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Wie wird man Seelsorger?

Seelsorge ist für Menschen in Not oft ein rettender Anker. Doch wie wird man Seelsorger? In diesem Artikel finden Sie ein paar Ratschläge und Anregungen.

Seelsorge - für viele ein wichtiger Halt
Seelsorge - für viele ein wichtiger Halt

Was Sie benötigen:

  • evtl. Abitur
  • evtl. einen Studienplatz im Bereich Psychologie
  • Telefonnummern kirchlicher Gemeinden in Ihrer Umgebung
  • Zeit
  • Einfühlungsvermögen

Zunächst sei gesagt, dass es entgegen der Ansicht Vieler den Beruf 'Seelsorger' gar nicht gibt. Die Seelsorge ist vielmehr ein Ehrenamt, was bedeutet, dass man es unentgeltlich macht und allerhöchstens seine Unkosten (wie Anfahrt) bezahlt bekommt. Wer also beruflich in den Seelsorgebereich gehen will, für den gibt es eigentlich nur einen Weg.

Seelsorger werden als Psychologe mit beratender Tätigkeit

Die Überschrift verrät es schon: An diesen Beruf kommen Sie nur über eine psychologische Ausbildung. Die klassische psychologische Ausbildung läuft wie folgt ab.

  1. Zunächst benötigen Sie Abitur mit einem möglichst guten Abschluss, denn der Numerus Clausus ist bei Psychologie eigentlich immer recht hoch.
  2. Dann sollten Sie sich an einer Universität einschreiben. Achtung: Die Wartelisten für Psychologie sind sehr lang. Wer die finanziellen Mittel hat, sollte über ein Fernstudium oder eine Privatuniversität nachdenken.
  3. Das Psychologiestudium ist lang und aufwändig. Sie werden Praxiserfahrung sammeln müssen, sich selbst analysieren müssen und so weiter.
  4. Wenn Sie es dann aber geschafft haben, können Sie den Beruf als Psychologe mit beratender Tätigkeit aufnehmen und sind dann so etwas wie ein Seelsorger, der bezahlt wird.

Wie werden Sie ein klassischer Seelsorger?

Oder Sie arrangieren sich damit, dass Sie für Ihre seelsorgende Tätigkeit kein Geld erwarten können und gehen ins Ehrenamt. Das funktioniert wie folgt.

  1. Wenden Sie sich zunächst an eine kirchliche Gemeinde in Ihrer Stadt. Ob katholisch oder evangelisch ist in diesem Fall egal - Seelsorge wird meist von beiden Konfessionen angeboten.
  2. Die Gemeinde wird Ihnen im Normalfall ein Seminar für Seelsorge vermitteln. Dort lernen Sie die Grundlagen der Seelsorge und wie Sie sich situationsgerecht verhalten. Diese Seminare werden oft von Gemeindemitgliedern gegeben und sind kostenfrei oder gegen ein wirklich kleines Entgelt besuchbar.
  3. Anschließend müssen Sie sich erkundigen, wo überhaupt eine Stelle als Seelsorger frei ist. Hier eignen sich natürlich kirchliche Gemeinden, aber auch Krankenhäuser, Seniorenheime, soziale Einrichtungen aller Art und - für alle, die auch mit starker, emotionaler Belastung zurechtkommen - Hospize.
  4. Rechnen Sie damit, dass Sie einer Art Einstellungstest unterzogen werden. Dort wird man Sie auf Kenntnis, Taktgefühl und Einfühlungsvermgen prüfen.
  5. Doch wer diesen Test besteht, wird meist gern dankend als Seelsorger angenommen, gerade Ehrenämter mit einer solchen emotionalen Belastung sind in Deutschland oft nicht besetzt.

Übrigens: Auch Menschen im Rentenalter, die ihr Berufsleben längst hinter sich haben, finden oft Erfüllung in der Seelsorge und werden aufgrund ihrer Lebenserfahrung gern angenommen.

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