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Wie tief kann man tauchen? - Die PADI-Richtlinien verständlich erklärt

Wer bei PADI einen Tauchkurs besucht, bestimmt anhand des Recreational Dive Planner (RDP), wie tief und wie lange er tauchen darf, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Werden diese Werte nicht eingehalten, kann das sogar zum Tod führen. Ein gewissenhafter Umgang mit den RDP-Tabellen ist also mehr als zu empfehlen.

Halten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe die Tiefen- und Zeitgrenzen ein.
Halten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe die Tiefen- und Zeitgrenzen ein. © joakant / Pixelio

So tief und so lange kann man tauchen

  • Sie sollten vor dem Tauchgang wissen, wie tief Sie tauchen werden. Wenn Sie innerhalb von sechs Stunden einen einzigen Tauchgang planen, benötigen Sie nur Tabelle 1 des RDP.
  • Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Sie den ganzen Tauchgang über auf exakt derselben Tiefe bleiben, nehmen Sie trotzdem die größte Tiefe, die Sie erreichen werden.
  • Nehmen Sie im Zweifel immer die nächstgrößere Tiefe in der Tabelle.
  • Nach den PADI-Richtilinen gelten grundsätzlich folgende Tiefengrenzen: 18 m für Anfänger, 30 m als empfohlene Grenze, 40 m als maximale Tiefe für Sporttaucher. Bis zu dieser Tiefe ist ein sogenannter Nullzeittauchgang möglich, d. h. der Aufstieg unter Wasser kann ohne Dekompressionsstopp(s) erfolgen.

So wird der RDP gehandhabt

  1. In Tabelle 1 ("Start") des PADI Recreational Dive Planners sehen Sie verschiedene Tiefenangaben. Wählen Sie diejenige aus, die für Ihren geplanten Tauchgang zutrifft.
  2. Das schwarze Kästchen am unteren Ende der Spalte zeigt Ihnen die maximale Zeit, die Sie in der gewählten Tiefe verbringen können, um einen Nullzeittauchgang zu absolvieren. Bestimmen Sie die Dauer, die Sie in einer bestimmte Tiefe tauchen möchten.
  3. Bevor Sie absteigen, schauen Sie zur Sicherheit auf Ihre Taucheruhr. Ihr Tiefenmesser wird die genauen Daten (Tiefe und Zeit) speichern.

Wenn Sie einen zweiten Tauchgang planen

In diesem Fall benötigen Sie die tatsächlich während des ersten Tauchgangs unter Wasser verbrachte Zeit sowie die Dauer der Oberflächenpause. Denn während des Tauchens reichert sich Stickstoff im Blut und im Gewebe an, das während der Oberflächenpause ganz oder teilweise abgebaut wird, je nach Dauer.

  1. Lesen Sie in Tabelle 1 die beim ersten Tauchgang erreichte Tiefe sowie die dort tatsächlich verbrachte Zeit ab.
  2. Suchen Sie nach rechts das Kästchen mit der Dauer Ihrer Oberflächenpause, gehen senkrecht nach unten und lesen wiederum den Buchstaben ab. 
  3. Drehen Sie den Planer um und suchen den von der Vorderseite abgelesenen Buchstaben. Links suchen Sie die Tiefe für den geplanten zweiten Tauchgang.
  4. Dort, wo Zeile und Spalte sich kreuzen, sehen Sie ein blaues und ein weißes Kästchen. Die Zahl in dem blauen Kästchen bedeutet die maximale Zeit, die Sie beim Wiederholungstauchgang in der gewählten Tiefe verbringen können, damit Sie die Nullzeitzgrenze nicht überschreiten. Die weiße Zahl gibt den Zeitzuschlag an. Die Summe der beiden Zahlen ergibt den Wert aus Tabelle 1.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung beim Tauchen

Der erste Tauchgang findet in 17 m Tiefe für 50 Minuten statt. Es ist ein zweiter Tauchgang in 16 m Tiefe für 30 Minuten geplant.

  1. Suchen Sie in Tabelle 1 die Tiefe - in diesem Fall der nächst höhere Wert: 18 m.
  2. Gehen Sie senkrecht nach unten bis 51 Minuten (das ist der nächst höhere Wert). Sie sind also Wiederholungsgruppe T.
  3. Überprüfen Sie, wie lange Ihre Oberflächenpause gedauert hat, z. B. eine Stunde.
  4. Gehen Sie vom T aus nach rechts zu 1:00 und verfolgen die Spalte senkrecht nach unten, was Wiederholungsgruppe G ergibt.
  5. Drehen Sie den Planner um und suchen G. Sie sehen nun, dass Sie beim zweiten Tauchgang maximal 47 Minuten in dieser Tiefe tauchen dürfen, damit die Nullzeitgrenze nicht überschritten wird.

PADI geht beim RDP immer von den sichersten Werten aus, denn wer zu lange und/oder zu tief taucht, kann an den Folgen sterben.

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