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Zahlungsverzug: Käufer zahlt nicht mehr - was tun?

Wenn Sie ein Unternehmen führen, können Zahlungsschwierigkeiten Ihrer Vertragspartner schnell an die Substanz gehen. Der eine Kunde nimmt bewusst einen Zahlungsverzug in Kauf. Ein anderer Käufer zahlt einfach nicht mehr. Ohne Einnahmen kommen Sie möglicherweise selbst in die Situation der Zahlungsunfähigkeit. Wie müssen Sie solchen Schulden begegnen?

Taschenpfändung ist eine Möglichkeit zum Eintreiben der Schulden.
Taschenpfändung ist eine Möglichkeit zum Eintreiben der Schulden.

Es gibt viele Kunden, die Rechnungen erst lange Zeit nach der eigentlichen Fälligkeit bezahlen. Einige lassen es sogar auf eine Klage ankommen. Für Sie sind unbezahlte Rechnungsbeträge eine Art billiger Kredit.

Kunde zahlt nicht mehr

  • Wenn Sie Leistungen (Warenlieferung oder Dienstleistung) erbringen, haben Sie ein Recht auf Bezahlung. Zahlt ein Käufer gar nicht  oder nicht mehr, beginnen Sie unverzüglich mit dem Mahnverfahren. Damit Zahlungsverzug entsteht, bedarf es entweder eines festgesetzten Zahlungstermins oder einer 1. Mahnung. 
  • Unbezahlte Kundenrechnungen müssen und dürfen Sie nicht hinnehmen. Die Kontrolle der Zahlungseingänge sowie das Mahnen unbezahlter Rechnungen ist für jeden Unternehmer wichtige unaufschiebbare Aufgaben. Sie können noch so viel Aufträge abarbeiten oder Waren verkaufen, wenn Ihnen die Kunden die Zahlung schuldig bleiben, haben Sie nichts davon.

Wann gerät ein Käufer in Zahlungsverzug?

In Rechnungen wird häufig ein bestimmtes Zahlungsziel, meist zwei Wochen, genannt. Ein Schuldner gerät in Zahlungsverzug, wenn Sie ihm eine Mahnung (eindeutige Zahlungsaufforderung) geschickt haben, er jedoch nicht leistet. 

  • In der Mahnung setzen Sie dem Schuldner einen Zahlungstermin. Weisen Sie außerdem auf die Möglichkeit des gerichtlichen Mahnverfahrens und den damit verbundenen Mehrkosten hin.
  • Ein Mahnung wird dann nicht fällig, wenn Sie mit einem Kunden bei Vertragsabschluss einen genauen Zahlungstermin vereinbart haben. Zahlt der zum Termin nicht, gerät er automatisch in Verzug.
  • Weisen Sie außerdem auf die Möglichkeit des gerichtlichen Mahnverfahrens und den damit verbundenen Mehrkosten hin.Weisen Sie außerdem auf die Möglichkeit des gerichtlichen Mahnverfahrens und den damit verbundenen Mehrkosten hin.

Mahnverfahren und Klageeinreichung

Bleibt eine Mahnung erfolglos, folgt als nächster Schritt das gerichtliche Mahnverfahren. Das Mahnverfahren können Sie bei fälligen Ansprüchen auf Zahlung eines Geldbetrages selbst ohne Anwalt anstrengen. Erwarten Sie, dass der Schuldner gegen Mahnbescheid Widerspruch einlegt, meist bei hohen Streitwerten der Fall, reichen Sie sofort Klage ein.

  • Denken Sie daran, dass Sie das Formular vollständig auszufüllen, dabei die genaue Schuldneradresse angeben. Denn ein unzustellbarer Mahnbescheid ist unwirksam. Für den Fall, dass Sie Klage einreichen möchten, ist bis zum Streitwert von 5.000,00 Euro das Amtsgericht zuständig. Bei höheren Streitsummen müssen Sie das Landgericht als zuständiges Streitgericht im Mahnbescheidsantrag aufführen. 
  • Dennoch besteht trotz eines erfolgreich verlaufenen Klageverfahrens die Möglichkeit, dass Sie auf allen gerichtlichen Kosten sitzen bleiben. Im normalen Geschäftsalltag mit Privatkunden lässt sich ein Zahlungsausfall dank Kreditkartenzahlung und Online-Bezahlsystemem (zum Beispiel Sofortüberweisung oder PayPal) am ehesten verhindern.

Bei gewerblichen Kunden bedarf es eines gewissen Fingerspitzengefühls. Denn die erwarten in der Regel die Zahlung auf Rechnung. Ihnen bleibt bei Nichtzahlung nur die Möglichkeit, konsequent und unverzüglich mit Mahnverfahren Druck auszuüben.

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