Jugendliche werden zum Geld ausgeben verführt und es ist nicht immer einfach für sie, dem zu widerstehen. Alleine die Bereiche Handy und Computer verschlingen jede Menge davon. Für Ausgehen und Shoppen bleibt da oft nicht mehr all zu viel. Aber wie viel 16-jährige nun letztlich ausgeben dürfen, regelt sich auch mit der Höhe des Taschengeldes. Je nach Einkommen der Eltern kann dies sehr unterschiedlich sein. Allerdings ist es ohnehin sinnvoll, Kindern bereits früh beizubringen, mit Geld umzugehen.
- 31.03.2011 Sonja Huysecom
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
16-jährige und Geld
- Für den Gesetzgeber sind Kinder zwischen 7 und 18 Jahren beschränkt geschäftsfähig. Das heißt, dass Sie sehr wohl ihr Taschengeld für tägliche, normale Ausgaben investieren dürfen. Bei unverhältnismäßig großen Investitionen sieht das allerdings anders aus. Dafür benötigen sie die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters, also meist der Eltern. Sind diese nicht einverstanden mit dem Vertragsabschluss, können sie das Geld zurückfordern. Aber trotz gesetzlicher Regelungen ist es für Eltern wichtig, Ihre Kinder auf den Umgang mit Geld gut vorzubereiten.
- Beginnen Sie bereits früh damit, Ihrem Kind ein Gefühl für Geld zu vermitteln, auch dann, wenn Sie in der glücklichen Lage sind, genügend davon zu haben. Auf alle Fälle sollten Sie beachten, dass Jugendliche nur ausgeben dürfen, was auch vorhanden ist. Seien Sie konsequent und springen Sie bei Engpässen während des Monates nur in absoluten Ausnahmefällen unterstützend ein. Der Lerneffekt geht sonst verloren.
- Finden Sie die Balance zwischen Kontrolle und Vertrauen. Es ist nicht angenehm für Jugendliche, kontrolliert zu werden und daraus ergeben sich oft auch Eskalationen. Vertrauen Sie und sagen Sie das auch. Wenn Sie eine gute Beziehung zu Ihrem Kind haben, wird dieses Vertrauen von Ihrer Seite eine Art Verpflichtung auslösen, dieses nicht zu enttäuschen. Immerhin sind 16-jährige bereits dabei, selbstständig und unabhängig zu werden. Nicht mehr lange und sie sind erwachsen. Also vorsicht mit Kontrolle.
- Halten Sie trotzdem unauffällig ein Auge auf die Finanzen Ihres Kindes. Sollten Ihnen Unstimmigkeiten auffallen, sprechen Sie diese neutral und nicht vorwurfsvoll an. Zeigen Sie Verständnis und haben Sie es auch. Es ist nicht einfach, dem gesellschaftlichen Druck zu entgehen und auf Dinge zu verzichten, die andere haben. Gerade bei Jugendlichen steht man auch schnell im Abseits. Dem können Eltern nur früh mit einer Erziehung zu selbstbewussten und gefestigten Kindern entgegenwirken.
- Reden Sie zu Hause über Geld. Gemeint ist damit selbstverständlich nicht, immer anzusprechen, wie viel davon zur Verfügung steht, aber allgemeine weltwirtschaftliche Themen aus Fernsehen und Zeitung lohnt es sich anzusprechen oder darüber zu diskutieren. So können Sie Interesse dafür wecken, wie Geld die Welt beeinflusst. Nicht selten wird ja auch Misswirtschaft aufgedeckt. Das zeigt klar Konsequenzen vom falschen Umgang mit Finanzen auf.
Geld ausgeben mit Verstand
- Auch die Bedeutung vom Sparen sollte Kindern bereits früh klar gemacht werden. Gibt es zusätzliches Geld zu Geburtstagen oder anderen Anlässen, kann zumindest ein Teil davon "angelegt" werden. Motivieren Sie dazu und reden Sie darüber, wofür das gesparte Geld später von Nutzen sein kann. Erklären Sie in diesem Zusammenhang auch genau, welche Rolle Banken spielen und wie das System organisiert ist.
- Passiert etwas, was die Welt bewegt und sind Menschen in Not, ist es eine wichtige Erfahrung für Kinder und Jugendliche, unterstützen zu können durch Spenden. Geld abzugeben an jemanden, der es viel dringender braucht, ist ein Schritt zur Stärkung des Sozialverhaltens. Fordert dies im Anschluss eine persönliche Einschränkung, ist auch das Teil des Lernprozesses.
- Wie viel Taschengeld 16-jährige nun bekommen, kann man anhand einer Empfehlung ausmachen. Diese besagt, dass es ungefähr 9 - 11 € die Woche sein sollten in diesem Alter. Das kann allerdings viel und auch wenig sein, abhängig von der Familiensituation. Bevor Sie aber mehr Geld geben, sollten Sie eher überlegen, eine feste Ausgabe, wie beispielsweise die Handyrechnung, mit einem bestimmten Betrag zu sponsern. Alles, was klar abgesprochen ist, gibt keinen Anlass zu Diskussionen.
- Einschreiten sollten Sie, wenn Sie merken, dass Ihr Kind bei anderen Schulden macht. Auch hier gilt es aber, ein ruhiges und neutrales Gespräch zu führen. Es sollte Jugendlichen klar sein, dass sie nicht mehr ausgeben dürfen, als sie haben. Durch eine gute Vertrauensbasis wird Ihr Kind auch eingeladen, erst zu Ihnen zu kommen mit Geldproblemen. Deshalb ist es so wichtig für Eltern, sich das als Ziel zu setzen und auch ein guter Partner in Geldfragen zu sein, nicht nur Erzieher.