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Wie viel verdient man als Anwalt? - So berechnen Sie Ihre Gebühren

Ein Anwalt wurde gefragt, wie es ihm gehe. Schlecht sagte er, er könne nicht klagen! - Wie viel man so als Anwalt verdient, hängt von den Streitwerten und davon ab, ob Sie zahlungskräftige und zahlungswillige Mandanten haben und wie Sie sich persönlich engagieren.

Der Anwalt, dein Freund und Helfer
Der Anwalt, dein Freund und Helfer © Gerd Altmann / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Zulassung als Rechtsanwalt
  • gute Mandanten
  • hohe Streitwerte

Viele Anwälte verdienen gut. Viele verdienen aber auch weniger gut. Wie bei anderen Freiberuflern auch, hängt die Frage, wie viel man als Anwalt verdient, von vielerlei Umständen ab.

Als Anwalt ist man nicht automatisch Großverdiener

  • Wenn Sie Anwalt werden wollen, berechnet sich Ihr Verdienst nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Grundlage Ihres Verdienstes ist dann der Streitwert eines Rechtsstreits oder der Gegenstandswert einer anwaltlichen Beratung.
  • Je höher der Streitwert, umso höher fällt der Gebührenansatz aus. Geringe Streitwerte bringen also nur wenig Gebühren, obwohl sie grundsätzlich oft mindestens den gleichen Arbeitsaufwand erfordern.
  • Als Rechtsanwalt werden Sie für einzelne Aktivitäten bezahlt. Im außergerichtlichen Bereich werden ausgehend von den Gegenstandswerten in beratenden Angelegenheiten Honorarvereinbarungen getroffen, die sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Mandanten und dem Anforderungsprofil der Rechtsfrage richten. Hier sind Stundensätze von etwa 100-200 € üblich, in Großkanzleien mit Industriemandaten können bei komplexen Angelegenheiten durchaus auch 500 € zum Einsatz kommen.

Die Tätigkeit bestimmt, wie viel man verdient

  • Für eine beratende Tätigkeit und den einfachen Schriftverkehr mit dem Gegner oder einem Dritten erhalten Sie als Anwalt auf der Grundlage des Gegenstandswerts der Angelegenheit eine Geschäftsgebühr. Besprechen Sie die Angelegenheit mit der Gegenseite, können Sie eine Besprechungsgebühr verlangen.
  • Die Höhe der Gebühr ergibt sich aus einer gesetzlichen Gebührentabelle, in der, ausgehend vom Streitwert oder Gegenstandswert, vom Gesetzgeber eine bestimmte Gebühr vorgesehen ist.
  • Vertreten Sie als Anwalt den Mandanten vor Gericht, fallen je nach Aufwand des Verfahrens eine Prozessgebühr, Beweisgebühr und Vergleichsgebühr an.
  • Der Mandant schuldet Ihre Vergütung, unabhängig vom Erfolg der anwaltlichen Tätigkeit. Die anwaltlichen Gebühren sind erfolgsunabhängig, als Anwalt schulden Sie nicht einen bestimmten Erfolg Ihrer Tätigkeit, sondern nur Ihre gesamte Arbeitskraft.

Anwälte in Großkanzleien verdienen gut

  • Ferner kommt es für die Frage, wie viel ein Anwalt verdient, darauf an, ob Sie als angestellter Anwalt in einer großen Kanzlei tätig sind oder als Einzelanwalt tagtäglich um Ihre Existenz kämpfen müssen. Der Verdienst angestellter Anwälte in Großkanzleien dürfte durchschnittlich bei etwa 80.000 € im Jahr liegen, während sich der einzelkämpfende Anwalt nach Abzug aller seiner Bürokosten oft mit etwa 3000 € im Monat und weniger wird begnügen müssen. Dafür sind der Arbeitsanfall, der Arbeitsdruck und die Fluktuation in Großkanzleien meist sehr hoch, während der Einzelanwalt seinen Arbeitsalltag in eigener Verantwortung etwas geruhsamer gestalten kann.
  • Das Honoraraufkommen in der Gründungsphase einer Anwaltskanzlei ist meist sehr bescheiden. Dies gilt umso mehr, als die Anwaltszahlen in den letzten 20 Jahren sehr stark angestiegen sind. Vorteilhaft erweist sich immer, wenn Sie als Anwalt über Fachkenntnisse verfügen, mit denen Sie sich gegenüber der Konkurrenz hervorheben.
  • Am besten verdienen die Insolvenzverwalter, die große Insolvenzfälle abwickeln. Sie bereichern sich allerdings meist auf Kosten der Gläubiger an der verbliebenen Insolvenzmasse und lassen sich vorzugsweise vergüten.
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