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"Wie viele Dialekte gibt es in Deutschland?" - Wissenswertes

In Deutschland haben sich bis heute zahlreiche unterschiedliche Dialekte erhalten. Was sind Dialekte und kann man sagen, wie viele es hierzulande insgesamt gibt?

Welchen Dialekt spricht man wohl in Krefeld?
Welchen Dialekt spricht man wohl in Krefeld?

Was Dialekte sind

  • Das Fremdwort Dialekt stammt ursprünglich aus der lateinischen Sprache und bedeutet Mundart. Der Begriff wurde im siebzehnten Jahrhundert abgeleitet von dialectos (= Ausdrucksweise).
  • Das Adjektiv dialektal bedeutet dementsprechend mundartlich und ist erst im Zwanzigsten Jahrhundert entstanden. Zuvor sprach man in diesem Zusammenhang von dialektisch (19. Jahrhundert).
  • Dialekt steht für eine sprachliche Variante, die sich regional entwickelt hat. Ihre Anwendung ist sowohl landschaftlich als auch ortsbezogen begrenzt.

Mundarten in Deutschland - wie viele es gibt

  • Dialekte entstanden aus den Stammessprachen, die im frühen Mittelalter in Deutschland existierten. Obwohl die germanischen Sprachvarianten Ähnlichkeiten untereinander aufwiesen, waren sie gleichzeitig deutlich voneinander abgegrenzt. Auch als später durch neue Herrschaftssysteme andere Territorialgrenzen entstanden, erhielten sich die besonderen Sprachformen, nun jeweils innerhalb kleinerer Regionen als zuvor.
  • Betrachtet man, dass Dialekte sich in ländlichen Gegenden zum Teil von Dorf zu Dorf stark voneinander unterscheiden können, ist es schwierig zu sagen, wie viele dieser regional unterschiedlichen Dialekte es tatsächlich gibt. Eindeutiger wird es, wenn man sich den weiter gefassten Einteilungen zuwendet.
  • Sprache hat sich über die Jahrhunderte auch in Deutschland entwickelt. Die sogenannten Lautverschiebungen haben Veränderungen gebracht, die von Sprachwissenschaftlern bei der Einteilung in Dialekte berücksichtigt wurden.

Die großen Unterteilungen in Dialektregionen

  • Hochdeutsch und Niederdeutsch sind die beiden obersten Kategorien, nach denen sich Mundarten untersuchen lassen.
  • Das Hochdeutsche gliedert sich weiter in Oberdeutsch und Mitteldeutsch. Die wichtigsten oberdeutschen Mundarten sind die bayrischen und die alemannischen. Außerdem können Sprachformen wie die südfränkischen und ostfränkischen Dialekte dazu gezählt werden, da sie allerdings in Grenzgebieten zu mitteldeutschen Dialekten liegen, werden sie teilweise diesen zugeordnet. Wie viele Dialekte es in Deutschland regional betrachtet gibt, ist also auch eine Sache der Sichtweise.
  • Die mitteldeutschen Mundarten lassen sich in westmitteldeutsche (bspw. Rheinfränkisch und Hessisch) und ostmitteldeutsche (z. B. Berlinerisch und Brandenburgisch / Thüringisch und Obersächsisch) einteilen.
  • Das Niederdeutsche besteht zunächst aus ostniederdeutschen und niedersächsischen Dialekten. Zu Ersteren gehören bspw. niederpreußische Dialekte und die Sprachformen Mecklenburg-Vorpommerns. Das Niedersächsische zählt zu seinen Mundarten die westfälischen, ostfälischen und die nordniedersächsischen Varianten.
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