhindert kapitale Motorschäden.
Ein rechtzeitiger Zahnriemenwechsel verhindert kapitale Motorschäden.

In einem Verbrennungsmotor treibt die Kurbelwelle mittels Zahnriemen die Nockenwelle an. Die Nockenwelle steuert die Ventile. Deshalb kann es durch einen gerissenen Zahnriemen zu einem kapitalen Motorschaden kommen. Es ist empfehlenswert, ungefähr alle 100.000 Kilometer einen Zahnriemenwechsel machen zu lassen. Manche Hersteller empfehlen auch etwas frühere Wechsel. Eine starke Abnutzung erkennen Sie daran, dass der Riemen schon etwas porös wird und auch die Ausstülpungen verschlissen sind, also deutlich flacher geworden sind.

So kalkulieren Sie die Kosten für einen Zahnriemenwechsel

  • Die Kosten für einen Zahnriemenwechsel sind in erster Linie vom Fahrzeugtyp abhängig. Bei einigen Modellen ist nämlich ein enormer Arbeitsaufwand nötig. Das trifft insbesondere für Fahrzeuge mit einem Mittelmotor zu. Aber auch bei einigen anderen Sportwagen muss mitunter der komplette Motor ausgebaut werden, um den Zahnriemen zu wechseln. Dabei können schnell Kosten in Höhe von einigen Tausend Euro entstehen.
  • Wenn Sie ein gängiges Automodell haben, wie beispielsweise VW Golf, Opel Astra, Ford Focus, usw., sind die Kosten nicht so hoch.
  • Die Kosten für einen Zahnriemenwechsel setzen sich aus den Materialkosten und dem Arbeitslohn zusammen. Wenn der Zahnriemen gewechselt wird, ist in der Regel auch der Austausch der Spannrollen und eventuell auch der Umlenkrollen erforderlich. Die Materialkosten belaufen sich in etwa auf 100 bis 150 Euro. Dazu kommen dann noch ca. zwei Arbeitsstunden. Deshalb können Sie bei den meisten Fahrzeugen mit etwa 250 Euro für den Zahnriemenwechsel rechnen.
  • Es ist aber auch von der Werkstatt abhängig. Vertragswerkstätten verlangen oftmals höhere Kosten als freie Werkstätten. Deshalb sollten Sie sich ruhig bei verschiedenen Werkstätten über die Preise informieren.
  • Mitunter wird Ihnen aber auch ans Herz gelegt, gleich die Wasserpumpe auszutauschen. Das ist aber in den meisten Fällen gar nicht nötig. Eine Wasserpumpe hält in der Regel genauso lange wie der Motor.

Welche Aufgaben hat der Zahnriemen?

  • Der Zahnriemen treibt die Nockenwelle des Autos an und verbindet diese mit der Kurbelwelle. Die Nockenwelle garantiert, dass die Luftversorgung im Motor gewährleistet ist - diese ist wichtig für den eigentlichen Verbrennungsvorgang.
  • Dafür enthält das Bauteil spezielle "Nocken", also Ausstülpungen, die je nach Bewegung der Welle verschiedene Ventile am Motor öffnen oder schließen. Die einzelnen Zylinder des Wagens, die sich wechselnd heben und senken, übertragen die Drehbewegung auf die Kurbelwelle.
  • Nicht zu verwechseln ist der Zahnriemen mit dem Keilriemen. Letzterer hat keine "Zähne", also keine Ausstülpungen. Der Keilriemen hat auch andere Aufgaben, etwa für die Funktion der Lichtmaschine und die Wasserkühlung.
  • Denn wenn der Riemen unterwegs reißt, kann daraus ein teurer Motorschaden resultieren. Wenn Sie auf Ihren Wagen noch Garantie haben, sich also in der Gewährleistungszeit befinden, dann werden die Aufwendungen für den Zahnriemen meist vom Händler übernommen.
  • Wenn eine Werkstatt bei der Inspektion den Riemen nicht mit begutachtet, obwohl dieser möglicherweise nachgespannt oder ausgetauscht werden muss, dann kann sie unter bestimmten Umständen an den Kosten beteiligt werden. Nach der Garantiezeit ist aber normalerweise davon auszugehen, dass Sie die Kosten selbst tragen müssen.

Kosten für einen Zahnriemenwechsel bei Selbsteinbau

Einen Zahnriemenwechsel können Sie selbst durchführen, wenn Sie fundierte Fachkenntnis im Aufbau und der Funktionsweise eines Fahrzeugmotors haben. Idealerweise haben Sie eine Ausbildung zum Schlosser oder Mechatroniker. In weiterem Sinne ist ein Wechsel des Zahnriemens bei allen Marken ähnlich, kleine Abweichungen gibt es von Modell zu Modell. Der Wechsel gestaltet sich bei einem Benzin- und einem Dieselmotor ähnlich.

Die Kosten für das Material

  • Möchten Sie einen Zahnriemenwechsel selbst durchführen, müssen Sie die Kosten für das Material in jedem Fall aufbringen. Für jeden Fahrzeugtyp bekommen Sie ein sogenanntes Zahnriemenkit. Dieses besteht aus dem Zahnriemen, einer Spannrolle und einer Umlenkrolle. Weiteres Zubehör stellen beispielsweise Abdeckkappen dar, die Sie bei Sie bei einigen Modellen mit austauschen müssen, weil Sie diese beim Wechsel beschädigen.
  • Der Zahnriemen selbst kostet als reines Bauteil meist etwa 30 Euro.

Der Zahnriemenwechsel berechnet sich nach Arbeitsstunden

  • Die Kosten für das Wechseln eines Zahnriemens in einer Fachwerkstatt oder einer freien Werkstatt berechnen sich nach der Zeit, die für den Einbau benötigt wird. Die Zeit für den Wechsel ist vorgegeben. Dies bedeutet, dass Sie sofort erfahren, wie viele Arbeitsstunden investiert werden und was Sie der Wechsel kosten wird. Ist der Mechaniker schneller, bezahlen Sie den vorgegeben Preis ebenso, wie wenn er länger braucht. Die genaue Wechselzeit erfahren Sie in der Regel nicht.
  • Die Arbeitsstunden sind die einzigen Kosten, die Sie bei einem Wechsel in Eigenleistung sparen können.

Die Materialkosten müssen Sie auch bei einem Selbsteinbau tragen. Hinzu kommen eventuell Kosten für das notwendige Werkzeug, wenn Sie dieses nicht besitzen. Sie sollten beachten, dass unterschiedliche Motoren mitunter verschiedene Werkzeuge und Hilfsmittel benötigen. Wenn diese nicht haben oder ausleihen können, kann ein Wechsel auch in Eigenleistung recht teuer werden.

Weitere Autoren: Andrea Nittel-Neubert, Markus Eckert

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