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Wie werde ich Alltagsbegleiterin für Senioren?

"Schatz, dein Vater muss ausziehen!" Vor allem in der heutigen Zeit werden Senioren oft ins Altersheim abgeschoben, weil ihre Familien durch Ihren Beruf oft zu wenig Zeit für die Pflege haben. Aber wer will schon gerne im Altersheim den Lebensabend verbringen? Mehr denn je braucht man heute ehren- und hauptberufliche Alltagsbegleiter, die Senioren ermöglichen, Ihr selbstständiges Leben über längere Zeit aufrecht erhalten zu können und das Altersheim zumindest vorerst zu umgehen. Was Sie können müssen, um Alltagsbegleiter zu werden und an wen Sie sich am Besten wenden erfahren Sie hier.

Hand in Hand- Alltagsbegleiter und Senioren verbindet mehr als ein Berufsverhältnis
Hand in Hand- Alltagsbegleiter und Senioren verbindet mehr als ein Berufsverhältnis

Beruf Alltagsbegleiter: Aufgabenfelder 

  • Von ehrenamtlichen Alltagsbegleitern wird theoretisch gar nicht so viel verlangt. Es heißt, als Ehrenamtlicher sollten Sie eine positive Einstellung gegenüber den älteren Herrschaften mitbringen und es wäre wünschenswert, jedoch nicht grundlegend, dass Sie schon zuvor in Pflegeberufen gearbeitet haben. Man tut gerade so als wäre es ein Kinderspiel, den Senioren einfach nur zuzuhören und ihnen ein wenig Gesellschaft zu leisten. Ganz so leicht ist es in der Praxis dann aber doch nicht.
  • Als geeigneter Alltagsbegleiter zeichnet Sie nicht die passionierte Bewältigung des Haushalts aus. Sie sind nicht gleich der Richtige für den Job, wenn Sie ein geübter Spaziergänger sind oder oft die Besorgungen für Ihre Familie erledigen. Was Sie als guten Alltagsbetreuer ausmacht ist die Leidenschaft zu helfen. Empathiefähigkeit und eine Emotionalisierung für das Thema Senioren sind wirklich grundlegende Aspekte, obwohl sie bei Stellenbeschreibungen meist nicht genannt werden.
  • Es ist zwar eine Tatsache, dass Ihre Hauptaufgaben zumeist auf kommunikativen Bereichen liegen werden, trotzdem sollten Sie sich als Alltagsbegleiter auch mit Alterserkrankungen wie Demenz und dem Umgang mit deren Patienten auskennen.
  • Grundlegend scheint auch die Auffrischung von Erste-Hilfe-Kursen, die von einem Ehrenamtlichen jedoch offiziell genauso wenig verlangt wird wie Praktika oder Seminare im Bereich der Alltagsbetreuung.

Fortbildungen zum Alltagsbegleiter

  • Wer trotzdem eine Fortbildung besuchen möchte, um sich in seinem Ehrenamt sicherer zu fühlen, kann sich ans Arbeitsamt oder die Familienbildungsstätten des Landkreises wenden. Im Normalfall versucht ein Seminar der Familienbildungsstätte vor allem schon vorhandene Fähigkeiten zu fördern und den geeigneten Umgang mit Senioren praktisch zu vermitteln.
  • Im Laufe des Seminares werden Sie schließlich mit verschiedenen Erkrankungen und der bestmöglichen Pflege vertraut gemacht, was Sie in einem anschließenden, ca. 35 stündigen Praktikum im sozialen oder ambulanten Pflegebereich direkt anwenden können.
  • Falls Sie zuvor schon einmal im pflegerischen Bereich tätig waren, könnten Sie theoretisch eine 160 stündige Weiterbildung zum Demenzpfleger anstreben, die nach dazugehörigen Praktika allerdings eher zu einer hauptberuflichen als ehrenamtlichen Alltagsbegleitertätigkeit führen wird.

Ausbildung zum Alltagsbegleiter: Bezugsstellen

  • Ob Sie nun auf ehrenamtlicher oder hauptamtlicher Basis in den Alltagsbegleiterberuf einsteigen wollen, spielt auch für die zuständigen Stellen eine Rolle. Dabei suchen das Rote Kreuz, die Caritas als auch die Diakonie vor allem ehrenamtliche Helfer, während ambulante Pflegedienste und Hospize eher hauptamtlich Tätige einstellen.
  • Sogar das Arbeitsamt vermittelt Ihnen auf Anfrage gerne Fortbildungen im Bereich des Alltagsbegleiters und bereitet Sie dabei durch einen 300 stündigen Mix aus Theorie und Praxis angemessen auf Ihren zukünftigen Beruf vor.

Letztlich bleibt nur zu hoffen, dass sich immer mehr Menschen bereit erklären, sich als Alltagsbegleiter zu qualifizieren, um der älteren Generation den würdevollen Lebensabend zu ermöglichen, den sie verdient hat.

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