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Wie viele Spinnenarten gibt es in Deutschland?

Über 1.000 Spinnenarten gibt es in Deutschland. Nur wenige begegnen uns in unseren Wohnungen, zahlreiche sind so winzig und unauffällig, dass sie nur mit Lupe oder Mikroskop entdeckt werden. Ausgerechnet eine der größten Arten sucht jedoch Zuflucht in menschlicher Nähe. Sie finden diese oft in Kellern, Dachböden oder anderen Wohnräumen.

Eine Hausspinne löst überwiegend Ekel aus.
Eine Hausspinne löst überwiegend Ekel aus.

Viele Menschen begegnen in ihrem Leben bewusst nur wenigen Spinnenarten. Da sind die, die in den Wohnungen leben, und solche, die im Spätsommer in ihren mit Tau behängten Netzen auffallen. Daneben gibt es Spinnenarten, die an den Haarwurzeln von Säugetieren leben, wie zum Beispiel einige Milben. Sie machen auch beim Menschen keine Ausnahme, selbst wenn der Gedanke sehr unangenehm ist. In den meisten Fällen bleiben die Mitbewohner völlig unentdeckt.

Die kleinsten Spinnenarten gehören zu den Milben

  • Hätten Sie gedacht, dass es weltweit etwa 50.000 Milbenarten gibt und diese zu den Spinnen gehören? Die winzigen Tierchen haben wie alle ihre Verwandten acht Beine. Mehr als die Hälfte lebt im Boden, einige sind jedoch ständig in unserer Nähe.
  • So gehören Hausstaubmilben (Dermatophagoides) leider zu den häufigsten Spinnenarten, auch wenn Ihnen nicht bewusst war, dass es sich hier um ein winziges Spinnentier handelt. Nicht die Milbe selbst, sondern deren Kot löst bei manchen Menschen eine unangenehme Hausstauballergie aus.
  • Ebenfalls zu den Milben gehören alle Zecken. In Deutschland gibt es etwa 20 Zeckenarten, wobei der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) als Überträger gefährlicher Krankheiten wie Borreliose gefürchtet ist.

Die großen Spinnen in Deutschland sind harmlos

  • Neben den genannten Winzlingen leben in Wohnungen und Kellern oft größere Spinnenarten, vor denen Sie sich vielleicht ekeln, die aber dennoch harmlos sind. Die zweitgrößte Gruppe der Spinnen bilden die Webspinnen (Araneae). Weltweit gibt es etwa 43.000 Arten davon, in Deutschland sind es rund 1.000.
  • Häufig in Kellern anzutreffen sind Zitterspinnen (Pholcidae) mit ihren enorm langen Beinen. Die in Deutschland lebenden Arten (fünf sind bekannt), wanderten aus dem Mittelmeerraum ein. Oft werden sie mit den ebenfalls langbeinigen Weberknechten verwechselt. Wie Sie die beiden Spinnenarten unterscheiden, ist jedoch einfach. Beim Weberknecht ist der Körper ungeteilt, bei der Zitterspinne ist er deutlich in Kopf und Hinterleib gegliedert.
  • Die größte in Wohnungen häufig anzutreffende Art ist die Große Winkelspinne (Tegenaria atrica). Es gibt Exemplare, die mit ihren langen Beinen bis zu zehn Zentimeter groß werden. Andere Namen für die Tiere sind einfach Hausspinne oder Hauswinkelspinne. Es gibt verschiedene Arten, die aber äußerlich alle ähnlich sind.
  • Weiterhin ist Ihnen vielleicht die Gartenkreuzspinne oder die Wespenspinne bekannt. Als großer Vertreter fällt auch die Wolfsspinne auf. Sie alle lösen eventuell Ekel und Angst aus, sind aber für den Menschen ungefährlich.

Es gibt  fast nur harmlose Spinnen im deutschem Raum

  • Die Abneigung gegen die Tiere bei vielen Menschen ist zwar unbegründet, tritt aber häufig auf. Unter den über 1.000 hier lebenden Spinnenarten sind wirklich nur wenige für den Menschen gefährlich.
  • Dazu zählen die oben erwähnten Milben, die als Parasiten leben oder eben als allergieauslösend Schaden anrichten. Ansonsten sind fast alle Spinnenarten als Räuber von Fliegen und anderen Insekten sehr nützliche Tiere.
  • Eine Giftspinnenart gibt es jedoch, deren Celizeren (die Mundwerkzeuge) menschliche Haut durchdringen können. Es ist der Dornfinger (Cheiracanthium punctorium), der in wärmeren Regionen bevorzugt auf Trockenwiesen lebt. Sein Biss kann sehr schmerzhaft sein und zu Schwellungen führen, die länger andauern. Da die Art jedoch sehr selten ist, müssen Sie sich vor ihr nicht fürchten. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in Deutschland. Somit gehört der Biss eines Dornfingers sicher zu den ausgesprochenen Seltenheiten.
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