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Windfahnensteuerung - was Sie beim Segeln beachten sollten

Jedes Segelschiff und jedes Sportsegelboot bietet die Möglichkeit, mit Hilfe der Windfahnensteuerung nicht jede Windböe auszunutzen. Gleichzeitig wird der Skipper oder Steuermann vor heftigen Windwechseln gewarnt. Sie können von diesem Jahrhunderte alten Wissen profitieren.

Fotogelegenheit: die Fall-Bänder hängen, das Segelboot macht wenig Fahrt
Fotogelegenheit: die Fall-Bänder hängen, das Segelboot macht wenig Fahrt © Hans-Peter Häge / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Segelboot
  • Wasser
  • Wind
  • Fahne
  • Fall-Bänder
  • Verklicker

Die Windfahnensteuerung mit kleinen Helfern

Jedes Segelboot für Sportler und Segelschiff hat diese kleinen Helfer, mit denen Sie als Segler erkennen können, aus welcher Richtung der Wind weht und in welcher Position Ihr Schiff zum Wind liegt. Hier sind die Gründe, warum Sie das wissen müssen:

  • Jeder Richtungswechsel des Windes erfordert eine Ihre Reaktion als Skipper oder Steuermann. Die verschiedenen Windrichtungen haben wirken sich auf die Geschwindigkeit des Bootes oder Schiffes aus und so müssen die Segelpositionen entsprechend verändert werden.
  • Segelposition "am Wind": Das Segelboot nimmt die höchste Geschwindigkeit des Windes optimal auf und fordert den Einsatz und die Wachsamkeit der gesamten Crew. Optimalposition, um in Regatten die Gegner abzuhängen.
  • "Vor dem Wind": Die langsamste Segelposition, die Segel sind weit aufgefiert und nach beiden Seiten des Bootes ausgebreitet. Doch da jede kleine Fehlsteuerung aus der Position und zum Einschlagen des Schlagbaumes führt, ist sie gefährlich.
  • "Im Wind": Das Boot wird in den Wind geschossen (daher auch das Sprichwort) und somit zu fast völligem Stillstand gebracht. Wichtig in Notsituationen, zum Einholen von Bojen oder von Menschen bei Rettungsaktionen.
  • "Halber Wind": In dieser ruhigen Zwischenposition segeln die meisten Hobbysegler. Sie entsteht durch auffieren (ausbreiten) oder anluven (heranholen) der Segel, um jeweils zwischen "vor dem Wind" und "am Wind" zu wechseln - oder um einfach etwas Fahrt und Wind aus den Segeln zu nehmen.

Als erfahrener Segler haben Sie ein Gespür für den Wind und bemerken jeden Richtungswechsel an Ihrer Nasenspitze. Doch auf Gewässern, an denen der Wind ständig dreht, arbeiten auch Sie mithilfe der Windfahnensteuerung und den dafür am Boot befindlichen Hilfsmitteln.

Die Windfahnensteuerung kann Leben retten

Sie können mit der Windfahnensteuerung auch Regatten gewinnen, wenn Sie die Zeichen des Windes vor der Konkurrenz erkennen. Aber es sind auch schon Leben gerettet worden, weil der Windwechsel erkannt wurde und beispielsweise eine Halse, bei der der Schlagbaum umschlägt, verhindert wurde. Genau darum geht es bei der Windfahnensteuerung. Die Hilfsmittel wie Windfahnen, Fall-Bänder und der Verklicker helfen dem Segler, den Wind zu "lesen".

  • Regattaboote haben ihre Landeskennung auf den Segeln stehen. Doch Segler, die auf der See segeln, müssen Flagge zeigen und ihre Landesfahne am Heck (bei Sportbooten) oder oben am Mast (bei Großseglern) setzen. Diese Fahne hat nichts mit der Windsteuerung zu tun.
  • Der Verklicker ist bei Sportbooten zu finden, da die Großsegler sich eher auf ihre technischen Geräte verlassen. Der Verklicker verklickert dem Segler die scheinbare Windrichtung, woraus er seine Manöverentscheidungen ableiten kann. Oben auf dem Mast des Großsegels ist ein unscheinbares, kleines, buntes Fähnchen angebracht. Das ist der Verklicker. Durch den eigentlichen Wind in Addition mit dem Fahrtwind zeigt er den scheinbaren Wind an und hilft so, die optimale Position der Segel zu finden.
  • Als ein Fall bezeichnet man die Bänder, die auf der Segelfläche angebracht sind, um ein Segel raffen zu können. Da sie bei Fahrtaufnahme und voll gesetztem Segel wehen, kann man an ihnen die Windstärke und ihre Veränderungen erkennen und das Segelboot entsprechend steuern.

Die Windfahnensteuerung kann Leben retten, weil man in Notsituationen oft verlässliche Hilfsmittel benötigt - besonders, wenn man sich zudem gerade mit zwei Elementen wie Wind und Wasser auseinandersetzen muss.

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