Einhundertachtzehn Inseln und kleinste Inselchen, allesamt eng beieinanderliegend, bilden den Untergrund für diese einmalige Städtestruktur. Mittels rund vierhundert Brücken sind diese miteinander verbunden. Aber warum wurde Venedig genau dort erbaut und steht Venedig wirklich auf Stelzen?

Venedig - die Stadt ohne Straßenverkehr

  • In Venedig gibt es viele Gassen und kleine Gässchen. Diese über dreitausend Gassen dürfen Sie aber nur zu Fuß erkunden. Zum einen wären sie sowieso zu klein für einen motorisierten Verkehr und zum anderen hat die Stadt mit ihrem eigenen Gewicht genug zu kämpfen. Selbst Fahrräder sind in der Stadt verboten.
  • Allein in den letzten einhundert Jahren ist die Stadt um etwa dreiundzwanzig Zentimeter gesunken. Grund dafür ist das aus Matsch und Sand bestehende Erdreich der Inseln. Die Erdgeschosse vieler Häuser sind bereits unbewohnbar.  
  • Das Hauptverkehrsmittel der Veneter sind Boote. Es gibt in Venedig mehr als einhundertfünfzig Kanäle, die den Bewohnern der Stadt als Straßen dienen. Touristen nutzen die Gondeln, um von A nach B zu gelangen, quasi eine Busverbindung zu Wasser.

Die schwimmende Stadt wurde auf einem Wald erbaut

  • Vereinzelt ließen sich bereits in der Frühzeit Fischer auf den vielen Inseln nieder, doch das Jahr 452 ging als Gründungsjahr in die venezianische Geschichte ein. Das war die Zeit, als die Hunnen nach Norditalien kamen und die Bevölkerung aus Angst floh.
  • Die Inseln, auf denen Venedig errichtet wurde, waren sogenanntes "Schwemmland", vergleichbar mit dem Wattenmeer an den Nord- und Ostseeküsten. Allerdings befand sich unter dem schlammigen Boden ein fester, lehmiger Boden und die Bevölkerung kam bald dahinter, dass der Boden fest genug war, um mittels Pfählen Gebäude tragen zu können. 
  • Natürlich steht Venedig nicht auf den Baumkronen eines Waldes. Aber es brauchte die Baumstämme von mehr als einem ganzen Wald, um es zu erbauen. Die Wälder der venezianischen Alpen mussten ihre Köpfe für das "Projekt Venedig" herhalten.
  • Die Stämme wurden dicht aneinander bis zum festen Boden durch den Schlamm geschlagen. Angst wegen Fäulnis des Holzes musste man nicht haben, da es sich ja um Salzwasser handelt. Auf diesem Teppich aus Baumstämmen wurden Bretter genagelt oder geklebt. Bevorzugt wurde Mahagoni- oder Walnussholz, welches man kurzerhand aus Dalmatien und Istrien holte, als die eigenen Bestände abgeholzt waren.
  • Dann erst kam das Fundament, bestehend aus einem dicken Sockel, welcher wiederum aus Marmor oder wasserfestem Stein besteht. Erst jetzt begann der Bau eines Gebäudes. Die Basilica della Salute zum Beispiel steht auf geschätzten 1 Mio. Baumstämmen.

Venedig umfasst etwa 20.000 Gebäude. Sie alle stehen auf einem solchen Konstrukt aus Baumstämmen. Unvorstellbar, wie viele Bäume gefällt wurden, damit diese Stadt erbaut werden konnte.