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Wie viel Lohn steht mir zu? - Mindestlohn unter die Lupe genommen

Eine pauschale Antwort auf die Frage "Wie viel Lohn steht mir eigentlich zu?" lässt sich nicht geben. Eine gewisse Rolle spielt in jedem Fall der Mindestlohn, der auf der Grundlage eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags entsteht. Natürlich gilt bei Beschäftigungsverhältnissen das von Verbot von Lohnwucher.

Ihre Unterschrift unter den Arbeitsvertrag regelt Ihre Entlohnung.
Ihre Unterschrift unter den Arbeitsvertrag regelt Ihre Entlohnung.

Grundsätzlich ist der Mindestlohn ein Arbeitsentgelt, dessen Höhe speziell festgelegt wird. Damit gilt es als kleinstes rechtlich zulässiges Entgelt. Die Entgeltfestsetzung erfolgt auf der Grundlage gesetzlicher Regelungen.

Tarifautonomie in Deutschland - Gesetzgeber überwacht Lohnwucher

In Deutschland herrscht generell eine Tarifautonomie. Die Tarifparteien können ohne staatliche Einflussnahme Vereinbarungen zu Fragen rund um Beschäftigung und Entlohnung treffen. Einen durch ein bestimmtes Gesetz verordneten Mindestlohn, wie ihn Gewerkschaften seit Jahren fordern, gibt es nicht.

  • Dennoch sieht der Gesetzgeber zum einen die Möglichkeit zur Festschreibung von Vereinbarungen in einem allgemein verbindlichen Tarifvertrag ausdrücklich vor. Zum anderen gilt ein Verbot von Lohnwucher.
  • Eine Regelung für einen Mindestlohn kann sich auf ein Entgelt pro Stunden oder Monat bei Vollzeitbeschäftigung beziehen.
  • Mindestlöhne können als nationale oder regionale Varianten auftreten. Eine in Deutschland vorkommende Erscheinungsform sind branchenspezifische Mindestlöhne.

Wie viel Lohn steht mir mindestens zu?

In Deutschland gibt es 2012 in 12 Branchen allgemein verbindliche Mindestlöhne und -bedingungen. Das Gesetz verpflichtet alle, auch ausländische Unternehmen, zur Einhaltung. Arbeiten Sie in einer dieser Branchen, steht Ihnen ein Lohn in mindestens der festgelegten Größenordnung zu.

  • Die Vereinbarungen unterliegen einem steten Wandel. Es kommen neue hinzu, alte verlieren ihre Gültigkeit und fallen weg. Bis sie durch Nachfolgetarife ersetzt sind, kann es durchaus vorkommen, dass “mindestlohnfreie Zeiten” entstehen.
  • "Wie viel Lohn steht mir als Gebäudereiniger oder Bauarbeiter zu?" ist allerdings nur eine wichtige Frage, die bei der Beschäftigung eine Rolle spielt. Denn es geht auch um Fragen der Mindestarbeitsbedingungen (Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld), um die Regelung zur Fälligkeit der Mindestlöhne oder das Handhaben von Arbeitszeitkonten.
  • Allgemein verbindliche Mindestlöhne können Sie unter anderem als Beschäftigte in den Branchen Abfallwirtschaft, Gebäudereiniger, Aus- und Weiterbildung sowie Maler- und Lackierer erhalten. Das gilt gleichfalls für das Dachdeckerhandwerk, Wäschereidienstleistungen, das Elektrohandwerk sowie Zeitarbeit.

Die Vereinbarungen zum Mindestlohn können dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mehr als 20 Prozent der Beschäftigten, beispielsweise in Kosmetiksalons und in der Gastronomie, für einen Niedriglohn arbeiten - viel zu viele, sagen die Gewerkschafter. Statistiker sprechen sogar schon von einer Tendenz hin zu niedrigen Löhnen.

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