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Wo spielt "Ein Herz und eine Seele"? - Informatives

Ekel Alfred war zwar ein Ekel, aber in den 70er Jahren ein beliebter Gast in den deutschen Wohnzimmern. Das liegt daran, dass er die Hauptfigur in der Serie „Ein Herz und eine Seele“ war. Wenn Sie damals noch nicht im Fernsehalter waren, dann haben Sie bestimmt irgendwann einmal in eine der vielen Wiederholungen hineingezappt. Und vielleicht haben Sie sich unter anderem gefragt, wo denn die Serie spielt.

In Wattenscheid spielt "Ein Herz und eine Seele".
In Wattenscheid spielt "Ein Herz und eine Seele".

Ein Herz und eine Seele - ein Stück Fernsehgeschichte

„Ein Herz und eine Seele“ wurde in den 70er Jahren vom Westdeutschen Rundfunk, WDR, der damals noch Westdeutsches Fernsehen, WDF, hieß, produziert.

  • Die Idee geht auf die ähnliche englische Serie „Till Death Us Do Part“ zurück. Die ersten zwölf Folgen, die noch in Schwarzweiß gedreht wurden, liefen im WDR, diejenigen der nächsten Staffel dann in der ARD. Geschrieben wurden die Drehbücher von Wolfgang Menge, der auch die Idee hatte, in Deutschland eine dem englischen Vorbild entsprechende Serie zu produzieren. Der 2012 verstorbene Menge war ein bekannter Drehbuchautor, der beispielsweise auch die meisten Drehbücher für die Krimireihe „Stahlnetz“ schrieb.
  • Insgesamt wurden 25 Folgen, die in zwei Staffeln gezeigt wurden, gedreht, wobei eine Folge eine Dreiviertelstunde dauerte. Die erste Folge ging am 15. Januar 1973 auf Sendung, die letzte Folge wurde 1976 gesendet. Die Serie wurde inzwischen vielfach wiederholt und ist auch auf DVD erhältlich.

Wo die Serie spielt und worum es geht

Wenn Sie „Ein Herz und eine Seele“ lediglich vom Hineinzappen kennen, interessieren Sie vielleicht ein paar mehr Dinge, als nur, die Frage, wo es denn spielt.

  • Die Fernsehreihe spielt in einem Wattenscheider Arbeiterbezirk, wobei der Bezirk nicht näher definiert ist. Wattenscheid war bis 1974 eine eigenständige Stadt, zum 1. Januar 1975 wurde es nach Bochum eingemeindet. Da sich die Handlung größtenteils im Reihenhaus der Familie Tetzlaff abspielt, könnte die Serie jedoch überall im Ruhrgebiet oder auch andernorts in Deutschland spielen. Maßgeblich sind die Charaktere der handelnden Figuren.
  • Die wichtigste Figur ist Alfred Tetzlaff, fast schon besser als Ekel Alfred bekannt. Er wurde von Heinz Schubert gespielt. Alfred hält seine Frau für eine „dusslige Kuh“ und ist grundsätzlich der Meinung, dass Frauen in die Küche gehören. Eines Tages beschließt Alfred, einmal Urlaub im Ausland zu machen, allerdings nur irgendwo, wo es keine Ausländer und keine Sozis gibt. So ist Alfred: Er hasst Sozis, Ausländer und Kommunisten sowieso. Er ist für Zucht und Ordnung und dafür, dass seine Frau etwas gekocht hat, wenn er nach Hause kommt, kurz: Er ist ein erzkonservativer Spießbürger. Allerdings muss er sich mit einer einfältigen Frau, seiner aus seiner Sicht nicht wohlgeratenen Tochter Rita und seinem links gesonnenen Schwiegersohn Michael Graf herumärgern. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass Tochter und Schwiegersohn mit im Haus wohnen.
  • Frau, Tochter und Schwiegersohn werden gespielt von Elisabeth Wiedemann, Hildegard Krekel und Diether Krebs. Helga Feddersen ersetzt in der zweiten Staffel Elisabeth Wiedemann als Else Tetzlaff, Klaus Dahlen ersetzt Diether Krebs als Michael Graf.     
  • Alles in allem geht es in der Serie um das konfliktbehaftete Zusammenleben zweier Generationen in den 70ern. Auf der einen Seite ein sehr konservatives Kleinbürgerpaar, auf der anderen Seite eine Tochter und ein Schwiegersohn, die mit den 68ern sympathisieren. Wie es einer Sitcom, damals etwas ganz Neues im deutschen Fernsehen, entspricht, wurden die Charaktere und Konflikte mit großer Übertreibung gezeichnet.          

„Ein Herz und eine Seele“ spielt also im Ruhrgebiet, die Konflikte waren jedoch damals keineswegs ruhrgebietstypisch.

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